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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

212 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1900. 
hältnifsmäfsig kurze Strecke 59 Tage in Anspruch genommen, fast die Hälfte 
von der Fahridauer auf dem weiten Wege von Lizard nach Japan. 
Am 18, August wurde die Fahrt von Singapore nach Rangun fortgesetzt. 
Um 8"a kam ein Schlepper, der das Schiff durch Main Street schleppte; beim 
Einfallen einer heftigen Böe aus NNW konnte er es aber nicht halten, und 
mufste deshalb vor YO Faden Kette geankert werden. Gegen 10a, als der Wind 
wieder leichter geworden, wurde von Neuem der Anker gelichtet. Um 1!/4*p 
verliefs der Dampfer das Schiff nördlich von Little Carimon - Insel. In der 
Malakka - Strafse war der Wind vorwiegend südwestlich, aber sehr veränderlich 
und oft nach NW laufend, meistens auch sehr flau. Wegen Stille und Gegen- 
strom mufte am 21. August südlich der One fathom - Bank für sechs Stunden 
geankert werden. Am 26. wurde in der Nähe der Diamond-Spitze der Ausgang 
der Strafse erreicht. : In der Bai von Bengalen, wo der Kurs in etwa 95° Ö-Lg 
nach Norden führte, blieb der vorherrschende Südwestwind auch zunächst noch 
flau und oft von Stille unterbrochen; von 7,5° N-Br wehte es jedoch etwas 
frischer, und brachte diese Gelegenheit am 5. September nachmittags den „Peter 
Rickmers“ zu einem Ankerplatz innerhalb der Elephant-Spitze. Die Reise von 
Singapore hatte demnach 18 Tage gedauert. 
3. Von Rangun nach dem Englischen Kanal. 
Die Rückreise des „Peter Rickmers“*von Rangun nach Europa begann 
nach einigen Tagen Aufenthalt durch Windstille und Gegenstrom vor der Flufs- 
mündung am 1. Oktober 1899. Das Schiff nahm die Route östlich von den 
Andamen, dann durch den Zehngrad-Kanal auf südwestlichem Kurse bis 90° O-Lg 
und nun zwischen diesem und dem Meridian von 92° 0 südwärts. Die Route 
war den zu erwartenden jahreszeitlichen Verhältnissen gegenüber gut gewählt. 
Die flauen und urbeständigen Briesen aus NO bis SO, die ersten Spuren des be- 
ginnenden Nordostpassates, welche das Schiff zu Anfang der Reise antraf, 
brachten es nur bis 8,5° N-Br; hier stand es aber so westlich — in 89,8° 0O-Lg —, 
dafs es mit den folgenden südwestlichen Winden, die auf niederer Breite noch vor- 
herrschend waren, ohne Behinderung vom Tıande nach Süden gelangen konnte. 
Hätte Kapt. Westermeyer den Kurs östlich von den Inseln bei den Nikobaren 
fortgesetzt, so würde ihm das Südwärtskommen nicht so leicht geworden sein. 
Den Aequator kreuzte das Schiff in 90,4° O-Lx am 22. Oktober, dem 21. Tage 
der Reise. 
Auf südlicher Breite hatte „Peter Rickmers“ insofern gutes Glück, als er 
den Wind gleich nach dem Kreuzen der Linie östlich erhielt, zuerst aus NO, 
was Gelegenheit gab, noch etwas mehr S zu machen, und dann von 5° S-Br au 
als steifer böiger Wind aus SO. In rascher Fahrt gelangte der Viermaster, der 
seinen Kurs so westlich nahm, dafs er zwischen Rodriguez - Insel und Mauritius 
passirte, mit dem strammen Passat am 3. November nach 55° O-Lg in 23° S-Br. 
Dann folgten mehrere Rundläufe des Windes, unterbrochen von Stillen, bei 
welcher Gelegenheit das Vorwärtskommen langsamer war; doch weil das Schiff 
sich immer in verhältnismäßig niedriger Breite hielt und dabei die Südküste 
von Madagaskar sichtete, traf es doch auch noch mehrmals wieder östlichen 
Wind von längerer Dauer. Am 14. November erreichte es 40° O-Lg in 27,9° S-Br, 
nach einer Fahrt von 23 Tagen von der Linie und 44 Tagen von Rangun. Auf 
der Strecke südlich der Linie hatte „Peter Rickmers“ gegen das Mittel etwa 
fünf Tage gewonnen. 
Die Rundfahrt um das Kap der Guten Hoffnung verlief anfangs mit 
günstigem östlichen Winde rasch, so dafs „Peter Rickmers“ am sechsten Tage 
schon auf der Agulhas - Bank stand. Gegenwinde aus SW bis NNW, die am 
25. November auch noch stürmisch auftraten, brachten indessen noch so viel 
Verzögerung, dafs das Schiff erst am 29. auf 10,5° O.Lg den Parallel von 30° S 
wieder überschritt. Immerhin blieb die Fahrzeit von 15 Tagen um einen Tag 
unter dem Mittel. 
Den Weg durch den Südatlantischen Ozean legte das Schiff ganz mit 
gutem Winde zurück. Der südwestliche Wind, der in 34° S-Br eingesetzt hatte, 
ging, ohne Unterbrechung zu erleiden, in 24° S-Br in den Südostpassat über, und 
dieser führte, fortwährend bei schönem Wetter als mäfsiye bis frische Briese
	        
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