Von New York nach Hiogo und von Kobe zurükk nach Bremerhaven, 209
ainer furchtbaren See, welche die Ventilatoren auf dem Grofsdeck fortrifs, schlug
ein Mann über Bord.. Das Oberlicht der Kajüte wurde eingeschlagen und letztere
mit Wasser gefüllt. Zudem brach die Brille der Fockschot, das Segel zerfetzte.
Da nur das Grofßsuntermarssegel noch stand, mufsten wir das Schiff an den Wind
legen. Es holte über, dafs es zum Kentern. lag; die St. B. - Reling lag mannes-
hoch unter Wasser, Brassen und sonstiges Tauwerk wusch weg, Abends wurde
ag etwas handiger bei schnell steigendem Barometer, doch hatten wir für längere
Zeit noch viel zu thun, um Alles einigermaßen wieder in Ordnung zu bringen.“
„Peter Rickmers“ kreuzte den Meridian von Greenwich in 40,5° S-Br am
Q. Februar, Mit steifem bis stürmischen, zeitweilig aber auch flauem Winde, der fast
immer aus dem westlichen Halbkreise und am meisten aus dem Nordwestviertel
kam, legte der rasche Viermaster auf dem Wege nach Osten, wo er als höchste
Breite 45° S ansteuerte, wieder eine Reihe langer Etmale zurück, wobei er mehr-
mals über 250 und einmal auf 288 Sm kam. Schon am 17, Tage von 0° Länge
arreichte das Schiff am 26. Februar in 41° S-Br den Meridian von 80° 0.
Die Jahreszeit in Betracht ziehend, und da der Wind zur Zeit östlich und
dem Kurse entgegen war, eutschlofs sich Kapt. Westermeyer, nicht weiter die
Route nach der Ostseite von Australien fortzusetzen, sondern durch die östlichen
Durchfahrten zu gehen. Er traf es auf diesem Wege auch sehr gut. Der Süd-
ostpassat, dessen Gebiet das Schiff mit bald wieder günstig holendem Winde
schnell erreichte, hielt zwar nur drei Tage an, von etwa 31° bis 20° S-Br, wehte
aber so kräftig — Stärke 7 bis 9 mit Böen —, dafs der Viermaster vom 7. zum
8 März 299 und vom 8. zum 9. 261 Sm in sein Kielwasser bringen konnte,
Verhältnifsmäfsig recht günstig, frisch und beständig erwies sich auch der un-
mittelbar folgende, meistens aus dem Südwestviertel wehende Westmonsun, mit
dem es am I5. und 16. März wiederum Etmale von 208 und 217 Sm gab, Am
15. kam man in die Nähe der Sandelholz - Insel, konnte aber bei Tage nichts
mehr in Sicht bringen. Erst gegen 10!/z Uhr nachts wurde Land gesehen, blieb
jedoch bei der Dunkelheit so wenig erkennbar, dafs eine genaue Ortsbestimmung
nicht ausgeführt werden konnte. Immerhin bestätigte sich die Annahme, dafs
die Länge nach Chronometer zu westlich war. Nachdem man Floris am 16. und
Pantar-Insel am 17. März gesichtet hatte, passirte „Peter Rickmers“ am 18. die
Ombai-Strafse. Die ganze Dauer der Reise bis hier betrug 89 Tage, von denen
20 auf die Strecke ab 80° O-Lgy kamen. Zieht man: in Betracht, dal eine Durch-
schnittsreise von Lizard nach der Ombai- Straße in ‚der fraglichen Jahreszeit
106 Tage dauert, davon 30 der letzte Abschnitt, so muß man die bisherige
Leistung des „Peter Rickmers“ als eine sehr gute erkennen.
Weniger gut, doch auch noch ziemlich günstig traf das Schiff die Gelegenheit
auf der sonst oft sehr langwierigen Fahrt von der Ombai- Straße durch die
Molukken - See und die Jilolo - Strafßse nach dem Stillen Ozean. Der Wind war
zwar vorwiegend flau und oft von Stillen unterbrochen, aber meistens aus einer
Richtung, dafs der Kurs eingehalten werden konnte. Statt der Winde aus NW
bis N, welche die Schiffe oft nöthigen, durch die Manipa-Strafse zu gehen und
dann nach der Jilolo-Strafse aufzukreuzen, fand „Peter Rickmers“ in der Molukken-
See die Briese so günstig aus W, SW und SO, daß er bequem an der Westseite
von Buru passiren konnte. Schon am 24. März, sechs Tage, nachdem das Schiff
die Ombai - Straße durchsegelt, stand es auf der Höhe der Nordwestecke der
Insel, und da der Wind vorwiegend günstig blieb, zwei Tage später nahe der
Gomomo - Insel in der Pitt - Passage. Nach weiteren zwei Tagen, am 28. März,
gelangte es in den südlichen Eingang der Jilolo-Strafse. In dieser nahm „Peter
Rickmers“ bei vorherrschend bleibender Briese aus SW und O0 den Weg zwischen
Gasser und Kekik-Insel und ferner zwischen Kap Tabo und Gebi-Insel hindurch.
Nachdem die Straße durchsegelt war, suchte man zunächst etwas Ostlänge zu
gewinnen, wozu der in 2° N-Br durchkommende Nordwestwind die Gelegenheit
yab. Es herrschte sehr viel Flaue und Stille, so dafs hier die Reise nur langsam
weiter ging; immerhin gelangte man am 5. April "auf etwa 45° N-Br und
132,5° Ö-Lg an die Grenze des Nordostpassates. Die Fahrtdauer von der Ombai-
Strafe nach dem Aequator in der Jilolo-Strafßse war 11 Tage.. .
. Ueber einen Besuch von Einwohnern der Inseln Pulo Mariere und Anna,
in deren Nähe das Schiff am 5. bezw. 6. April passirte, berichtet Kapt. Wester-
meyer das Folgende:
Ann. d. Hydr. etc, 1900, Heft V.