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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

- Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1900. 
bis zum 20.; sie breitete sich über die ganze Küste aus, als ein Minimum am 
18. und 19. vom Kanal über Jütland nach der mittleren Ostsee drang, das am 
18. von der Weser bis zur Oder vielfach steife Winde aus dem Südwestquadranten 
hervorrief. Im Bereich der Depression, in der am 19. und 20. ein weiteres 
Minimum von den Britischen Inseln nach der nördlichen Nordsee schritt, hatte 
die ganze Küste vom 16. bis 19. Niederschläge und in ihrer gröfsten Ausdehnung 
auch am 20. 
Beim Herannahen einer neuen Depression im Westen entwickelte sich zu- 
nächst ein von der Biscaya- See über die Britischen Inseln hinausreichender 
Rücken hohen Druckes zwischen den beiden Depressionen, der am 21. und 22, 
etwas kälteres Wetter brachte, indem er Luft aus höheren Breiten herbeiführte. 
Beim Herannahen der Depression im Westen verlagerte sich die mit ihrem 
Centrum über der Nordsee liegende Depression allmählich nach Nordosteuropa, 
und es traten wieder südwestliche und südliche Winde ein, die wieder ein Steigen 
der Temperatur bewirkten, besonders als die Depression sich auch über Südwest- 
europa gegenüber einem Hochdruckgebiet über dem Osten und Südosten des 
Erdtheiles ausbreitete; Niederschläge herrschten am 21. bis 23, ostwärts bis 
zur Oder und am 24. an der Ostsee und Nebel am 23. und 24. an der west- 
deutschen Küste. 
Eine neue, am 25, über der Biscaya - See erschienene Depression dehnte 
ihr Gebiet bald über Centraleuropa aus, so daß die Winde an der ganzen Küste 
am 26. bei einem Maximum über Skandinavien östliche Richtung annahmen; die 
Winde wehten am 27. an der mittleren Ostsee vielfach steif aus SO, und es er- 
“olgte meist ein Sinken der Temperatur, nachdem am 24. auf den Nordsee-Inseln 
and am 25. längs des übrigen Küstengebietes die höchsten Monatstemperaturen 
aufgetreten waren. Es entwickelte sich ein Theilminimum über Ostdeutschland, 
das sich schnell vertiefte und über Osteuropa ausdehnte, so dafs nördliche Winde 
aintraten, die durch die Wechselwirkung der Depression mit einem vom Ozean 
im Nordwesten über Skandinavien vordrängenden Hochdruckgebiet an der Küste 
von Mecklenburg bis Pommern am 28, vielfach steif auftraten. Während dieser 
Tage hatte die ganze Küste am 26. und 27. nebeliges Wetter, und es wurden 
nur am 27. und 28. Niederschläge an der Ostsee-Küste beobachtet. 
Bücherbesprechung. 
Handbuch der Afrikanischen Westküste zwischen Kap Verde und Lagos. 
Herausgegeben von der Direktion der Seewarte.!) 
Die Beschreibung der afrikanischen Westküste von Kap Verde bis nach Lagos weicht von 
anderen Küstenbeschreibungen wesentlich ab. Besonders ist darauf gesehen worden, nur das auf- 
zunehmen, was aus den Karten nicht ersichtlich, aber doch für die sichere Schiffahrt erforderlich 
ist. Das vorhandene Material ist so verarbeitet worden, wie es für die Bedürfnisse der heutigen 
Dampferfahrt, die an dieser Küste jetzt fast allein in Betracht kommt, geboten erschien: indessen 
sind die Bedürfnisse der Segelschiffahrt mit berücksichtigt. 
Benutzt wurden aufser den neuesten englischen und französischen Karten und Segelhand- 
büchern besonders die der Seewarte eingelieferten Fragebogen der Kapitäne der Woermann - Linie 
B. Haken, R. Henneberg und F, Martens und der Kaiserlichen Konsuln von Bissao, Freetown, 
Monrovia und Lagos, sowie die neueren Reiseberichte S. M. Schiffe. Dem I. Abschnitt sind aufser 
Jen Erfahrungen der genannten Schiffsführer die Angaben des von der Seewarte herausgegebenen 
„Segelhandbuches für den Atlantischen Ozean“, 2. Auflage, zu Grunde gelegt, 
Weil das vorliegende Fragebogenmaterial nur die Häfen zwischen Kap Verde und Lagos 
amfafst, wurde auch die Küstenbeschreibung nur bis zu letzterem Hafen geführt. Material über die 
Häfen nördlich und südlich von dem beschriebenen Gebiet wäre zu späterer Vervollständigung dieser 
Küstenbeschreibung sehr erwünscht, 
Alle an der westafrikanischen Küste verkehrenden Schiffsführer werden deshalb gebeten, 
sich an der Beantwortung der Fragebogen der Seewarte zu betheiligen und Vorschläge zu Be- 
richtigungen oder Ergänzungen für dieses Haudbuch an die Seewarte gelangen zu lassen. 
Den obengenannten Kapitänen sowie den Kaiserlichen Konsulaten, die durch Beantwortung 
der Fragebogen die vorliegende Arbeit unterstützt haben, spricht die Direktion der Seewarte auch 
an dieser Stelle ihren Dank aus. 
Berichtigung. 
Im Artikel: Ueber die Halophänomene von Dr. J. B. Messerschmitt Ann, d. Hydr, 1900 
S. 39 sind in der Tabelle „Beobachtete Ringe im Atlantischen Ozean“ unter Mond die Veberschriften 
Vorm. und Nachm. miteinander zu vertauschen. 
X Hamburg 1900, in Kommission bei L. Friederichsen & Co. Preis 1,50 Mk, 
A
	        
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