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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1900. 
Rickmers“ auch Rangun wieder und trat die Heimreise nach Bremen an. Am 
24. August wurde die offene See erreicht. Bis zum 5. September, an welchem 
Tage Sumatra erblickt wurde, konnte bei mälsigem Südwestmonsun ein ziemlich 
befriedigender Fortgang erzielt werden. Als der Monsun aber nach dieser Zeit 
stürmisch wurde, nahm die Reise einen langsameren Verlauf. Am 10, September 
wurde der Monsun flauer und raumer, und am 13. September wurde in 93,4° O-Lg 
der Aequator überschritten. 
Nach mehreren Tagen der Stille und leichten Mallung setzte bei dem am 
19. September in 4,5° S-Br und 92° O-Lg stehenden „Albert Rickmers“ endlich 
der Südostpassat ein, der rasch zum kräftigen Winde zunahm. Bis zur polaren 
Passatgrenze, zu welcher das Schiff am 2. Oktober in 28° S-Br und 51° O-Lg 
gelangte, war die Fahrt des Schiffes eine ungestörte. Auch als später der Wind 
mehrere unregelmäfßig verlaufende Drehungen nach links ausführte, liefßs sich, 
weil der Wind sich dabei nur für kurze Zeit im westlichen Halbkreise hielt, ein 
befriedigender Fortgang erzielen. Nur bei dem Rundlauf, der sich am 10. Oktober 
bei dem damals in 32° S-Br und 32,5° O-Lg, also nicht weit von der Südost- 
küste Afrikas, stehenden „Albert Rickmers“ ereignete, wehte der Südwestwind 
für kurze Zeit als voller Sturm. Der Luftdruck, welcher in 36 Stunden um 17 mn 
abgenommen hatte, erreichte dort mit 757,5 mm seinen niedrigsten Stand, stieg 
dann aber wieder innerhalb 20 Stunden bis auf 774,0 mm. Wahrscheinlich machte 
sich dasselbe Tiefdruckgebiet zwei Tage später auch bei dem am 12. Oktober 
mittags in 24° S-Br und 47,3° O-Lg stehenden Mitsegler „R. C. Rickmers“ be- 
merkbar. ‚Doch war bei diesem Schiffe, dem nördlicheren Standpunkte oder, 
was gleichbedeutend ist, der gröfseren Entfernung vom Mittelpunkte des Tief- 
Uruckgebietes entsprechend, die Stärke des Windes beim Rundlaufe nur eine 
wanz geringe und ebenso auch die Ab- und Zunahme des Luftdruckes. Der 
niedrigste Stand, der abgelesen wurde, betrug 764 mm. Bei der freilich sehr 
willkürlichen Annahme, dafs das Tiefdruckgebiet auf seiner Bahn sich recht 
nach O bewegt habe, würde das Verhältnifs der Zeit, zu welcher an Bord beider 
Schiffe der niedrigste Barometerstand abgelesen wurde, zur Entfernung der Mit- 
segler voneinander in der Ost-— Westrichtung eine stündliche Fortbewegung des 
Tiefdruckgebietes von etwa 14 Sm ergehen. 
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S. 1 ‚Albert Riekmers“, S. 2 „Prompt“, S. 3 „Palmyra“, S. 4 „Hera“, S. 5 „Plus“, S. 6 „Athene“, 
Bei der Umsegelung des Kaps der Guten Hoffnung wurde „Albert Rick- 
mers“ durch Gegenwinde nicht sehr lange aufgehalten. Am 19. Oktober kam in 
35,5° S-Br und 21,5° O-Lg ein kräftiger Südostwind durch, bei dem noch an 
demselben Tage der Meridian von 20° O-Lg geschnitten wurde und der später 
ungestört in den Südostpassat überging. Bei „R. C. Rickmers“, der sich am 
19. Oktober in 31,5° S-Br und 32° O-Lg befand, stellte sich an diesem Tage 
auch ein frischer Südostwind ein, bei dem der Südatlantische Ozean in wenig 
Tagen erreicht werden konnte. Beide Schiffe legten dann ohne jede Störung 
19/1 1899, 8 
20/1 1899, 83 
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