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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Segelanweisung für Kamerun von Suelaba bis Campo-Huk. 
mäfsig hohen Umgebung ab. Von den erbauten Baken werden die in 3° 24’35,4“N-Br 
und 9° 48' 49,5” O-Lg stehende Habickht- und die in 3° 15‘ 28,5“ N-Br und 
9° 54‘ 41,9“. O-Lg stehende deutsche Bake nach Möglichkeit erhalten werden. 
Beide sind 20m hohe vierbeinige Baken, die unter der Spitze ein Gerüst mit 
Plattform tragen, von dem aus seiner Zeit die trigonometrischen Messungen statt- 
gefunden haben. 
Der Nyong. Die abgelagerten Sandmassen vor der Mündung des Nyong 
haben diesem an seinem untersten Theile eine nördliche Stromrichtung gegeben. 
Die Mündung ist daher von See aus schlecht zu sehen. 
Klein-Batanga. 
Ansteuerung. Bei der Ansteuerung von Klein-Batanga kommen zunächst 
die deutsche Bake und der Batangabaum in Sicht, der aus Gestrüpp hervorragt; 
niedriger Busch ist hier überall an Stelle des Urwaldes getreten. Die Häuser 
der Faktoreien kommen erst spät in Sicht, da sie nicht an der See, sondern am 
Nyong-Flufs liegen. 
Ankerplatz. Einen guten Ankerplatz findet man, wenn man die nörd- 
lichsten Häuser der Faktoreien in O bis OzN bringt und auf diesem Kurse 
an die Küste herandampft. 
Die Tiefen nehmen langsam ab, der Ankergrund auf 9 bis 6m Wasser ist 
überall gut, Sand und Schlick. 
Hafenzeit, Hafenzeit für Klein-Batanga ist 5" 25”, mittlerer Hub 1,2 m, 
Landung. Man landet vor den Faktoreien; dies ist mit Brandungsbooten 
fast immer gut ausführbar. Will man in den Flufs einlaufen, mufs man die Barre- 
brandung passiren. Man halte dabei auf die Mitte des niedrigen Buschwerkes 
des rechten Flufsufers zu, bis man den Flufs vollständig offen sieht. Dann ist 
das Boot innerhalb der Brandung und kann auf die Faktoreien zusteuern. Das 
Auslaufen aus dem Flufs geschieht entsprechend; es ist wesentlich leichter, weil 
sich die Brandung von innen besser beobachten und verfolgen läfst. Die Barre 
ist in den trockenen Monaten sehr gut und gestattet fast immer die Einfahrt gut 
geleiteter Boote, auch Dampfboote. In der Regenzeit ist sie schlecht passirbar. 
Gelandet wird dann nur vor den Faktoreien. Der Fluß ist sehr fischreich. 
. Von Klein-Batanga bis Londji.') 
Einige hundert Meter südlich der Faktoreien hebt sich der Urwald wieder 
zu seiner vorherigen Höhe empor und wird nur einmal durch den Lokundje-Flufs 
unterbrochen, an dessen Mündung einige Negerhütten stehen. Im Uebrigen zeigt 
die Küste keine Eigenheiten. 
Londji. 
In Londji befinden sich deutsche und englische Faktoreien, deren eine in 
einem grofsen, weilsgestrichenen, weithin sichtbaren Hause untergebracht ist. Vor 
dieser Faktorei liegen unmittelbar am Strande grofse Felsen. 
Ansteuerung. Bei der Ansteuerung bringe man den nördlichen dieser 
Felsen in die linke Seite des Hauses. Auf 6 bis 8 m Wasser findet man überall 
einen guten Ankerplatz. Grund: schwarzer Schlick. 
Landung. Felsen bilden eine kleine Bucht nördlich der Faktorei. Es ist 
dadurch stets eine gute Landung, selbst ohne Brandungsboote, ausführbar. Ein 
Landen südlich der Faktorei ist wegen der zahlreichen Steine vor Allem bei 
Hochwasser nicht empfehlenswerth. 
Küste bis Plantation, 
Die Küste ist hier ohne Unterscheidungszeichen, sie verläuft aber nicht 
mehr gleichmäfsig südsüdöstlich, sondern in Windungen in der Hauptrichtung SzW. 
Der Grund in der Nähe des Ufers ist unrein, Landungen sind daher mit Vorsicht 
auszuführen. Der gelbe Sandstrand zeichnet sich weniger gut ab und ist mit 
Felspartien durchsetzt. Der Urwald tritt überall xleichmäfsig bis dicht an den 
Strand heran. 
Plantation. 
Plantation-Faktorei eine gute Landmarke. Hier befinden sich zwei 
deutsche und eine englische Faktorei. Das auf einer Anhöhe gelegene, weifs- 
951 
Deutsche Karte No. 139.
	        
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