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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Von 
New York nach Hiogo und von Kob€ zurück nach Bremerhaven. 913 
auftretend, „Peter Rickmers“ am 17. Dezember in 24,6° W-Lg nach der Linie. 
Auch auf dieser Strecke hatte der gute Segler gegen das Mittel wieder mehrere 
Tage gewonnen, indem er für dieselbe statt 22 18 Tage benöthigte. 
Aehnlich befriedigend verlief die Reise von der Linie nach dem Kanal. 
Auf den Südostpassat, der bis ungefähr 3° N-Br durchstand, folgte fast ohne vor- 
hergehende Mallung der Nordost, welcher, in 16°. bis 17° N-Br für zwei Tage 
abflauend, sonst aber als frische Briese wehend, das Schiff bis 30,5° N-Br in 
38,5° W-Lg begleitete. „Peter Rickmers“ überschritt diesen Parallel am 
1. Januar 1900. Der Rest der Reise vollzog sich, ohne dafs noch stürmisches 
Wetter eintrat, bei leichtem bis steifenn Winde aus SO bis W, am meisten ans 
SW. Am 14. Januar, 28 Tage nachdem das Schiff den Aequator überschritten, 
erreichte es wohlbehalten den Eingang des Englischen Kanals. Die ganze Reise 
von Rangun nach Lizard hatte eine Daner von 105 Tagen, das sind ungefähr 
18 Tage weniger als das Mittel. 
Die Witterung zu Tsingtau im Oktober, November, 
Dezember 1899.) 
Nach den Aufzeichnungen der Kaiserlichen Vermessung im Kiautschou-Gebiet. 
In den folgenden Tabellen, welche die meteorologischen Angaben für die 
einzelnen Monatsdrittel und die ganzen Monate enthalten, ist gegenüber den 
Tabellen für das vorangehende Vierteljahr („Ann. d. Hydr. ete.“ 1900, S. 64) 
nur die Aenderung getroffen, dafs für die Berechnung der „Allgemeinen Luft- 
bewegung“ der einzelnen Monate nach der sogenannten Lambertschen Formel 
unter Berücksichtigung der Windgeschwindigkeit hier die Anemometeraufzeich- 
nungen benutzt worden sind. 
Das letzte Vierteljahr des Jahres 1899 zeigte sich wesentlich unfreund- 
licher als die gleiche Jahreszeit des vorhergehenden Jahres. Bereits im Oktober 
traten die nordwestlichen Winde in gröfserer Häufigkeit auf und wehten vielfach 
mit höherer Stärke während des ganzen Vierteljahres. Gleichzeitig war die 
Bewölkung besonders im Oktober und Dezember beträchtlich gröfser als im 
Vorjahre. 
So hatte der Oktober 1899 nur zehn heitere Tage aufzuzählen gegen 15 
im Oktober 1898, und am 15. Oktober wurde in Tsingtau die höchste bisher 
daselbst gemessene Windgeschwindigkeit von 24,1 m. p. s. aus N gemessen. Ueber 
die Vorgänge am 15. und 16. Oktober wird Folgendes berichtet: „Am 15. Oktober 
setzte bei völlig bedecktem Himmel um 7" 15” a der Wind, indem er von NNW 
auf N sprang, ein, wobei das Barometer um 2'/ mm stieg; um 9" a klarte das 
Wetter etwas auf, Der Sturm erreichte seine gröfste Stärke zwischen 10 und 
i1®* a, wo er zeitweilig mit Stärke über 11 wehte. Während des Nachmittags 
flaute er ab bis auf Stärke 5, mit der er bis zum 16. Oktober 8a wehte. Um 
8% a des 16. Oktober frischte der Wind wieder auf bis auf Stärke 7, mit der er 
bis 7" p wehte, von welchem Zeitpunkt an er allmählich abflaute.“ Um 7%a am 
15. Oktober hatte das Barometer in 24,03 m Seehöhe einen Stand von 754,5 mm, 
um 2*p von 762,3 mm, stieg also innerhalb sieben Stunden um fast 8 mm. Aufser 
diesen beiden Tagen wurde an den Terminbeobachtungen im Oktober von stär- 
keren Winden verzeichnet am 7. NW8, am 8. NW6, am 11. S6 und am 12. 
SSW 6. 
Die Luftwärme war im Oktober 1899 während des ersten Drittels des 
Monats höher, während des letzten Drittels niedriger als im Vorjahre. 
Auch der November 1899 war kälter als der des Jahres 1898. Am 
26. November sank abends das Thermometer in diesem Herbst zum ersten 
Male unter 0°, nachdem im Laufe des Tages der erste Schnee gefallen war. 
Winde von Stärke 6 bis 7, sämmtlich aus den nördlichen Richtungen zwischen 
NW und NO, wurden in den Terminbeobachtungen verzeichnet am 2., 3., 14., 
20., 25. und 26. 
liehe „Ann, d. Hydr. ete.“. 1900, Februarheit. Seite ß3,.
	        
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