Ann. d. Hydr. ete., XXVII. Jahrg. (1900), Heft V.
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Meteorologische Beobachtungen in Ostasien
an Bord 8. M. S. „Deutschland‘‘ während des Sommers 1899. ;
Vom Kommando S. M. S. „Deutschland“ wurde der Seewarte eine Reihe
von Barogrammen und sonstigen Wetterbeobachtungen mitgetheilt, welche in Ost-
asien in der Zeit zwischen dem 12. Juni und 13. November 1899 an Bord ge-
macht wurden. Die Barogramme wurden von einem Seiner Königlichen Hoheit
dem Prinzen Heinrich von Preufsen gehörigen Richards-Barographen auf-
genommen. S. M. S. „Deutschland“ lag vom 12. bis 19. Juni auf Tsechimulpo-
Rhede, dampfte vom 20. zum 29. Juni mit kurzer Unterbrechung durch Auf-
enthalt in Tsingtau nach Yokohama, blieb in der dortigen Bucht bis zum 10. Juli
und . ging dann weiter über Kobe (Liegezeit 11. bis 17. Juli), Hirosima und
Nagasaki, wo wieder nur für kurze Zeit geankert wurde, nach Gensan, Korea.
Der Aufenthalt hier dauerte einschliefslich eines kurzen Besuches in Lazaref
vom 25. Juli bis zum 20. August, worauf nach Hakodate zurückgedampft wurde,
wo das Schiff. sich dieses Mal vom 29. August bis zum 9. Septembör aufhielt.
In Tsingtau, dem nächsten angelaufenen Platz, blieb S. M. &. „Deutschland“
vom 15. September bis zum 1°. Oktober; dann. wurde über Wusung, wo die
Liegezeit vom 19. Oktober bis zum 2. November dauerte, und Amoy die Fahrt
fortgesetzt und am 7. November Hongkong erreicht. .
. Die nachstehende Tahelle resumirt die meteorologischen Beobachtungen,
welche vom 16. September bis zum 17. Oktober in Tsingtau gemacht wurden.
Dieselben sind insofern von besonderem Interesse, als sie eine werthvolle Er-
gänzung zu einer im Februarheft dieses Jahrganges der Annalen erschienenen,
von Dr. Herrmann bearbeiteten Mittheilung über „Die Witterung in Tsingtau
im Juli, August und September 1899, nach den Aufzeichnungen der Kaiserlichen
Vermessung im Kiautschou-Gebiet“ bilden.
Durch die übrigen meteorologischen Beobachtungen :an Bord ©. M. 8.
„Deutschland“ werden bemerkenswerthe Witterungserscheinungen nicht gemeldet.
Die Windstärke überstieg selten 4 der Beaufort-Skala, blieb vielmehr in den aller-
meisten Fällen darunter. Nur stieg an zwei Tagen, am 9. und 10. Juli, in der
Bucht von Yokohama die Stärke des herrschenden nördlichen Windes in Böen
zeitweilig auf 8 bei 757 mm Luftdruck; auch geben die letzten Tage der Beob-
achtungszeit, als der Nordostmonsun frischer durchgekommen. war, etwas gröfsere
Stärkezahlen. .
Die Barogramme zeigen die tägliche Luftdruckperiode sehr deutlich in
Hongkong, noch gut erkennbar in Tsingtau, aber nur schwach und durch unregel-
mäfige Schwankungen verdeckt in den koreanischen und japanischen Gewässern.
Resultate der Beobachtungen in Tsingtau vom 16. September bis 17. Oktober 1899.
Zeitraum
1899
Sept. 16—20/
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Procente der 16 Richtungen und deren mittlere Stärken, letztere in. kleinen Ziffern.
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