250 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1900.
gelbe Sandstrand ist, mit Ausnahme bei Springhochwasser, immer gut zu sehen.
Die Küste ist bis auf die Hundsköpfe rein. An guten Landmarken ist nur der
Elephantenbaum vorhanden. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dafs er über den
umgebenden Urwald um ein Bedeutendes mit dem obersten Theil des Stammes
und der runden Krone hinausragt, und dafs sich südlich davon ein zweiter ähn-
licher und fast gleich hoher Baumstamm befindet, dessen Krone aber nicht die
gleiche Regelmäfsigkeit zeigt.
Suelaba. Die Halbinsel Suelaba spült Jahr für Jahr mehr ab, und Ufer-
befestigungen, die dies verhindern können, sind nicht beabsichtigt. Die wieder-
holt auf Suelaba erbauten Baken sind jedesmal weggespült. Der Urwald auf dem
nördlichsten Theil der Halbinsel ist abgeholzt, die Stämme liegen noch auf dem
sich scharf ablıebenden gelben Sande.
Etwa 1 Sm südlich des Kaps Suelaba ist eine Erholungsstation für Euro-
päer erbaut worden. Das weiße Haus liegt dicht am Strande und hebt sich von
See aus gut ab. Der Hochwald ist an dieser Stelle bis zum Ostufer der Halb-
insel in einer Breite von 40m durchgehauen.
Peilbootsbake. Von den Baken wird die Peilbootsbake dauernd in
Stand gehalten werden. Sie liegt in 3° 48'322“ N-Br 9° 33’ 38” O-Lg und be-
steht aus einer 9m hohen Pyramide mit dreieckigem Toppzeichen.
Malimba. Der Sanaga-Flufs mündet in zwei Hauptarmen, dem nördlichen
Benge und dem südlichen Bungo. Die in der Mündung liegenden Inseln und
Sandbänke sind dauernd starken Veränderungen unterworfen, insbesondere bricht
sich der Fluß in der Regenzeit gelegentlich eine neue Bahn, lagert die mit-
gebrachten Sand- und Schlammmengen an bisher tiefen Stellen ab, die hierdurch
verflachen, und führt sie nach Jahren wieder an eine andere Stelle. Die beiden
Hauptmündungen bleiben aber nach den bisherigen Krfahrungen bestehen, wenn
auch ihre Lage wechselt.
Der Benge ist mit Dampfbooten zeitweise, wenn die Dünung auf See ge-
ring ist, befahren worden; er hat aber weniger Wasser als der Bungo, auf
dessen Barre jedoch eine häufig recht unangenehme Brandung steht. Wiederholt
sind hier schon Boote verloren gegangen.
Ankerplatz. Die Schiffe ankern in der Peilung Deutsche Fakiorei in
mw. O und finden dort auf 16 bis 6m Wasser überall guten Ankergrund.
Hafenzeit. Hafenzeit ist in Malimba 6" 50*, der mittlere Hub be-
trägt 1,3 m,
Faktoreien. In Malimba befindet sich eine englische Faktorei am
Benge und eine deutsche an der See gelegen; vor dieser landen in der Regel
die Boote trotz der, infolge der Brandung, schlechten Landungsverhältnisse.
Bootshafen. Dadurch, dafs sich ein vom Südufer des Bungo sich nordwärts
hinziehender Sand durch Anschwemmungen vergröfsert hat, hat sich ein ausge-
zeichneter Bootshafen gebildet, in dem die auf dem Sanaga verkehrenden Fahr-
zeuge und Boote, die von See aus in den Bungo gefahren sind, einen vorzüg-
lichen Liegeplatz haben.
Der Sanaga. Der Sanaga ist für Dampfboote bis zur Regierungs- und
Missionsstation Edea befahrbar. Er hat zahlreiche Sände, die aber dauernden
Veränderungen ausgesetzt sind. In der Regenzeit wird der Strom bis zu
5 Sm stark.
Durch den Kwakwa Kriek steht der Sanaga mit dem Kamerun - Flufs in
Verbindung. Der Kwakwa ist in der Trockenzeit nur mittelst ganz flacher Boote,
sonst anch mit Heckraddammnfern befahrbar.
Von Malimba bis Klein-Batanga.')
Die Küste behält bis Klein-Batanga südöstliche Richtung, sie ist ebenfalls
mit hohem Urwald bedeckt, und der gelbe Strand ist, wie auch der nördliche
Theil, stets gut sichtbar. Ein kleiner Flufs, der Lotte-Flufs, der nicht schiffbar
ist, mündet 4 Sm südlich des Bungo. Die Küste soll hier ansetzen. Sie ist rein
und der Ankergrund überall gleichmäfsig gut.
Landmarken. Gute Landmarken sind nicht vorhanden. In der Nähe
yon Klein-Batanga hebt sich ein grofser Baum einigermafsen klar von der gleich-
ı3 Deutsche Karte No. 134.