Von. Hamburg nach Hongkong und Kiautschou und zurück.
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den Weg zum Aequator zurück. „Albert Rickmers“ erreichte ihn in 24° W-Lg
am 8. November und der nach New York bestimmte „R. C. Rickmers“ in
31° W-Lg am 15. November.
In besonders günstiger Weise, ohne dafs irgend eine Verzögerung der
Fahrt dabei stattfand, erfolgte bei „Albert Rickmers“ der Uebergang des Süd-
ostpassats in den Nordostpassat. Von einem Stillengürtel wurde keine Spur
bemerkt, Dagegen war aber der später nur schwach auftretende Nordostpassat
nicht von langer Dauer. Als das Schiff am 19. November nach 19,5° N-Br in
31,3° W-Lg gekommen war, drehte der Wind durch SO und zeigie dadurch an,
daß die polare Passatgrenze schon erreicht sei. Das Schiff befand sich hier,
wie die beifölgenden zwei kleinen Karten zeigen, an der Ostseite eines flachen,
sich nach Osten bewegenden Tiefdruckgebietes, das mehreren nicht sehr viel
weiter westlich stehenden Mitseglern später nördliche Winde brachte.!) „Albert
Rickmers“, der, wie es letztbin an anderer Stelle für die zur Winterzeit von der
Linie her zum Kanal bestimmten Schiffe angerathen worden ist, von dieser
niedrigen Breite aus einen nordöstlichen Kurs verfolgte, blieb von diesen nörd-
lichen Winden verschont. Er gewann dadurch und weil die später folgenden
Winde anhaltend südöstliche blieben, gegen die Mitsegler. Von 20° N-Br in
31° W-Lg bis 24,5° N-Br in 28° W-Lg fand „Albert Rickmers“ an drei Tagen
leichte unbeständige südliche Winde. Dann kam unweit des letzteren Punktes am
22. November ein. mäßfsiger Südostwind durch, der, bei merkwürdig gleichmäfsigem,
etwa 766 mm betragendem Luftdruck wehend, das Schiff ganz bis zum Kanal
brachte. Diese besonders in Anbetracht der Jahreszeit ganz ungewöhnlichen
Verhältnisse waren sehr wahrscheinlich eine Folge jenes Hochdruckgebietes, das
während des letzten Drittels des Monats November und der ersten Tage im
Dezember so beständig über dem westlichen Theil von Mitteleuropa lag, dessen
Einfluß in der Form südöstlicher Winde sich weit südwärts in den Ozean hinaus
erstreckte, als warme Westwinde aber in Norddeutschland, über dem damals die
Nordhälfte des Hochdruckgebietes lagerte, dort den so ungewöhnlich warmen
Novembermonat verursachte, Am 4. Dezember gelangte „Albert Rickmers“ in
Sicht von Lizard, nach einer sehr günstigen Reise von 104 Tagen von Rangun,
45 Tage waren verflossen, seit das Schiff sich in der Nähe des Kaps der Guten
Hoffnung befunden hatte. Kapt. Warneke fügt dem Schlusse seines Tagebuches
die Bemerkung hinzu, dafs er glaube, seinen Weg zum Kanal den im Nord-
atlantischen Ozean angetroffenen Winden und dem Luftdrucke, so gut und vor-
theilhaft, wie er es von seinem isolirten Standpunkte aus beurtheilen konnte, an-
gepafst zu haben. Wie die Vergleichung der Reisen verschiedener Mitsegler in
der unten folgenden Tabelle zeigt, hat er das auch mit Erfolg gethan. Der
„Albert Rickmers“ kam infolge seines östlichen Kurses aus dem Bereiche des
damals sich bis auf den mittleren und östlichen Theil des Nordatlantischen Ozeans
ausdehnenden Hochdruckgebietes gar nicht heraus, und der herrschende Südost-
wind brachte ihn in ungestörter Fahrt bis zum Kanal. Mehrere Tiefdruckgebiete,
mit denen die westlicher stehenden Mitsegler zu thun hatten, reichten mit ihren
Wirkungen gar nicht bis zw ihm heran.
Aequafor. . ..-
5° N-Br.o...
10° N-Br ....
15° N-Br u...
20° N-Br ....
25° N-Br ....
30° N-Br u...
35° N-Br u...
10° N-Br....s
15° N-Br 1...
Tuskar od. Lizard
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10/1
3/14
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26,5°
26,8°
29,8°
28,5°
22,6°
38,2°
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762,8
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771,5
Aequator—Tuskar, 28 Tage
A
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Zeit | W-Le |
Wind [Erafede
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12h 4
'899
min
5/11
7/11
11/11
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19/17
22/1°
25/1 °
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6,5°
“7,29
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30,0°
18,3°
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758,0
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753,5
18T
1
i:W
Aequator— Lizard, 31 Tage
„Horn“
Zeit
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25/1
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32,29
46,09
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760,5
762,0
7720
Aequator—Lizard. 26 "Tage
.) Siehe 'Textfigur anf vorhergehender Saite-