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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Von Hamburg nach Hongkong und Kiautschou und zurück. 
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auf der Rhede von Hongkong geankert. Es waren bis dahin 127 Tage seit der 
Abreise vom Kanal vergangen.!) 
Nachdem die für Hongkong bestimmten Güter gelöscht worden waren, 
seizte „Albert Rickmers“ am 25. März die Reise nach Kiautschou fort. Bei 
stürmischem Nordostmonsun wurde zunächst mit B. B.-Halsen gesegelt, bis am 
28. März in 185° N-Br und 118° O-Lg schwächere und östlichere Winde ange- 
troffen wurden, Am 31. März befand sich das Schiff in Sicht von der Südspitze 
von Formosa, von wo ab unter der Beihülfe günstiger Strömung und leichter 
südöstlicher. Winde östlich von Formosa bis zum. 4. April nach 25,5° N-Br in 
124,5° O-Lg vorgerückt werden konnte. Als hier aber wieder stürmischer, bei 
anhaltend regnerischem Wetter wehender Nordostmonsun eingesetzt hatte, nahm 
die Reise wieder einen derartig langsamen Verlauf, daß in vier Tagen nur 
ein Grad Breite gutgemacht werden konnte. Diese ungünstigen Verhältnisse 
hielten an, bis „Albert Rickmers“ am 11. April nach 28° N-Br in 124° O-Lg 
gelangt war. Von hier ab wurde der Fortgang, obgleich leichte nördlich Winde 
noch vorherrschend blieben, wieder eine günstigerer, und schliefslich konnte am 
21. April in der Tsingtau-Bai geankert werden. Es waren bis dabin 27 Tage 
vergangen, seit das Schiff von Hongkong aus in See gegangen war. ; 
Am 14. Mai wurde auch Kiautschou wieder verlassen und die Reise nach 
Singapore angetreten. Begünstigt von mäfsigem und beständigem Nordostwinde 
konnte das Gelbe Meer befriedigend rasch durchsegelt werden, so dafs am 18. Mai 
30° N-Br in 126° O-Lg erreicht wurde. Südlich von diesem Punkte, wo leichte 
umlaufende Winde vorherrschten, nahm die Reise zwar einen langsameren  Ver- 
lauf, doch gelangte das Schiff dabei bis zum 22, Mai nach 24,3° N-Br in 125,5° O-Lg. 
Hier setzte aber Südwind, der beginnende Südwestmonsun, ein, gegen den, ob- 
gleich er anfänglich nur schwach auftrat, kaum Fortgang zu erzielen war. 
Hauptsächlich war dies freilich die Folge der in drei Etmalen 95 Sm nach Norden 
versetzenden Gegenströmung. In fünf Tagen konnte kein Grad Breite gutgemacht 
werden, und dabei wurde das Schiff stark nach Osten abgetrieben. Kapt. Warneke 
extschlofs sich daher, als er sich am Mittage des 27. Mai in 23,7° N-Br und 
128° O-Lg befand, seine ursprüngliche Absicht, durch die China-See zu gehen, 
aufzugeben und den östlich von den Philippinen nach Süden zur Jilolo-Strafse 
führenden Weg einzuschlagen. Als der „Albert Rickmers“ auf diesem bis zum 
1. Juni nach 20° N-Br in 132,5° O-Lg gelangt war, nahm der schwache Wind 
eine vorherrschend südöstliche Richtung an, und die Strömung wurde eine, an 
manchen Tagen grofse Stärke erreichende, westliche. Am 10. Juni wurde 10° N-Br 
in 127° O-Lg, am 17. Juni 5° N-Br in 127,5° O-Lg geschnitten und am 23. Juni 
der Aequator in 129°O-Lg erreicht. Der weitere Weg, durch die Molukken-See 
zur Sunda-See führend, nahm bei theils leichten, theils frischeren südöstlichen 
Winden einen ganz befriedigenden Verlauf. Am 3. Juli wurde die Salayer-Strafße 
passirt und dann bei mäfsigem Monsune der Weg durch die Sunda-See fortgesetzt. 
Am Mittage des 8. Juli war der Schiffsort 3,5° S-Br in 109,7° O-Lg, worauf 
„Albert Rickmers“ dann, durch die Karimata- und Rhio-Strafse gehend, bis zum 
13. Juli zur Rhede von Singapore segelte. Um dahin von Kiautschou zu ge- 
langen, waren 60 Tage erforderlich gewesen. 
Nachdem der Zweck des Anlaufens von Singapore, nämlich die Einnahme 
von 55 Tonnen zur Garnirung unter der Reisladung bestimmten Rattans, bewerk- 
stelligt worden war, wurde am 18. die Reise nach dem Reishafen Rangun fort- 
gesetzt. Bei leichten aus westlicher und nordwestlicher Richtung vorherrschenden 
Winden wurde die Fahrt dorthin bis zum 5. August vollendet. Die Reise von 
Kiautschou nach Rangun hatte, den Aufenthalt in Singapore nicht mitgerechnet, 
78 Tage gedauert. Kapt. Warncke bemerkt in seinem Tagebuche, dafs am 
15. August eine norwegische Bark in Rangun ‚eingetroffen sei, die, von Shanghai 
kommend, den Weg durch die China-See genommen und zu dieser Fahrt 96 Tage 
benöthigt habe. . 
Schon am 22, August verliefs der mit Reis schwer beladene „Albert 
1) Dareh den Umweg durch die Sunda-Strafse, zu welchem Kapt. Warneke durch den 
angetroffenen schralen Passat geführt wurde, ging, wenn man die Reise mit . dem Durchschnitt 
vergleicht, nur wenig Zeit verloren. „Albert Rickmers“ benöthigte für die Strecke von 80° O-Lg 
nach Hongkong 59 Tage, während die mittlere Dauer auf: dem Wege durch die Lombok-, Allas- 
oder Ombai-Strafse und die Jilolo-Strafse, wenn 80°.O-Lg im Januar gekreuzt wird, 57 Tage beträgt.
	        
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