252 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1900,
gestrichene Haus der größeren der deutschen Faktoreien ist weithin sichtbar und
eine gute Landmarke. Beim Ansteuern dieses Theiles der Küste kommt es zuerst
in Sicht, selbst wenn man sich soweit nordwärts befindet, dafs man zunächst auf
das Insichtkommen der Häuser von Londji wartet. Es hebt sich als grell-
weißer Punkt vom Urwald der Umgebung ab. Auch nachts sind häufig die
Lichter in den Wohnräumen recht gut auszumachen.
Ankerplatz. Südlich der Peilung: hochgelegene Faktorei in SO empfiehlt
sich nicht zu ankern. Der Grund ist dort unrein, während nördlich der Peilung
die Tiefen gleichmäfsig abnehmen und dunkelgrüner Schlick guten Ankergrund
bildet. Zum Ankern bringe man die hochgelegene Faktorei in mw. Sz0—SSO
und dampfe dann an die Küste heran. Kleinere Schiffe können innerhalb des
nördlichsten Steins in der Peilung: Faktorei in mw. SzO ankern und finden hier
einen guten und ruhigen Ankerplatz.
Plantation-Stein. Auf dem nördlichsten Stein, der auf 4,5m Wasser
liegt und bei Springzeit-Niedrigwasser über die Wasseroberfläche herausragt, ist
ein eiserner Pricken angebracht. Um denselben leichter ausmachen zu können,
sind an Land zwei Baken errichtet; die innere, die gleichzeitig Flaggenmast der
hochgelegenen Faktorei ist, trägt ein volles Dreieck mit der Spitze nach oben;
die äufsere, dicht am Strande stehende Dreibeinbake ein volles Dreieck mit der
Spitze nach unten. Richtung der Baken: mw. SO.
Landung. Das Landen mit Brandungshooten ist bei jedem Wetter vor
dem Schuppen der hochliegenden Faktorei ausführbar. Liegt man mit dem Schiff
aufserhalb der Steine und südlich der Richtung: Faktorei in SO, so ist es nicht
rathsam, die Boote gleich auf den Schuppen zusteuern zu lassen. Man muß erst
die Bakenlinie nach N überschreiten und kann dann unter Land nach dem an-
gegebenen Platze fahren. Bei schlechter See ist auf den Steinen hohe Brandung.
Küste bis Kribi.
Bis Kribi verläuft die Küste zunächst in südöstlicher, dann in südlicher
Richtung. Der Strand ist derselbe wie vor Plantation und der Grund bis etwa
2° 57 N-Br in der Nähe der Küste unrein; nach Kribi steuernd, muß man daher
gut frei von der Küste bleiben. Als Landmarke läfst sich am Tage die Baum-
bake benutzen, die aus einem starken und hohen Stamme eines Baumwollbaumes
besteht, in dessen Gipfel ein Beobachtungstisch erbaut ist. Gut sichtbar ist meist
die in der Spitze der Bake angebrachte Spiegelglaskugel.
Ansteuerung von Kribi. Auf etwa 2° 53‘ N-Br und 10° 8' O-Lg liegt
der Nisus-Berg, ein breiter abgestumpfter Kegel von beträchtlicher Höhe, der sich
als einzelner Berg aus der Ebene emporhebt. Er ist aber häufig von einem
Dunstschleier umgeben und daher selten auszumachen. Nach T’ornados und dann
besonders in der Dämmerung ist er aber weithin sichtbar und eine gute An-
steuerungsmarke, Kribi ist leicht erkennbar an der auf einer Anhöhe stehenden
Kapelle der katholischen Mission und den zahlreichen Gebäuden der Faktoreien.
Die Rhede ist rein und frei von Steinen, die Tiefen nehmen langsam und gleich-
mäfig ab.
Ankerplatz. Einen guten Ankerplatz findet man, indem man den
Flaggenmast der gröfsten Faktorei (der Firma Maafs gehörig) in die Mitte der
Hausthür der genannten Faktorei bringt und auf diesem Kurse an die Küste
herandampft. Aukergrund ist Schlick mit Sand.
Hafenzeit. Hafenzeit ist in Kribi 4" 40”, der mittlere Hub beträgt 1,5 ın.
Kribi.!)
In Kribi befindet sich der Sitz eines Bezirksamtmanns und eine Zoll- und
Polizeistation. Es ist der Mafia für das gesammte Hinterland, da nach
Yaunde und Lolodorf ein guter Weg führt. Aufserdem hat hier die Pallotiner
Mission eine Niederlassung gegründet und eine Kirche gebaut. — Kin Flufs mündet
bei Kribi, der sich unterhalb eines Wasserfalles ein Becken ausgespült und dann
nach NO seinen Weg zur See gesucht hat. Iierdurch ist diesem Becken eine
kleine Halbinsel vorgelagert, die ihm Schutz gegen die See verleiht und es des-
halb zu einem ausgezeichneten Bootshafen macht.
\ Dentsche Karte No. 139. Plan.