242 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1900.
passirt hat. Wenn man ohne Lootsen in den Hafen einlaufen mufs, steuere man
möglichst dicht am Wellenbrecher entlang und ankere, wo Platz ist.
Hafeneinrichtungen. Der östliche Wellenbrecher hat nicht die in der
britischen Admiralitäts-Karte von 1893 angegebene gerade Form, sondern ist nach
dem Lande zu etwas gekrümmt (siehe „Aun. d. Hydr. etc.“ 1896, S. 301). Die
Arbeiten am östlichen Wellenbrecher sind jetzt eingestellt, so dafs er als vollendet
angesehen werden kann. Dagegen wird an dem südlichen Wellenbrecher noch gebaut.
Höhenmessungen der Sonne zur Chronometerkontrole macht man zweck-
mäfsig am Strande beim La Luz Castle, dessen genaue Lage in der britischen
Admiralitäts-Karte von 1893 angegeben ist.
Bemerkungen über San Sebastian (Canarische Inseln).
Aus dem Reisebericht S. M. S. „Charlotte“, Kommandant Kapt. z. S. Vüllers. Januar 1900.
Hierzu eine Ausicht von Port Gomera aus der ungefähren Peilung des Thurmes mw. NzW etwa
2 Sm Abstand. Die ungefähre Lage des Ankerplatzes von S. M. S. „Charlotte“ ist angegeben.
San Sebastian oder Port Gomera ist eine kleine Bucht mit dem ver-
steckt in einer Ecke liegenden kleinen Ort gleichen Namens, der nur geringe
Handelsbedeutung hat. Die Aufsuchung des Änkerplatzes mitten vor der Bucht
macht keine Schwierigkeiten, da die Küste frei von Untiefen ist. Die auf der
Höhe hinter S. Cristobal-Huk stehende Windmühle ist eine weit sichtbare Land-
marke bei der Ansteuerung von SW und S her. Von W die Küste entlang
kommend, wird der Ort selbst infolge seiner versteckten Lage erst ziemlich spät
gesichtet. Ein freistehender Thurm links vom Orte ist eine gute Landmarke.
Beim Kentern des Stromes zeigten sich vorübergehend ganz unregelmäßige
Strömungserscheinungen, welche einmal das Schiff in wenigen Minuten voll
herumschwoien ließen mit einer Drehgeschwindigkeit, wie sie kaum bei einer
Drehung mit Hartruder erreicht wurde,
Ankerpflatz S.M.S..„Charlotie” in Port Gomera
1 Oerviota Fuk WSW SW
2 Thurm AxWIRW
3 Mühle 3XO
1
Mogador.”)
Bearbeitet nach dem Reisebericht S. M. S. „Charlotte“, Kommandant Kapt. z. S. Vüllers,
Februar 1900, und den Fragebogen über Mogador vom Kaiserlichen Vice-Konsul v. Maur, 1899,
Kapt. F, Martens, D. „Anna Woermann“, März 1898, und Kapt, R, Henneberg, D. „Ella
Woermann“, Februar 1898, ergänzt nach englischen Quellen.
(Hierzu Tafel 8.)
Allgemeines, Mogador liegt an der gleichnamigen Bucht, die einen durch
die Insel Mogador und das von der Stadt sich seewärts erstreckende Riff theil-
weise geschützten Hafen bildet. In Bezug auf den Umfang ihres Handels-
verkehrs steht die Stadt an dritter Stelle unter den Häfen Marokkos. Die Lage
des englischen Konsulats ist 31° 30‘ 52“ N-Br, 9° 36’ 40“ W-Lg.
Landmarken. Die besten Landmarken sind die vier Gipfel des Djebel
Hadid (Eisernes Gebirge) nordöstlich von Mogador, die eine Höhe von 703 m
erreichen und etwa 30 Sm weit sichtbar sind. Am auffälligsten ist der dem
Meere zunächst gelegene Berg mit dem Grabmal des Sidi Wasman. In den
i) Siehe „Ann, d. Hydr. ete.“, 1893, S, 71, und 1896, S. 98.