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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Die Witterung an der deutschen Küste im Februar 1900. 
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der ganzen Küste, am 15. an der Nordsee und westlichen Ostsee, am 16. bis 19, 
an der ganzen Küste, am 20. an’ der Nordsee und östlichen Ostsee, am 21. bis 
23, ostwärts bis zur Oder, am 24. an der Ostsee, am 27, ostwärts der Elbe und 
am 28. an der Ostsee. ‚Sehr ergiebige, in 24 Stunden mehr als 20 mm betragende 
Niederschläge sowie Gewitter kamen nicht vor. Nebel trat über größerem 
Gebiete auf am 4. und 5, an der ganzen Küste, am 6. ostwärts der Oder, am 
8, an der Nordsee, am 10, an der schleswig-holsteinschen und preufsischen Küste, 
am I9. an der Nordsee, am 23. und 24, an der Nordsee und westlichen Ostsee 
and am 26. und 27. an der ganzen Küste. Heitere Tage, charakterisirt durch 
eine im Mittel aus den drei Beobachtungen am Tage kleiner als 2 berechnete, 
nach der Skala 0 bis 10 geschätzte Bewölkung traten über gröfßserem Gebiete 
auf am 7. zwischen Weser und Elbe und an der westlichen und mittleren Ostsee, 
am 9, ostwärts bis zur Oder, sowie am 13. von der Weser bis zur mecklen- 
burgischen Küste. 
Die zu Zeiten der Terminbeobachtungen notirten Windrichtungen waren 
relativ gleichmäfsig über die Windrose vertheilt und ergaben das häufigste Vor- 
kommen meist für Winde aus südlichen Richtungen. 
Nachdem am 1. im Bereich einer im Südwesten liegenden und mit einem 
Ausläufer nach der Ostsee reichenden Depression an der Küste veränderliche Winde 
geweht hatten, herrschten am 2. und 3. Winde aus östlichen Richtungen auf der 
Südseite eines über Nordeuropa lagernden Hochdruckgebietes. Doch der Druck 
nahm hier wieder rasch ab, und es bestand. vom 4. bis 9, über Centraleuropa 
eine sehr gleichmäfsige, rasch wechselnde Druckvertheilung, veränderliche Winde 
bedingend. Bei Steigen des Druckes über der Biscaya-See drang eine Depression 
von hier in Kontinentaleuropa vor und eine andere breitete sich von Nordwesten 
her über dem Nordseegebiet und weiterhin aus, so dafs zeitweise fast ganz 
Europa von Depressionen bedeckt war, bis auf die letzten Tage dieses Zeit- 
raumes, an denen ein Hochdruckgebiet von Irland her nach Westrussland schritt. 
In seinem Bereich herrschte am 9, vorwiegend heiteres Wetter, das vorher nur 
am 7. über einem kleinen Theile des Gebietes aufgetreten war, nachdem vielfach 
regnerisches sowie am 4. und 5. durchweg und am 6. und 8. theilweise nebeliges 
Wetter bestanden hatte. Bei Ausschlufs der Winde aus südlichen Richtungen 
und dem häufigen Auftreten nördlicher Winde führten die letzten Tage des Zeit- 
raumes kälteres Wetter herbei. V 
. Als am 10. bis 13. ein Minimum südlich von Irland her durch den Süden 
der Nord- und Ostsee nach Russland schritt, während sich ein zunächst Osteuropa 
bedeckendes Hochdruckgebiet über Nordost- nach Nordeuropa verlagerte, wehten 
die Winde am 10. und 11. aus O0 — SO und drehten dann auf der Süd- und. 
Rückseite des Minimums nach SW und weiterhin nach NW. Es traten wieder 
höbere Temperaturen ein, die durch die Winde der Rückseite nur wenig herab- 
gedrückt wurden, Nachdem am 11. und 12. an der ganzen Küste Niederschläge 
gefallen waren, hatte die westdeutsche Küste am 13. theilweise heiteres Wetter, 
Ein am Abend des 13. vor dem Kanal erschienenes tiefes Minimum lag 
am folgenden Morgen über Belgien und führte, rasch ostwärts fortschreitend und 
dabei an Tiefe abnehmend, am 14, an der ganzen Küste Winde aus dem Nord- 
ostquadranten herbei, die unter der Einwirkung eines Hochdruckgebietes über 
Skandinavien stark auffrischten und an der Nordsee mehrfach Stärke 8 bis 9 
erreichten. Dieses Hochdruckgebiet trat mit einem anderen über der Biscaya- 
See durch einen Rücken hohen Druckes in Verbindung, und es entwickelte sich 
schnell ein: am 15, vom höchsten Luftdruck über Nordeuropa bis nach dem 
Mittelmeer reichendes, Centraleuropa umfassendes Hochäruckgebiet, das vor einer 
von Westen vordringenden Depression mit einem tiefen Minimum über den 
Britischen Inseln langsam ostwärts zurückwich. Ein zunächst nach der Biscaya- 
See reichender und schnell nach Norddeutschland fortschreitender. Ausläufer rief 
in Wechselwirkung mit dem Maximum im Norden, das seinen Kern nach 
Nordosteuropa verlagert hatte, am 16. ostwärts bis Pommern schweren, weiter 
ostwärts mäfsigen Südoststurm hervor; überall fielen Niederschläge, und von 
Wustrow bis Memel traten die niedrigsten Temperaturen des Monats ein. 
Auf der Südseite des Ausläufers traten an der westdeutschen Küste bereits 
am 16. südwestliche und südliche Winde ein, die ein sehr rasches Ansteigen der 
Temperatur bewirkten. Milde Luft ozeanischen Ursprunges herrschte zunächst
	        
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