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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

| An 
Annalen der 
Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1900 
Die Tiefen in der Durchfahrt. Bei der Ansteuerung der Durchfahrt 
fuhr S, M. S. „Nixe“ ungefähr entlang der Lothungslinie, welche von H. M. S. 
„Garnet“ gelegt ist. Die gefundenen Tiefen waren aber bedeutend gröfser als 
die in der Karte angegebenen. Es wurden 17 und 18 Faden gefunden, wo in 
der Karte 9 bis 10 Faden angegeben stehen. Bis querab von Mosquito-Huk 
wurde nicht unter 12 Faden gelothet. In der Strafse selbst entsprachen die ge- 
fundenen Tiefen im Allgemeinen den Angaben der Karte. 
Die Durchsteuerung durch die Margarita-Durchfahrt von Osten. 
Kommt man bei nicht sehr sichtigem Wetter von Osten, so thut man am besten, 
die Moreno-Huk oder den Leuchtthurm von Pueblo de la Mar (Palmar) anzu- 
steuern. Dieses Land bekommt man wegen seiner Höhe bedeutend eher in Sicht, 
als die flache Mosquito-Landspitze. 
Sowie man auf diesem Kurse Punta de la Ballena N und Punta de Mosquitos 
0 peilt (Mifsweisung 1,3° 0), so hält man auf die Nordwestspitze von Coche-Insel ab. 
Dieser Kurs ist zu steuern, bis man Punta de Mosquitos quer hat, Man wird 
sich dann ungefähr in der Mitte der Durchfahrt (15 bis 20 Faden Tiefe) befinden. 
Der Kurs ist jetzt auf Punta de Mangles und zwar, da die Spitze selbst flach 
und auf gröfsere Entfernung nicht sichtbar ist, auf das Südende des auf ihr sich scharf 
abhebenden Gebüsches zu richten. Das Loth ist hierbei stets im Gange zu halten 
und der Kurs nach Margarita hin zu ändern, sowie man nach Coche hin aus der 
tiefen Rinne kommt, Peilt man auf dem vorher angegebenen Kurse die aller- 
dings nicht sehr gut auszumachende Landspitze Punta Carnero quer und befindet 
man sich in der tiefen Rinne oder nördlich derselben, so halte man auf das Süd- 
ende von Cubagua ab und verfolge diesen Kurs, bis die durch das darauf- 
stehende Fischerdorf kenntliche Punta de Piedras quer ist, dann steuere man 
mit NW'2W ungefähr auf die zweite hohe Bergspitze (von Östen aus gerechnet) 
des westlichen Theiles von Margarita zu, bis die Wesfispitze von Cubagua quer- 
ab ist. Der Kurs W’/8S bis WzS, Punta de Piedras recht achteraus, führt un- 
gefähr in der Mitte zwischen Cubagua und Margarita heraus ins freie Wasser. 
Bei der Durchfahrt hat man auch gut auf die Stromverseizung zu achten, 
da ein ziemlich starker Strom durch die Straße läuft. 
S, M. S. „Nixe“ stellte einen Weststrom von 1 Sm Stärke fest (Neumond). 
Antofagasta. 
Nach dem Fragebogen über Antofagasta von Kapt. W. Gerlitzky, Vollschiff „Susanna“ und 
dem Bericht von Kapt. 6. Höckelmann. Bark „Antigone“, 
Antofagasta liegt an der Moreno-Bucht; die Lage des Observationspfeilers 
bei der Eisenbahnstation ist nach den Beobachtungen der Sternwarte von Santiago 
in den Jahren 1888 und 1889 23° 38’ 39,3” S und 70° 24’ 39” W. Die Deklination 
wurde gleichzeitig zu 12° 1,5‘ O0 bestimmt, jährliche Aenderung etwa Null. Anto- 
fagasta hat seine frühere Bedeutung als Salpeterhafen verloren. Nur wenige 
Schiffe laden hier Salpeter, die meisten versegeln in Ballast nach lquique oder 
nach einem anderen Hafen. 
Landmarken, Die Berge Moreno und Jorge sind ziemlich weit sichtbar. 
Aufserdem bildet das grofse Hüttenwerk mit dem 90m hohen Schornstein etwa 
2 Sm) südlich von Antofagasta eine gute Landmarke. Der weifse Anker auf dem 
Abhange des Ankerhügels, dessen Farbe in den letzten Jahren arg verwittert 
war und der nur aus geringer Entfernung bei günstiger Beleuchtung erkannt 
werden konnte, ist nach dem Bericht des Kapt. G. Höckelmann, Bark „Anti- 
gone“, im August 1899 neu geweifst worden: es ist anzunehmen, dafs diese Land- 
marke jetzt besser erkennbar ist. 
Nachts sind die elektrischen Lichter des eben genannten Hüttenwerkes 
etwa 1%Sm weit sichtbar. 
Ansteuerung der Rhede. Die Ansteuerung der Rhede von Antofagasta 
ist einfach, da die grofse Moreno-Bucht nicht leicht verwechselt werden kann. 
Von Süden kommend, mache man bei der 213 m hohen, gut kenntlichen Jara-Huk 
Land und steuere dann in entsprechendem Abstande längs der Küste. Zuerst 
wird man das Hüttenwerk südlich von Antofagasta und etwa gleichzeitig die Berge
	        
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