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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Meldau: Zur Theorie des Deflektors. 
— H im Kompafsmeridian und eine solche von -+ H senkrecht dagegen. Wäre demnach 
keine störende Schiffskraft vorhanden, so würde die Rose um 90° abgelenkt werden 
und in dieser Stellung wieder unter der Richtkraft H stehen. Ein etwa vor- 
handenes H‘— H bringt infolgedessen eine Abweichung z von der senkrechten 
Stellung hervor, welche, sofern es sich zunächst um feste Pole des Schiffskörpers 
handelt, gleich der Deviation d auf dem um 90° entfernten Kurse ist. 
Auf diese Weise ist der Deflektor nicht nur ein werthvolles Hülfsmittel 
bei der Kompensation, sondern er erlaubt auch, die Koefficienten der Deviations- 
formel in einfacher Weise zu bestimmen. 
9291 
Koefficientenbestimmung. 
Nehmen wir zunächst an, daß der Kompals in der Mittschiffsebene auf- 
gestellt sowie dafs kein zu dieser Ebene unsymmetrisch angeordnetes weiches Eisen 
in der Nähe des Kompasses vorhanden ist, und nennen in der üblichen Be- 
zeichnungsweise a und e die Koefficienten der Längs- bezw. Querschiffsinduktion, 
P und Q die Längs- bezw. Querschiffskomponenten des festen Schiffsmagnetismus, 
wobei wir In P die Wirkung des Poles der Vertikalinduktion 
(c-tangI-H) hineingenommen denken, so ist die Richtkraft z. B. auf dem 
Kompafskurse N 
H,=P-+H-(1-+a) cos dr; 
Ist der Kompafs soweit kompensirt, dafs wir es nur mit kleinen Deviationen 
zu thun haben, 80 können wir bis auf Gröfsen zweiter Ordnung setzen 
H,= P+H(1+Aa) 
Die Richtkraft der Kompafsnadel (eigentlich das magnetische Feld, dem 
die Nadel ausgesetzt ist) ist demnach auf den vier Hauptkursen 
‚ Ho _+P ‚ Bi _ —Q 
N: a = & +0—+9) 0 a = KH UA) 
‚ HB, —P ‚ Hy, _ +Q 
S: a W: a = a Ta+8 
Daraus folgt als Werth der mittleren Richtkraft 
% a+e 1 ‘ : ’ : 
JH = (1 + 75 H = 784 Hs + Hs + H',) 
ferner als Werthe der Deviationskoefficienten (s. u. Formel II) 
P 1 
3 = iu 21H (H'‘,— H',4) 
= Q == 1 6 H' 
a 
a Lam Hot H'yc) — (Mat H'24) 
% 9 41H 
Nach diesen Formeln werden wir zu rechnen haben, um mit Hülfe des 
Thomsonschen Deflektors die Koefficienten zu bestimmen. 
Um an einem Zahlenbeispiel die (für praktische Zwecke allerdings reich- 
lich umständliche) Rechnung zu zeigen, seien folgende Beobachtungswertbe her- 
angezogen. An der Skala des Deflektors wurden auf den Kursen N, S, 0, W 
abgelesen bezw. die Theilstriche 18,7, 11,8, 8,2, 12,5. Zu jeder dieser Zahlen 
ist wegen der Nullpunktskorrektion 7,8 zu addiren.!) Wir erhalten dadurch als 
relative Werthe der magnetischen Kräfte 
H, = 265 H; = 160 
His = 196 H'„, = 20,8 
H,+H',, = 46,1 H'‘;+H',, = 363 4iH = 82,4 
Hı—H,,= 69 Hı,—Hy= 43 21H = 41.2 
4,3 
4f,1 — 36,3 
X — 
1) Vgl. S. 220. Die Versuche wurden an einem Deviationsmodel! mit einem Thomson- 
Kompafs unter Anwendung gröfserer Eisenmassen angestellt.
	        
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