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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

220 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1900. 
z. B. N und S, die dort stattfindenden Richtkräfte H’„ und H‘; an der Skala ab 
und gleicht den Unterschied dieser Kräfte durch die entsprechenden Kompen- 
sationsmagnete aus. Den erfolgten Ausgleich erkennt man daran, dafs auf 
einem der Kurse der auf das Mittel z (Ha + H‘;) eingestellte Deflektor die 
Normalablenkung (w = 90°, « = 85°) hervorrult, 
Bei den in den Handel gebrachten Exemplaren des Thomson-Deflektors 
ist die Kraftskala mit äquidistanten Theilstrichen versehen. Es wäre zu unter- 
suchen, bis zu welchem Genauigkeitsgrade, besonders bei größeren Differenzen, 
dem mittleren Skalentheil ein mittlerer Werth des magnetischen Momentes ent- 
spricht und, wenn dies erfüllt ist, ob weiterhin die Nummer eines Theilstriches 
der in dieser Stellung von den Magneten ausgeübten Kraft proportional gesetzt 
werden darf. 
Die experimentelle Untersuchung dieser Fragen ergab, dafs die erstere 
Forderung innerhalb weiter Grenzen erfüllt ist, dagegen entsprach bei dem be- 
nutzten Exemplar des Thomson-Deflektors (Verfertiger White in Glasgow) 
dem Theilstrich 0 keineswegs ein verschwindendes magnetisches Moment. 
Um von einer etwaigen Inhomogenität des maguetischen Feldes unab- 
hängig zu sein, wurden die Versuche so angestellt, dafs die Horizontalkraft des 
Erdmagnetismus in der oben beschriebenen Weise in gewünschtem Verhältnifs 
verstärkt und geschwächt wurde, worauf der Deflektor in der Thomsonschen 
Art zur Anwendung kam. Ks ergab sich z. B., um nur einige Zahlen als Beleg 
anzuführen, 
für den "Theilstrich 17,3 das magnetische Feld = 1<H 
für den Theilstrich 42,4 das magnetische Feld — 2.H 
Diese Werthe würden beispielsweise für den Theilstrich 30 durch pro- 
portionales Einschalten 1,506 H ergeben, während 1,52 H beobachtet wurden. 
Der wirkliche Nullpunkt der Skala würde nach den obigen beiden Beobachtungen 
beim Theilstrich — 7,8 liegen, welchen Betrag man bei jeder Skalenablesung zu 
berücksichtigen hätte, um eine dem jeweiligen magnetischen Moment proportionale 
Zahl zu haben. 
Clausens Deflektor. 
Dem Thomson-Deflektor, der bei konstantem Ablenkungswinkel die 
Richtkraft der Rose unmittelbar an der Skala des Instrumentes mifst, stehen die- 
jenigen Deflektoren gegenüber, welche bei konstantem 
Werth des magnetischen Feldes die Richtkraft H’ 
nach der Gröfse des Ablenkungswinkels « beurtheilen. 
Allerdings erlauben auch diese Deflektoren eine 
Veränderung des magnetischen Momentes, was nöthig 
ist, um unter verschiedenen magnetischen Breiten 
den verschiedenen Werthen des H Rechnung zu 
iragen und dadurch den Ablenkungswinkeln einen 
bequemen und für die Beobachtung günstigen Mittel- 
werth zu ertheilen. 
Auf die vor der Beobachtung auszuführende 
„Normaleinstellung“ des Deflektors werden wir 
unten zurückkommen. 
Unter den Deflektoren, welche die Gröfse 
der zu messenden Richtkraft aus dem Ablenkungs- 
winkel erhalten, bietet diejenige Anordnung besondere 
Vortheile, welche der Lieutenant z. S. Clausen 
seinem Deflektor gegeben hat. Derselbe ertheilt, 
allgemein. zu reden, dem Deflektorfeld die Stärke 
D=V2-H und stellt die magnetische Axe unter 
einem Winkel von 135° zur ursprünglichen Nadel- 
richtung. !) Dadurch erzielt er eine Komponente von 
a 
1) Eigentlich unter dem St. B.-Winkel 135° — &. wenn 7 der Kompafskurs, für den die 
Richtkraft hestimmt werden soll.
	        
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