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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Die Insel Barbados. 
Wind und Wetter. Die Insel liegt während des gröfsten Theiles des 
Jahres im Kern des Passates, der hier östliche Richtung hat, nur in den Sommer- 
monaten der nördlichen Hemisphäre, besonders vom Juli bis Oktober, tritt durch 
die nördliche Verschiebung der äquatorialen Passatgrenze öfter eine Störung des 
Passates ein und schwache südliche und südwestliche Winde treten an dessen 
Stelle. Orkane sind hier seltener als auf den nördlicher gelegenen Inseln, kommen 
aber gelegentlich vor. Im Winter kommen, wenn auch sehr selten, Störungen 
des Passates im Anschlufs an die Norder des Golfes von Mexiko vor. Im 
Uebrigen siehe das Segelhandbuch für den Atlantischen Ozean. 
Ansteuerung. Vom Nordosten oder Südosten kommende Schiffe sollten so 
steuern, daß sie 2° östlich von der Insel die Breite ihrer Südspitze, etwa 
13° Nord,. erreichen und dann auf dieser Breite westwärts steuern, Außer in der 
Regenzeit ist das Wetter hier stets so klar und sichtig, dafs man seinen Schiffsort 
durch astronomische Beobachtungen fortlaufend feststellen und die Stromversetzung 
kontroliren kann, die man hier sehr zu berücksichtigen hat, Man passire die 
Südspitze der Insel in mindestens 3 Sm Abstand, und wenn dieselbe NO peilt, 
ändere man den Kurs auf Needham Point und steuere nach dem Ankerplatze 
unter Berücksichtigung des sich von dieser Huk erstreckenden Riffes. 
Wenn man. die Insel vom Norden ansteuert, sei man vorsichtig, dafs man 
das Ostende und das Cobbler-Riff in gutem Abstande passirt, denn der Strom 
setzt in der Regel stark auf sie zu. Des Nachts bildet das Leuchtfeuer auf 
Ragged Point für diesen Fall eine besonders gute Marke. Um das Cobbler-Riff 
zu Klaren, darf man das Feuer nicht nördlicher als WNW peilen, bevor man 
nicht das Feuer auf der Südspitze in Sicht bat. 
Wenn man, vom Norden kommend, soweit nach Lee versetzt ist, dafs man 
das Ostende der Insel nicht bequem klaren kann, so halte man ab, um die Insel 
im Westen zu umsegeln. Das Nordende der Insel passire man dabei in min- 
destens 2 Sm Abstand wegen des vorgelagerten Riffes an seiner Nordwestseite. 
Auch längs der Westküste halte man sich wegen der Riffe in genügendem Ab- 
stande vom Lande. Bei der Einsteuerung nach der Carlisle-Bucht biege man 
nicht eher um die Pelican-Insel, als bis man den Glockenthurm und den Thor- 
weg in SOzO-Peilung in Eins sieht, dann steuere man auf dieser Leitmarke ein. 
Des Nachts sollte man das Blinkfeuer auf der Südspitze in mindestens 
2 bis 3 Sm Abstand passiren. Wenn dann das rothe Feuer auf Needham Point 
in Sicht kommt, kann man den Kurs auf WNW!/W ändern und weiter steuern. 
In der Nähe dieser Huk angelangt, halte man das Loth beständig im Gange, 
um bei der Aenderung des Feuers von roth in weiß nach dem Ankerplatze auf- 
steuern zu können, ohne dem Riffe zu nahe zu kommen. Die Rhede liegt oft- 
mals voll von Schiffen und Fahrzeugen aller Art. - 
Längs der Westküste kommend, bringe man das Feuer auf Needham Point 
durch SO!40-Peilung, um die Untiefen bei der Pelican-Insel zu klaren. 
Zur Küstenkunde von Argentinien. 
Landmarken zwischen dem Kap Corrientes und dem La Plata. 
Nach Berichten des Kapt. B. H. Danielssen, Kosmos-Dampfer „Ammon“, 
Von der Magellan-Strafse nach dem La Plata bestimmt, steuerte „Ammon“ 
das Kap Corrientes an; der Widerschein des Feuers war schon geraume Zeit 
vorher zu erkennen, ehe das Feuer selbst in Sicht kam. Von der äufsersten 
Sichtgrenze des Feuers wurde der Kurs genau längs der Küste gehalten und 
stündlich, zuweilen auch öfter, gelothet — eine Vorsicht, die, wie Kapt, Danielssen 
sehr richtig bemerkt, nie unterlassen werden dürfte, weder hier, noch beim An- 
steuern der Englischen Bank oder an der Südostküste von Uruguay; auf der 
Strecke vom Kap San Antonio nach Montevideo fand „Ammon“, zwischen Indio- 
Huk und der Englischen Bank hindurchgehend, meist 1 bis 2 Faden (1,8 bis 
3,7 m) mehr. Wasser, als die englischen Karten angeben. Stromversetzung zeigte
	        
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