accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Mogador. 
243 
Peilungen von Ost bis Süd erscheinen die vier Gipfel frei von einander. Näher 
kommend, bemerkt man die Insel Mogador und bald darauf die Stadt, die mit 
ihren weißen Häusern weithin sichtbar ist. 
Ansteuerung, Die Ansteuerung der Rhede ist unter Benutzung der oben 
beschriebenen Landmarken einfach. Man mache etwa.auf der Höhe von Djebel 
Hadid Land und steuere dann mit dem südwärts setzenden Strome längs der 
Küste. Schiffe mit über 6 m Tiefgang müssen auf der Aufsenrhede ankern; den 
besten Ankerplatz findet man auf 27 bis 28 m Wasser, Grund dunkler Sand und 
Schlick in der Deckpeilung der beiden viereckigen mit Erkerthürmchen ver- 
sehenen Thürme der Hafenbatterie beim Zollhause, in etwa SO. Bei gutem 
Wetter kann man in derselben Peilung auch dichter unter Land auf etwa 24 m 
Wasser ankern, Bei schlechtem Wetter soll sich hier jedoch schon Brandung 
zeigen, so dafs in solchen Fällen der äufsere Ankerplatz aufzusuchen ist. Süd- 
westlich von der genannten Deckpeilung sollte nicht geankert werden, da dort 
der Boden felsig ist und die Anker häufig verloren gehen. Ebenso ist der 
Ankerplatz südlich von der Insel Mogador, der gelegentlich von Schiffen bei 
starken nördlichen Winden aufgesucht wird, nicht zu empfehlen; die Riffe südlich 
von der Insel sowie die Untiefen in der Nähe des Strandes sollen sich weiter 
hinaus erstrecken, als in der Karte angegeben. 
Die innere Rhede, oder der Hafen von Mogador, ist nach Norden 
durch das vor der Stadt liegende Riff und nach Westen durch die 29 m hohe 
und von grofsen Felsen und Riffen umgebene Insel Mogador theilweise geschützt, 
Die Wassertiefen im Hafen betragen 5!/a bis 9'/ m; der Grund besteht aus 
Riffen, die mit einer dickeren oder dünneren Sandschicht bedeckt sind. Wegen 
des beschränkten Raumes und des schlechten Ankergrundes gestattet der Hafen 
nur bei schönem Wetter ein sicheres Liegen. Sobald schlechtes Wetter auf- 
kommt, müssen die im Hafen liegenden Schiffe sofort die äufßsere Rhede zu 
erreichen suchen; schon bei mäfsiger Dünung steht quer über die Einfahrt eine 
solche Brandung, dafs es selbst für Dampfer schwierig ist, auszulaufen. 
Zwei Einfahrten führen in den Hafen, die Nordeinfahrt und die Süd- 
einfahrt; letztere kommt jedoch wegen der geringen Wassertiefen, die beständig 
abnehmen, nicht in Betracht... Die Nordeinfahrt hat 10 bis 14 m: Wasser und ist 
etwa 3 Kblg. breit. Beim Einsteuern bringe man das weithin sichtbare Grabmal 
von Sidi Mogodol in etwa SOzS-Peilung und verfolge diesen Kurs, der mitten 
durch die Nordeinfahrt führt, bis eine Palmengruppe am Südostende der Stadt 
in der Nähe des Marokko-Thores in eins oder eben frei von der Südostspitze 
der Stadt kommt. Gleichzeitig erblickt man die Batterie auf der Nordwestspitze 
der Insel Mogador in eins mit der Nordosthuk der Insel. Hier findet man einen 
guten Ankerplatz auf etwa 9 m Wasser, Grund weicher Sand. Etwas nordöstlich 
von diesem Ankerplatze liegt ein durch eine Tonne bezeichnetes Wrack. 
Ankerplatz beim Kap Sim, Bei den häufigen Nordost- und Nordnordost- 
stürmen findet man südlich vom Kap Sim, 8 Sm südlich von Mogador, einen 
geschützten Ankerplatz. Das Kap passire man in mindestens 2 Sm Abstand und 
halte dann mit etwa Ostkurs auf das weiflse viereckige Gebäude zu, das man 
nahe am Strande erblickt, bis man eine Wassertiefe von 20 bis 22 m erreicht 
hat; hier ankere man. Will man noch näher an Land ankern, um besser unter 
dem Schutz des Kaps zu liegen, so gebrauche man dabei die gröfste Vorsicht, 
Das Wasser ist hier auch auf gröfseren Tiefen meistens gelb und schlammig. 
Lootsenwesen. Es ist nur ein Privatlootse vorhanden, der keiner Aufsicht 
und keinem Gesetz unterworfen ist. Er kommt nur auf besonderes Verlangen 
den in den Hafen einlaufenden Schiffen in einem kleinen Boote entgegen, fährt 
dann voraus und zeigt eine rothe Flagge. Sobald die Flagge niedergeht, ist zu 
ankern. Der Lootse ist zuverlässig, Das Lootsengeld beruht auf Vereinbarung 
und beträgt gewöhnlich für Ein- und Auslootsen 1 £ Sterling. 
Gesundheitspolizeiliche und zollamtliche Behandlung. Der ärztliche 
Besuch mufs abgewartet werden. Ein Gesundheitspafs wird stets verlangt, Bei 
Epidemien richtet sich die Gesundheitsbehörde gewöhnlich nach den Maß- 
nahmen, die in Gibraltar getroffen werden. Schiffe mit unreinem Gesundheits- 
pafs werden meistens nach Vigo oder Mahon geschickt, da in Mogador keine 
Vorrichtungen zur Desinfektion vorhanden sind. Die von Mekka heimkehrenden 
Pilger werden 14 Tage lanıyr auf der Insel Mogador zur Beobachtung unter-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.