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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Von New York nach Hiogo und von Kobe zurück nach Bremerhaven, 211 
c) Zur Zeit des Südwestmonsuns durch die Sunda-Strafse und die China-See. 
Viermastschiff ‚Peter Rickmers“, Kapt. Westermeyer, 1896 Februar 14 von Lizard, 103 Tage nach 
Nagasaki. Das Schiff läuft zuerst Singapore an, wohin es in 84 Tagen gelangt, hält sich 
dort 6 Tage auf und erreicht, durch die China - See und östlich von Formosa gehend, in 
weiteren 19 Tagen Nagasaki. Wäre nicht der Abstecher nach Singapore zu machen ge- 
wesen, so hätte „Peter Rickmers“ die aufserordentlich rasche Reise noch um mehrere Tage 
abgekürzt. 
Schiff „Arthur Fitger“, Kapt. Denker, 1898 März 17 von Lizard, 114 Tage nach Yokohama. Geht 
östlich von Formosa. . 
Viermastbark „Christine“, Kapt. Warneke, 1898 April 15 von Philadelphia, 118 Tage nach Hiogo, 
Geht durch den Formosa-Kanal. 
Schiff „Nereus“, Kapt. Schulte, 1898 April 19 von Lizard, 121 Tage nach Yokohama. Geht 
durch den Formosa-Kanal. 
2. Von Kobe, Japan, über Singapore nach Rangun. ; 
Nachdem „Peter Rickmers“ den Rest seiner Ladung gelöscht hatte, ver- 
segelte er am 15. Juni 1899 nach Singapore und weiter nach Rangun, um dort 
die Ladung für die Rückreise nach Europa einzunehmen. Da es die Zeit des 
Südwestmonsuns in der China - See und den nördlicheren Küstengewässern war, 
nahm Kapt. Westermeyer, um dem Gegenwinde und dem Gegenstrome mehr 
aus dem Wege zu gehen, die Route südwärts nach der. Jilolo - Stralse, um von 
dort aus mit den östlichen Winden, die er in der Molukken- und Sunda - See zu 
erwarten hatte, die Fahrt nach Singapore zu vollenden. ; 
Die Strecke bis zur Jilolo - Straße nahm, wie meistens in der fraglichen 
Jahreszeit der Fall, eine lange Zeit in Anspruch. Der Wind war anfänglich süd- 
westlich, meistens flau, selten die Stärke 4 erreichend, dagegen oft zur Stille 
abflauend, das Wetter schön, aber heiß. „Peter Rickmers“ kam damit, auf 
St. B. - Halsen bei dem Winde segelnd, in .zehn Tagen bis etwa 27° N-Br und 
140° O-Lg. Hier drehte sich der Wind nach SO und O0, worauf auf B. B.-Halsen 
wieder etwas mehr Westlänge angeholt wurde. Zugleich drehte die Strömung, 
die vorher nach N und NW gesetzt hatte, nach der Richtung SW bis S. Der 
südöstliche Wind war anfangs auch nur flau, wuchs aber am 2, Juli, als das 
Schiff 18° N-Br und 131,4° Ö-Lg erreicht hatte, aus ONO zum Sturme an. Da 
der Kapitän einen Taifun im: Süden vom Schiffe vermuthete, ließ er um 3"p 
beidrehen, um die Aenderung des Windes abzuwarten. Am 3. Juli wehte harter 
Sturm mit heftigen Böen aus NO bis NNO bei wild durcheinander laufender See. 
Als der Wind nördlicher holte, wurde nachmittags wieder abgehalten und nach 
SW gesteuert. Das Schiff kam vom Centrum frei, doch hlieb der Wind, der 
sich durch W nach SW drehte, bis zum 5. Juli bei wilder See stürmisch, so 
daß nicht mehr als gereffte Obermarssegel und gereffte Untersegel geführt werden 
konnten. Erst am 6. wurde es allmählich besseres Wetter. Nach dem Sturme 
hielt der Wind sich im südwestlichen Viertel, wodurch „Peter Rickmers“ ziemlich 
weit nach Osten versetzt wurde und am 14. Juli in 2° N-Br auf 137,6° O-Lg zu 
stehen kam. Glücklicherweise ging hier der Wind südlicher, und der Strom, der 
vorher stark nach Osten gesetzt hatte, begann westwärts mitzulaufen. Das 
Zurücklegen der 600 bis 700 Sm langen Strecke nach der Straße wurde dadurch 
etwas erleichtert, nahm aber immer noch zehn Tage in Anspruch. Am 24. Juli 
wurde die Küste von Jilolo gesichtet. Nun brachte es aber wieder Aufenthalt, 
gegen den südlichen Wind und den hier setzenden nördlichen Strom durch die 
Strafse zu kreuzen, und erst am 80. Juli, dem 44. Tage der Reise, war man so 
weit gekommen, dafs am Ausgange der Strafse zwischen Kekik- und Gasses- 
Insel mit dem auf der Linie durch S nach SSO gedrehten Winde der vor- 
gezeichnete Kurs eingehalten werden konnte. 
Die Route, welche Kapt. Westermeyer einschlug, führte durch die Buton- 
Passage, die Salayer-Strafse, die Karimata- und die Singapore-Strafse, und. fand 
er hier bis vor die letzte Straße, deren Eingang schon am 11. Tage erreicht 
wurde, eine frische, mitunter steife Briese aus SO bis O und eine starke mit- 
laufende Strömung. Am 2. August wurde Pulo Buton passirt, am 3. die Salayer- 
Straße und am 5. die Insel Solombo. . Nach mehreren Tagen Kreuzens vor und 
in der Singapore-Strafse kam „Peter Rickmers“ am 13. August auf der Aufsen- 
rhede von Singapore zu Anker. Unter den widrigen Umständen, unter welchen 
die Reise von Kobe6 nach Singapore gemacht werden mufste, hatte diese ver-
	        
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