Maurer: Prüfung eines neuen Anemöimeters von R. Gradenwitz, 931
Messen wir die Länge der Skala im Falle II statt vom Ruhemeniscus an vom
oberen‘ Rohrende aus, so werden diese Abstände a + b=w- Re direkt pro-
portional zur Winkelgeschwindigkeit w, also auch zur Tourenzahl z, da z —
ist. Nun hat die Prüfung des Apparates gezeigt, dafs innerhalb gewisser Ge-
nauigkeitsgrenzen die Windgeschwindigkeit zwischen 6 und 16 N Na RE direkt
proportional der Tourenzahl gesetzt werden kann. Da diese ihrerseits wieder
direkt proportional zum Abstand des tiefsten Punktes der Flüssigkeitsoberfläche
vom oberen Rohrende sich ergeben hat, so folgt das interessante Resultat:
Unter den genannten Einschränkungen sind die Abstände des
tiefsten Punktes der Flüssigkeitsoberfläche vom oberen (ebenen) Ende
des Glasrohres direkt proportional zur Windgeschwindigkeit.
Eine Prüfung der Theorie an der Skala des Apparates I war unthunlich
bei der Kleinheit dieser Skala (34 mm im Ganzen). Geeigneter erschien hierzu
die 87 mm lange Skala des zweiten Modells, welche einem Intervall von 1000
bis 6000 Touren in der Minute entsprach. Freilich konnte der innere Radius
des Glasrohres und der Abstand des Ruhemeniscus von dem in der Fassung ver-
borgenen oberen Glasrohrende nicht genau gemessen werden. Kin Nachmessen
der Skalentheile zeigte aber, dafs diese vom Theilstrich 2000 an gleichmälfsig
waren. Da der 'lheilstrich 2000 18 mm unter dem Ruhemeniscus liegt, folgt
dann aus unserer Theorie, dafs das obere Glasrohrende ebenso viel über dem
Ruhemeniscus liegen müsse; wir setzen also b= 18, Messen wir den Abstand
des Theilstriches 6000 vom Ruhemeniscus, so finden wir 90 mm. Mithin ist für
z = 6000 d. bh. für w = Sn = 200% a-}b == 108 mm. Wir können dann
die Gleichung (3) zur Berechnung des lichten Radius des Glasrohres verwenden,
Wir erhalten: —
__a-+byı/g _ 108 1/9810 _
RS Vi = 5000 VS = 1.
Rechnet man mit diesen Werthen nach der Theorie die Meniscus-Senkungen
aus, so ergiebt sich:
1000
1500
2000
2500
3000
3500
1000
4500
5000 ;
5500
6000
zZ.
a (berechnet) a (gemessen)
4,5 3,5
10,1 9,5
180 18,0
27,0
36,0
45,0
54,0
63,0
72,0
81,0
90,0
Die Differenzen bei Werthen von z << 2000 erklären sich aus der Depression
des Ruhemeniscus in der Mitte durch die kapillare Erhöhung am Rande wegen
der Adhäsion zwischen Glycerin und Glas, die in der Theorie nicht berück-
sichtigt wurde. Auch ist anzunehmen, dafs das Ende des Glasrohrs nicht eben
ist, so dafs erst bei höheren Tourenzahlen eine bessere Uebereinstimmung mit
den Formeln, die unter Annahme einer ebenen Endfläche abgeleitet sind, zu er-
warten ist. Addirt man zu den Zahlen a 18,0, milfst also die Distanzen des
tiefsten Punktes der Flüssigkeit vom oberen Glasrohrende, so wird das Verhältnifs
z 1000
. a8 = "ig = constans
von z= 2000 an. ;
Sollten die angenommenen Werthe R = 4,01, b == 18,0 nicht mit der
Wahrheit stimmen, so mufs doch, da im unteren Theile der Skala einer Zunahme
von z um 1000 eine Zunahme von a um 18 entspricht, wegen der Beziehung
da _ Ry®
da =