Die , Insel Barbados,
O1/4N-Peilung nördlich frei kommt voh der Brittons-Mühle. Kleinere Schiffe
ankern je nach ihrem Tiefgange mehr nach Land zu. .
Der Grund ist in der Bucht an vielen Stellen uneben und unrein, doch
kommt es selten vor, daß Schiffe ihre Anker hier verlieren.
Die Stadt Bridgetown liegt an der Nordostseite der Carlisle-Bucht. Sie
hat einen offenen Tiedehafen, der an beiden Seiten mit Kaianlagen von etwa
450 m Länge eingefafst ist und in dem bei Niedrigwasser 4,2 m Wasser steht.
Auf den Kaianlagen stehen. etwa 24 Handkrähne von durchschnittlich 2'/ %
Hebekraft, außerdem ist noch ein. gröfserer, der Regierung gehörender Krahn
vorhanden, der etwa 15% hebt. Die vorhandenen Lagerschuppen gehören ver-
schiedenen Kaufleuten. . Die . vorhandenen Landungsbrücken können nur von
kleinen Fahrzeugen benutzt werden, : ;
Es werden regelmäfsig Baggerungen vorgenommen, um eine gleichmäfsige
Wassertiefe zu erhalten. | ;
Ausrüstung aller Art ist in genügenden Mengen stets vorräthig, doch
sind die Preise nicht billig, weil das Meiste davon eingeführt werden mus,
Frisches‘ Wasser wird in Tankdampfern längsseits der Schiffe gebracht
und kostet 50 cents für 100 Gallonen, wenn das betreffende Schiff im Hafen liegt.
Für Schiffe, die auf‘der Rhede: liegen, kosten 100 Gallonen 70 cents, wenn man
bis zu 300 Gallonen nimmt, 65 cents bei einem Quantum von 400 bis 700 Gallonen,
and 50 cents bei einem Bedarf von 800 bis 1200 Gallonen. * .°
Cardiff-Kohlen ’sind gewöhnlich 3000 t vorhanden, auf zwei Hände ver-
theilt. Sie werden mittels Leichter an Bord gebracht, von denen zwei von
500 bis 800 t Tragfähigkeit als Lagerschiffe dienen und meistens beladen liegen,
um sofort Kohlen abgeben zu können. ,
Reparaturen aller Art an Schiffen und Maschinen sind ausführbar, Schiffe
bis zu 73m Länge‘ und 1000 £ Gewicht können gedockt werden. Der Preis
dafür beträgt 48 cents für jede Brutto-Registertoune am ersten und 12 cents für
jeden folgenden Tag. Der Arbeitslohn für Zimmerleute beträgt 1,25 $ den Tag.
Handelsverkehr. . Die Einfuhr besteht hauptsächlich aus Nahrungsmitteln
aller Art, Fabrikaten, Kohlen, Holz, Viehfutter sowie aus. sämmtlichen für die
Zuckerplantagen nothwendigen Sachen. Ihr Werth betrug im Jahre 1898 rund
20 000 000 Mk. Die Ausfuhr besteht hauptsächlich aus Zucker, Melasse;. Rum
und Asphalt. Ihr Werth betrug im Jahre 1898 rund 15000 000 Mk, Die Zoll-
einnahmen betrugen gleichzeitig annähernd 2000 000 Mk. :
Es liefen in demselben Jahre ein 309 Dampfer, davon 67 in Ballast, und
749 Segelschiffe,, davon 63 in Ballast. Es gingen aus 306 Dampfer, wovon 70
in Ballast, und- 693 Segelschiffe, wovon 126 in Ballast. Das gröfste Schiff,
welches die Hafenanlagen benutzte, war der Dampfer. „Emma“ ‚von 1887 t Raum-
gehalt und 6,1 m Tiefgang. Von deutschen Schiffen kamen 1 Kriegsschiff und
21 Segelschiffe an, letztere sämmtlich in Ballast.‘ . wre um
Auf der Insel beheimathet sind 2 Schleppdampfer und 48 Segelschiffe mit
7077 Registertonnen Netto-Raumgehalt.
Es befinden sich auf der Insel annähernd 450 Zuckerplantagen, von denen
etwa 100 mit Dampfbetrieb arbeiten; ferner sind 12 Rumraffinerien, 2 chemische
Fabriken, 1 Schwefelsäure-, 1 Eis-, 1 Schiefer-, 1 Zement- und 1 Zigarrenfabrik
sowie 1 Ziegelei vorhanden. ; 2 Ve ;
Die Fischerei wird mit etwa 150 kleinen Segelhooten betrieben, besonders
werden fliegende Fische und Delphine gefangen. a u
Eine Eisenbahn durchkreuzt die Insel von Bridgetown nach Conset Point
an der Nordostküste und führt dann in nordwestlicher Richtung unmittelbar an
der Küste entlang bis nach St. Andrews... ; .
Von Dampfschiffen laufen Barbados regelmäfsig an: die Dampfer der Royal
Mail Steam Packet Comp. von Southampton, der London direct Line von London,
der Glasgow direct Line und der Prince Line of Steamers von Glasgow, der
Liverpool. direct Line und der West Indian & Pacific Line von Liverpool, der
Quebec Line.of Steamers und der Booth & Red Cross Line von New York sowie
der Pickford of Blacks W. J. Line von Halifax. ‘
; Zwei Telegraphenkabel liegen zwischen Barbados. und der Insel St. Vincent.
wodurch die Insel in Verbindung mit Amerika und Europa steht. .