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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Segelanweisung für Kamerun von Suelaba bis Campo-Huk. 
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und letzten Mondviertels. Zur Zeit des Neu- und Vollmondes, besonders am 
zweiten Tage nach Eintritt desselben und bei Hochwasser, ist die Landung 
schwieriger und erfordert außer Sachkenntnifs, guter Boote und guter Boots- 
besatzungen genaue Ortskenntnifs. Zeitweise ist ein Landen, d. h. ein Passiren 
der Brandung auf den Barren bezw. am Ufer, nicht möglich. In der Regel tritt 
dann aber schon nach wenigen Tagen bessere Landungsgelegenheit ein. 
5. Mifsweisung. Die Mifsweisung beträgt 1900 14,5° W, die jährliche 
Abnahme 4. ; 
6. Fluthhöhe.. Bei Nippzeit beträgt der Fluthwechsel 0,8, bei Spring“ 
zeit 1,8 m durchschnittlich. 
7. Landeserzeugnisse, Das Land bringt Palmöl, Palmnüsse, Ebenholz, 
Gummi, Kakao hervor. Der Handel mit Elfenbein ist lebhaft, aber im Abnehmen 
begriffen. Die Gümmi- und Kakaogewinnung macht bedeutende Fortschritte, 
Eingeführt werden die Bedürfnisse der Eingeborenen, Baumwollsachen, Salz, 
Schiefspulver, Rum. 
8, Schiffsausrüstung und Verpflegungsgegenstände. Kohlen sind 
an Land nirgends zu bekommen; gelegentlich geben aber die Handelsdampfer 
auf besonderen Wunsch von ‚den eigenen Beständen ab. Wasser für Waschzwecke 
ist in Kribi-Wasserfall, Klein- und Grofs-Batanga, Campo; gutes Trinkwasser ist 
nur in Campo aus dem Brunnen der deutschen Faktorei von Küderling & Co. 
erhältlich, Durch Vermittlung der Faktoreien und in Grofs-Batanga auch durch 
den dort angesehenen Neger Bobana sind Eier, Ziegen und Schafe, Hühner und 
zuweilen auch Enten in geringer Menge, sowie zeitweise Apfelsinen, Tomaten, 
Mangopflaumen, Alligatorbirnen und andere Früchte erhältlich. Kokospalmen in 
kleineren Gruppen sind sehr häufig; sie tragen meist zahlreiche Nüsse, In allen 
Faktoreien sind eingemachte Efswaaren und deutsches Exportbier zu bekommen. 
Die Bestandmenge wechselt aber je nach dem Verbrauch an Land, mit Sicher- 
heit kann man nicht auf die Abgabe von E(swaaren (besonders nicht von Butter, 
Zucker und Thee) rechnen. Der Wildbestand ist gering, nur wilde Tauben sind 
sehr häufig. 
9. Schiffahrt. Die Schiffahrt wird in der Hauptsache von den Dampfern 
der. Woermann-Linie betrieben, die die einzelnen Plätze regelmäfsig jeden 
Monat auf der Aus- und Heimreise aufsuchen; bei den wichtigsten legen auch 
die Dampfer der englischen British and African Steamship Company an. 
Telegraphenkabelverbindung ist nicht vorhanden. 
10. Baken. Aus der Vermessungszeit sind noch zahlreiche Baken stehen 
geblieben, die aber infolge des raschen Faulens des Holzes nur eine sehr be- 
schränkte Lebensdauer haben werden. 
11. Klima, Das Klima gleicht im Allgemeinen durchaus dem von 
Kamerun... Vom Mai bis September regnet es sehr reichlich, vom Dezember. bis 
März herrscht grofse Trockenheit und Hitze. Nebel kommen besonders häufig 
im Dezember und Januar vor, sie beginnen nach Mitternacht und dauern mit 
grofser Regelmäfigkeit nur bis gegen 10" a. Tornados sind besonders häufig 
und heftig in den Uebergangszeiten Oktober—November und April, sie kommen 
aber zu allen Jahreszeiten vor und setzen in der Regel vom Lande ein; kommen 
sie von See, sollen sie sich durch besondere Heftigkeit auszeichnen. — Die See- 
briese weht sehr regelmäfsig, besonders in der Trockenzeit; die Landbriese ist 
weniger kräftig und seltener. 
12. Eingeborene Bevölkerung. Im Norden wohnen die. Bulid-, im 
Süden die Pangwe-Leute, beides sind wenig sefshafte Volksstämme,: die noch 
häufig durch Unzufriedenheit, Gier nach dem KEigenthum der Weifsen und den 
Ehrgeiz ihrer Führer veranlafst, sich Unbotmäfsigkeiten zu Schulden kommen 
lassen, um nach der Bestrafung wieder für Jahre ruhig und friedlich zu sein. 
Die Strandbevölkerung besteht durchweg aus friedlichen Leuten, die etwas Acker- 
und Plantagenbau zu treiben versuchen und sich dem Fremden ‚stets gefällig 
erzeigen. 
Von Suelaba bis Malimba.!) 
Die Küste von Suelaba bis Malimba erstreckt sich ziemlich grade und 
gleichmäfsig südsüdöstlich. Sie ist flach und ‚sandig und stark bewachsen. Der 
Ü Deutsche Karte No. 124
	        
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