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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1900, 
gebracht. Die zollamtliche Behandlung erstreckt sich nur auf die durch das 
Zollamt gehenden Güter. Die Schiffe sind der zollamtlichen Kontrolle nicht 
unterworfen. Ein Manifest ist erforderlich. 
Gezeiten. Die Hafenzeit von Mogador ist 1" 18”, die Fluthhöhe beträgt 
bei Springtide 3 bis 4 m. Die Gezeiten selbst sind regelmäfsig, während die 
meistens sehr schwachen Gezeitenströme in ihrer Richtung sehr vom Winde 
abhängig sind. Auf der Außenrhede ist die Strömung während der Winter- 
monate unregelmäfsig, in den Sommermonaten dagegen setzt der Strom gleich- 
mäfsig südwärts. 
Hafenanlagen sind nicht vorhanden. Leichter und Boote legen bei Hoch- 
wasser an der Kaimauer beim Seethor an. Aufserdem ist noch ein kleines durch 
eine Mauer gegen Secegang geschütztes Bassin westlich vom Seethor vorhanden, 
in dem Boote und Leichter bei Hochwasser löschen können. An der Kaimauer 
des Bassins ist ein Krahn für Handbetrieb, mit 1 bis 2 t Hebekraft. Die Wasser- 
tiefe an den Kaien beträgt bei Hochwasser 2 bis 3,5 m. Bei Niedrigwasser 
fallen die Kaien trocken und die Güter werden aus den etwa 300 m entfernt 
liegenden Leichtern durch Träger etc. an Land geschafft. Die Boote müssen 
dann an dem vor dem Seethore liegenden Riff anlegen, durch das nur ein 
schmaler Kanal führt. Bei unruhiger See sollte man die Einfahrt nur unter 
Führung eines Ortskundigen unternehmen. 
Die jeweiligen Zollbeamten versehen auch den Dienst der übrigen Hafen- 
behörden. Das Zollamt liegt vor dem Seethore. Vier grofse Zollmagazine sind 
vorhanden, die von der marokkanischen Regierung unterhalten und unentgeltlich 
zur Verfügung der Kaufleute stehen. 
Hafenkosten. Aufser dem MLootsengeld sind folgende Abgaben zu 
entrichten: 
20,00 Pesetas. 
14,50 
3,75 
5,00 
43,25 Pesetas, 
Die Stadt Mogador, von den Eingeborenen Suirah, d. i. die Prächtige, 
genannt, soll um 1760 vom Sultan Muhammed ben Abdallah gegründet worden 
sein. Die Anlage der neuen Stadt geschah nach Plänen des Genueser Ingenieurs 
Cornut. Die Stadt liegt auf einem wenig über die See emporragenden Felsen- 
riffe und ist ringsum von einer starken Mauer umgeben, während auch ihr 
Inneres durch Mauern in drei streng von einander gesonderte Theile geschieden 
ist. Der beste Theil ist die sogenannte Kasbah, die nahe beim Hafen liegt und 
die Wohnungen der Europäer, Regierungsgebäude u. s. w. umfafßst. An die Kasbah 
schließt sich in nordöstlicher Richtung die eigentliche Stadt, Medina genannt, 
an. Hier wohnen durchweg Mauren und Araber. Das dritte Quartier heißt 
Mellah und ist das Judenviertel. Dieser Stadttheil ist eng und schmutzig. 
Die Stadt weist namentlich in den beiden schöneren Theilen recht statt- 
liche Gebäude auf, die meistens ein oder zwei Stockwerke besitzen. Verschiedene 
Thore, die aber bei Sonnenuntergang geschlossen und erst bei Sonnenaufgang 
wieder geöffnet werden, führen ins Freie. Befestigungswerke sind in gröfserer 
Zahl vorhanden, jedoch alle ziemlich verwahrlost. Auf einem Riffe im Südwesten 
der Stadt befindet sich ein Thurm, der mit dem Lande durch eine steinerne 
Brücke verbunden ist. 
Die niedrige Lage von Mogador hat zur Folge, dafs die Stadt bei hohen 
Springfluthen vollständig vom übrigen Festlande abgetrennt wird, weshalb auch 
die ins Innere führende Strafse zum Schutze gegen die regelmäfsig wieder- 
kehrenden Ueberfluthungen durch hohe Steindämme geschützt ist. 
Mogador hat etwa 18000 Einwohner; drei deutsche Geschäftshäuser sind 
am Ort. Das Klima ist gleichmäfsig und angenehm und kann als ein günstiges 
bezeichnet werden, 
Handelsverkehr. Im Jahre 1898 besuchten den Hafen: 
134 Dampfer mit 114214 t mit Ladung 
5 » » 6000 t in Ballast 
2 Segelschiffe „ 506 t mit Ladung 
4 824 t in Ballast,
	        
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