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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1900
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In Bezug auf die Luftwärme unterscheiden sich die beiden Monate Dezember
der Jahre 1898 und 1899 nur wenig. Nachtfröste traten an der Hälfte der
Tage des Dezember 1899 auf; am Tage blieb nur einmal, nämlich am 23. Dezember,
das Thermometer unter 0°, während es sonst stets, wenn auch an einigen Tagen
nur wenig und auf kurze Zeit, den Gefrierpunkt überstieg. Die Bewölkung war
im Dezember 1899 sehr grofs, im Durchschnitt waren fast sechs Zehntel des
Himmels bedeckt gegen nur etwas über zwei Zehntel im Dezember 1898; dem-
entsprechend stehen nur drei heitere Tage im Dezember 1899 17 solchen im
gleichen Monat des Vorjahres gegenüber. Auch in diesem Dezember überwogen
in den stärkeren Winden (Stärke 6 und darüber) die Richtungen zwischen NW
und NO, diese traten auf am 6., 7., 14., 18., 23., 30. und 31. Dezember; doch
gingen den starken Nordwinden des 18. und des 23. auch starke östliche Winde
voraus, nämlich am 17. aus SO und am 22. Dezember aus O0.
E. Herrmann.
Eine Revision der Proviantdepots für Schiffbrüchige auf Kerguelen,
St. Paul und Neu-Amsterdam.
Von Dr. 6. Schott, Hamburg, Seewarte.
Wie auf den Crozet-Inseln und mehreren Inseln im südlichen Stillen Ozean,
so sind auch auf Kerguelen, St. Paul und Neu-Amsterdam im südlichen Indischen
Ozean Niederlagen von Proviant und Kleidungsgegenständen, welche Schiff-
brüchigen helfen sollen, errichtet worden,!) und es ist in den Seekarten auf diese
Depots ausdrücklich hingewiesen und ihre Lage näher angegeben. Die Depots
auf den in der Ueberschrift genannten drei Inseln sind im Jahre 1893 von dem
französischen Kriegsschiff „Eure“ eingerichtet worden. Bereits 1773, ein Jahr
)\ S. „Ann. d. Hydr.“ ete.“, 1894. 8. 156 und 390.
Die Witterung zu Tsingtau im Oktober, November, Dezember 1899,
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nach der Entdeckung, ist Kerguelen durch seinen Entdecker, den französischen
Seeoffizier Kerguelen, für französisches Besitzthum erklärt worden; das Schiff
„Eure“ hat bei der Errichtung der Depots diese formelle Besitznahme wiederholt
und auf St. Paul und Neu-Amsterdam ausgedehnt, und noch heute kann man auf
diesen unbewohnten, in einem unwirthlichen Meere gelegenen Inseln, wenn man
im Weihnachts-Hafen oder dem Gazelle-Basin auf Kerguelen oder in Neu-Amster-
dam an der Nordostecke Land betritt, die Trikolore „wehen“ sehen, indem ein
Flaggenmast eine Blechfahne trägt, die in den französischen Landesfarben an-
gestrichen ist. Näheres über die 1893 niedergelegten Vorräthe ist in dem Berichte
des Schiffskommandanten Freg,-Kapt. Lieutard enthalten.“)
Im Juni 1898 hatte nun, als der Verfasser dieser Zeilen behufs wissen-
schaftlicher Ausrüstung der „Valdivia“-EKxpedition die neuesten hydrographischen
Angaben über Kerguelen von dem französischen Marine-Ministerium erbeten hatte,
der Herr Marine-Minister in Paris bei Gelegenheit der Uebersendung einiger auf
Kerguelen bezüglichen Druckschriften zugleich den Wunsch ausgesprochen, dafs
die Tiefsee-Expedition, wenn möglich, den Zustand der Vorräthe auf diesen Inseln
untersuchen möge,
Es ist dies geschehen und wird hierüber Folgendes mitgetheilt.
1. Kerguelen.
Das Expeditionsschiff ist in dem Gazelle-Basin vom 25, bis 28. Dezember 1898
gewesen. Von dem Ankerplatze aus, der ziemlich genau in der Mitte zwischen
der Nord- und der Südseite des Basins lag, war die Steinpyramide, unterhalb
deren das Depot liegt, bei ihrer geringen Höhe nur schlecht zu sehen, obschon
sie, wie wir uns nachher überzeugt haben, noch in gutem Zustande erhalten ist.
i) Nach verzeichneten Bemerkungen.
?) 531 Stunden,
3) 711 Stunden.
1) „Annales hydrographiques“, 2. Serie vol. XV. Paris 1893. S. 246 ff