12 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1900,
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sich regelmäfsig fast auf jeder Reise von 40° S-Br bis zum Kap Sau Antonio
stark nach Nordosten, und zwar 20 bis 24 Sm.
Den Medano - Leuchtthurm sichtete „Ammon“ am 8. September 1899 und
passirte ihn in etwa 7 Sm Abstand auf 10 bis 10'/2 Faden (18 bis 19 m) Wasser.
Ueber den Ort des Medano - Leuchtthurmes scheint Unsicherheit zu bestehen.
Kapt. Danielssen schreibt:
„Leider weiß Niemand genau, wo dieser Thurm steht. Im englischen
Leuchtfeuer - Verzeichnifs ist der Thurmort angegeben zu 36° 53,3‘ S-Br und
56° 41‘ W-Lg v. Greenw., ebenso in den englischen Karten No. 2522 und 1324.
Sowohl ich als meine Offiziere sind der Meinung, dafs das Leuchtfeuer auf dem
Ellbogen des Landes in 37° S-Br steht, trotz der erwähnten Angaben, Für meine
Annahme spricht der Umstand, dafs der Kosmos - Dampfer »Karnak«, der vor
etwa 20 Jahren an der südlichen Ecke der Medano - Bank festkam, heute noch
etwa 1 Sm südlich vom Medano-Leuchtthurm zu sehen ist.“ Ein anderes Wrack
liegt 2 Sm nördlich vom Thurm; es ist eine Bark, die bis zur Ballastlinie im
Wasser steht, mit dem Bug nach Süden. Die drei Untermasten stehen noch;
infolgedessen ist das Wrack eine gute Marke für Schiffe, die bei unsichtigem
Wetter von Norden kommen und den Leuchtthurm nicht sehen können. Um
Genaueres über die Lage des Medano-Thurmes zu erfahren, erkundigte sich Kapt.
Danielssen im Hafenamt von Montevideo danach, aber dort wußte man weder
vom Dasein dieses Thurmes, noch von den dort liegenden Wracks etwas. Ein
Nachtrag von 1596 für den englischen „South America Pilot“ (I. Theil, Seite 297)
besagt nun allerdings, dafs der Medano-Leuchtthurm etwa 7 Sm nördlich von der
Huk Medano liege; wegen dieses Widerspruches ist es wünschenswerth, dafs die
in jenen Gewässern verkehrenden Kapitäne die Angaben Danielssens prüfen
und womöglich bestätigen. Denn es ist allerdings von gröfster Wichtigkeit,
Gewifsheit darüber zu erlangen, in welcher Lage der Medano - Leuchtthurm sich
wirklich befindet.
Ein anderes Wrack, das auch als gute Seemarke dienen kann, sah Kapt,
Danielssen 9 Sm südöstlich vom Kap San Antonio; „Ammon“ passirte dieses
Wrack in etwa 5 Sm Abstand auf Wassertiefen von 8 Faden (14,6 m). Die drei
Untermasten des Wracks liegen in der Richtung NWzN in eins; das Schiff spült
eben im Wasser, das Vorderschiff liegt etwas höher. Die Grofsmarsstänge des
Wracks ist ebenfalls noch erhalten.
Zwischen Medano-Huk und Kap San Antonio steuerte „Ammon“ mit
etwas westlicherem Kurse ebenfalls längs der Küste auf Tiefen bis 8*/2 und
8 Faden (15,5 und 14,6 m). Vom Wrack bei San Antonio an wurde Kurs rw,
Nord genommen, um innerhalb der Englischen Bank auf die Rhede von Montevideo
zu laufen. Kapt. Danielssen empfiehlt auf Grund seiner langjährigen Erfahrungen
diesen Weg, weil er 80 bis 90 Sm kürzer als der Umweg um die Aufsenkante der
Englischen Bank herum ist; beim Kreuzen der La Plata - Mündung auf diesem
Kurse hat er dabei nie starke Stromverseizung gehabt. Bei der hier beschriebenen
Reise erwartete Kapt. Danielssen schwierige Umstände, weil es drei Tage nach
Neumond war und weil viel Wasser im Flufsgebiet zu erwarten war, aber
dennoch betrug die Versetzung nach Osten auf der ganzen Strecke nur 4 Sm,
Kapt. Danielssen meint, dies sei die stärkste Versetzung, deren er sich über-
haupt erinnere. Für diesen Kurs ist allerdings eine gute Ortsbestimmung, am
besten beim Kap San Antonio, unbedingt erforderlich, auch gehört dazu genaue
Kenntnifs der Kompasse, fleifsiges und genaues Lothen sowie genaues Steuern.
Kap San Antonio ist niedrig und daher nicht weit sichtbar; von ihm aus
nach Norden steuernd, wird man meist zuerst das zweimastige Punta Piedras-
Feuerschiff in Sicht bekommen; nachts hüte man sich davor, die Lichter ver-
ankerter Schiffe mit diesem Feuer zu verwechseln.
2. Yon Buenos Ayres nach Bahia Blanca (mit Bemerkungen über Bahia Blanca).
Nach einem Bericht des Kapt. H. Hansen, Hbe. Südam.-Dampfer „Tucuman“,
Vom Punta Indio - Feuerschiff steuerten wir SOzO, bis Punta Piedras-
Feuerschiff S/W peilte, dann änderten wir den Kurs auf SSO. Bei Niedrig-
wasser mittlerer Tide habe ich nicht unter 7 m (23) gelothet. Punta Piedras-