Mogador.,
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davon waren deutsch: 46 Dampfer mit 43116 t und englisch 43 Dampfer mit
40823 t und 4 Segelschiffe mit 824 t.
Einfuhr: Zucker, Thee, Baumwollwaaren, Kurzwaaren, Lichte u. s. w. im
Werthe von 5250 767 M. (1896). .
Ausfuhr: Mandeln, Gummi, Olivenöl, Felle, Wolle, Wachs u. 8. w. im
Werthe von 5 706 200 M. (1896).
Von deutschen Dampfern laufen die Woermann-Linie und die Oldenburg-
Portugiesische Dampfschiff-Rhederei den Hafen monatlich einmal an. Aufserdem
besteht regelmäfsige Verbindung mit Marseille durch französische Dampfer 2 mal
monatlich, mit London durch englische alle 8 Tage und mit Barcelona durch
spanische einmal monatlich. Aufserdem unterhalten Frankreich, England und
Spanien durch ihre Konsulate Postverbindung über Land mit Tanger durch
Kuriere. Jedes Konsulat hat drei Kuriere, die jede Woche die Tour Mogador—
Tanger und zurück machen.
Seefischerei wird trotz des grofsen Fischreichthums nur in Ruderbooten
für den lokalen Bedarf betrieben. Die beinahe ständig wehbenden steifen nörd-
lichen Winde erschweren zudem das. Auslaufen der Boote.
Schiffsausrüstung. Die marokkanische Regierung hält in Mogador für
ihre beiden Dampfer ein Kohlenlager von 200 bis 300 £ durchschnittlich; ebenso
hat die französische Dampferlinie Compagnie N. Paquet Kohlenvorräthe von 100
bis 200 t auf Lager. Im Nothfalle sind durch Entgegenkommen der beiden
Eigenthümerinnen 50 bis. 100 t zu erhalten. Die Kohlen sind von Cardiff
eingeführt. ;
Frischer Proviant, als Fleisch, Gemüse, Eier, Geflügel und Schlacht-
vieh, ist in ausreichender Menge zu kaufen. ;
Ochsenfleisch kostet 0,50 bis 0,60 Pesetas pro kg, Hammelfleisch 0,60 bis
0,70 Pesetas, Hühner 0,50 bis 0,75 Pesetas, 1 Hammel 1*/2 bis 2'/a Pesetas,
} Sack voll Gemüse 2 Pesetas.
Trinkwasser wird durch eine Wasserleitung vom Flusse Wadi-el-Ghored
in die Stadt geleitet. . Ein Wasserbehälter befindet sich in der Nähe des See-
thores. Dort können Boote bei Hochwasser ihre Fässer füllen. Der Preis ist
etwa 2 Pesetas für 10001 und ist zu vereinbaren.
Auskunft für den Schiffsverkehr, Deutscher Vice-Konsul ist Herr
Maur, in der Firma Weifs & Maur. Das Konsulat ist dicht an der Nordwest-
batterie der Stadt. Die Firma. Weifs & Maur ist Vertreter der Woermann-
Linie, der Oldenburg-—Portug. Dampf.- Ges. und des Vereins Hamburger
Assekuradeure. .
Casablanca. ©)
Bearbeitet nach dem Reisebericht S, M. S. „Charlotte“, Kommandant Kapt. z. S. Vüllers,
Januar 1900, den Fragebogen des deutschen Konsuls in Casablanca 1899, der Kapitäne R. Henneberg,
D. „Ella Woermann“, Februar 1898, und F. Martens, D. „Anna Woermann“, März 1898,
(Hierzu Tafel 9.)
Casablanca oder Dar el Baida liegt etwas östlich vom Kap Dar el Baida,
etwa in der Mitte zwischen Rabat. und Mazagan. Die geographische Lage des
alten Forts ist 33° 36’ 20“ N-Br, 7° 33‘ 30” W-Lg.
Landmarken. Zwischen dem Kap Fedala und dem Kap Dar el Baida
erblickt man, vom Norden kommend, einige Grabmäler, von denen eins auf einem
etwa 120 m hohen Hügel steht. Die Stadt mit ihrer weißen Ringmauer, ihren
Thürmen und weißen Häusern ist schon von Weitem gut kenntlich. Beim Näher-
kommen tritt auch das Kap Dar el Baida gut hervor, während der Leuchtthurm,
der nur aus einer Laterne mit eisernem Dreifufs auf einem platten Dach in der
Nähe des Landungsplatzes besteht, auch in der Nähe schwer aufgefunden
werden kann.
Ansteuerung der Rhede. Die Rhede von Casablanca wird in ihrem
inneren Theil durch das Kap Dar el Baida und die ihm etwa !/a Sm weit vor-
gelagerten Riffe gegen westliche und südliche Winde geschützt. Das Kap mufs
in einem Abstande von etwa 3 Sm passirt werden, da außerhalb: der Riffe noch
ty Siehe „Ann. d. Hydr. ete.“, 1893, S. 70, 1895, S, 467, 1896, S. 98.