accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Sa 
„4X 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1900. 
Montevideo. 
Bemerkungen über Lootsengeld und Quarantänestrafgeld. 
Bericht des Kapt. H. Niemann, Bark „Emma Baner“, April, Mai 1899. 
Kapt. H. Niemann von der Bark „Emma Bauer“, der Montevideo im 
April und Mai 1899 besuchte, schreibt: „Die Seelootsen für den Rio de la Plata 
;ind zur Zeit fast alle Eingeborene. Man trifft sie bereits auf der Höhe von 
Kap Santa Maria an. Ihre Taxe ist hoch, aber sie lassen mit sich handeln, wo- 
bei man indessen sehr vorsichtig sein mufs. Ich akkordirte mit meinem Lootsen 
klipp und klar, dafs er uns für 3 £ Sterling nach der Rhede von Montevideo 
bringen sollte. Dorf angekommen, forderte er aber 13 £ mit der Behauptung, 
lals er es so verstanden hätte. Hätte er nicht ein Lootsenpatent von Uruguay 
gehabt, so würde er mit seiner Forderung vom Hafenmeister in Montevideo 
wohl schroff abgewiesen worden sein. So aber war man so nachsichtig, dafs 
man einen Vergleich zu Stande zu bringen suchte. Ich wurde zum Hafen- 
meister gebeten, bekam diesen aber nicht zu sehen; an seiner Stelle schlichtete 
ein Unterbeamter die Sache dahin, dafs ich, um weiteren Unannehmlichkeiten 
aus dem Wege zu gehen, dem Lootsen 8 £ (40 Doll.) bezahlte. Wie man mir 
sagte, sind derartige unberechtigte Mehrforderungen der Lootsen in Montevideo 
schon oftmals vorgekommen und stets in ähnlicher Weise zu Ungunsten des 
Schiffes geregelt worden. Bei unserer Ankunft ereignete sich Folgendes: 
Nachdem "der Dampfer der Sanitätsbehörde das Schiff verlassen hatte und 
ans, da Alles in Ördnung befunden, der freie Verkehr mit dem Lande aus- 
jrücklich gestattet worden war, kamen die Dampfer mit den Gehülfen der 
Makler längsseit, und die Herren sprangen natürlich gleich an Bord. Unglück- 
licherweise geschah dies, ehe die gelbe Quarantäneflagge im Vortopp herunter- 
genommen worden war, und mufste deshalb das Schiff sowohl als auch jeder der 
beiden Makler 10 Doll. Bufse bezahlen. Eine Reklamation durch das deutsche 
Konsulat scheint ohne Erfolg geblieben zu sein.“ 
Segelanweisung für Kamerun von Suelaba bis Campo-Huk. 
Allgemeines.) 
1. Die Küste. Die Küste ist im Allgemeinen ziemlich gleichförmig. 
Gleichmäßig hoher Urwald tritt bis dicht an das Ufer heran, und dieses bietet 
daher nur wenige gute Landmarken. Nur zwei Berge sind wirklich charakte- 
ristisch, der Nisus-Berg und der Elephanten-Berg, ersterer im Hinterlande von 
Kribi in ungefähr 2° 53‘N-Br und 10° 8‘ O-Lg, letzterer südöstlich von Groß- 
Batanga gelegen in 2° 49 N-Br und 10° O-Lg. Der Nisus-Berg hat die Form 
aines abgestumpften Kegels, der Elephanten-Berg gleicht, von W gesehen, einem 
liegenden Elephanten, von S ist er ein stumpfer Kegel, an dessen südlichem 
Theile eine steil abfallende Felsenwand besonders auffallend ‚ist. 
Flüsse münden drei, der Sanaga bei der Malimba-Spitze, der Nyong bei 
Klein-Batanga und der Campo-Flufs in der Campo-Bucht, 
— 2. Südliche Landesgrenze. Das südliche Ufer des Campo-Flusses, von 
dessen letztem Wasserfall an bis zur Mündung, und das Südufer der Campo-Bucht 
bilden die Grenze zwischen dem deutschen Schutzgebiet Kamerun und der fran- 
zösischen Colonie du Congo francais. 
3. Europäische Ansiedelungen. Es besteht nur eine größere An- 
ziedelung an der Küste, die in Kribi. 
Kleinere europäische Ansiedelungen sind auf der Malimba-Spitze, in Klein- 
Batanga, Londji, Plantation, Grofs-Batanga und Campo vorhanden. In Campo 
befinden sich eine deutsche Zollstation und ein französischer Grenzposten. 
4. Landung. Die Landung ist an Stellen der Küste mit Brandungsbooten 
ausführbar: sie ist stets am leichtesten bei Niedrigwasser und zur Zeit des ersten 
1) Deutsche Karten: No, 184. Von der Kamerun- bis zur Nyong-Mündung. No. 139. Von 
der Nvone-Mündung bis Grofs-Batanga. No. 147. Von Grofs-Batanga bis Campo.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.