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Stat.
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1900.
Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage)
Mittl.
Windstärke:
(Beaufort)
‚ NNE/NE ENE:E ‚ESE.SE SSE!S SSWISW |WSW W WNW;NW NNW/Stille, Sa,2p |8p.
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3,2| 8,0 18,7
3,0, 2,6 13,1
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12,.1'2,9 2,1
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2
D
2,1 2,5 12,7
2,8/ 8,1 [8,21
3,1 3,2:32,0
2
3
3
2,1; 2,5 12.1,
2,21 2,3 2,0
2.1.2.1 2,0
Der Monat Februar charakterisirte sich in seinen Monatswerthen durch zu
niedrigen Luftdruck, meist nahezu normale Temperaturen und Niederschläge und
vorwiegend zu starke Bewölkung, während die registrirten Windgeschwindigkeiten
hberwiegend zu klein waren.
Stürmische Winde traten über gröfserem Gebiete nur am 14. an der
Nordsee mit der Stärke 8 und vereinzelt 9 meist aus dem Nordostquadranten
und am 16. aus dem Südostquadranten ostwärts bis Pommern meist mit der
Stärke 9 und vielfach 10 und an der preufsischen Küste mit der Stärke 8 bis 9
auf, Aufserdem wehten vielfach steife Winde am 11. an der westdeutschen Küste
aus dem Südostquadranten, am 18, zwischen Weser und Oder aus dem Südwest-
juadranten, am 27, an der mittleren Ostsee aus dem Südostquadranten und am
28, von Mecklenburg bis Pommern aus nördlichen Richtungen.
Die Morgentemperaturen lagen an der Nordsee vom 1. bis 16. meist unter
den normalen Werthen, dann über diesen, mit Ausnahme des 22. und 28., während
sie im Osten nur am 8. bis 1l. und 15. bis 18. relativ niedrig waren und die
westliche Ostsee am 1., 3. bis 5. und 22. meist an den höheren Temperaturen
les Ostens theilnahm und im Uebrigen mit der Nordsee-Küste übereinstimmte.
{in ihrem Gange von Tag zu Tag zeigten die Morgentemperaturen bis zum 6., um
Null liegend, wenig Aende: ung, dann folgten niedrigere, fast ausnahmslos unter
dem Gefrierpunkt liegende Morgeutemperaturen, ostwärts bis zur Oder bis zum
L6., in Memel bis zum 18., wobei im Allgemeinen gröfste Erniedrigungen um den
10. und am 16., getrennt durch höhere Temperaturen während der III. Pentade,
auftraten. Hierauf stiegen die Morgentemperaturen schnell an, vom 16. zum 17.
in Wustrow um 10,4° und Swinemünde um 13,3° sowie in Memel vom 18. zum
19. um 14,9°, und blieben dann mit wenigen Ausnahmen über dem Gefrierpunkt;
die letzte Dekade brachte von der Oder ostwärts kleine Aenderungen, während
im Westen größere Schwankungen, insbesondere vorübergehend relativ hohe
Temperaturen am 20. und 24. bis 26. beobachtet wurden. Die Temperatur
schwankte an der Küste zwischen 14,9°, der höchsten in Wilhelmshaven, und
—19,6°, der niedrigsten in Memel beobachteten Temperatur, also um 345°,
während die kleinste Schwankung in Keitum mit 14,4° und die gröfste mit 23,8°
in Memel beobachtet wurde, Die mittlere Veränderlichkeit der Temperatur von
Tag zu Tag zur Zeit der drei Beobachtungstermine schwankte mit ihren größten
Werthen zwischen 1,9° und 2,6°, bis auf Memel, wo diese 3,5° betrug und hatte
ihren kleinsten Betrag meist am Abend, während die gröfste Veränderlichkeit
keinen Beobachtungstermin durch besondere Häufigkeit ihres Vorkommens be-
sonders bevorzugte.
Sieht man von geringfügigen oder ganz vereinzelt auftretenden Nieder-
schlägen ab und läfst man den Niederschlagstag um 8 Uhr Ortszeit des gleich-
namigen Kalendertages beginnen, so fielen die Niederschläge im Februar über
größerem Gebiete am 1]. zwischen Weser und Oder, am 3. an der schleswig-
holsteinschen Küste, am 4. an der Ostsee, am 6. an der preufsischen Küste, am
7. an Theilen der Nordsee und an der westlichen Ostsee, am 8, an der Nordsee
und ostwärts der Oder, am 10. an der preufsischen Küste, am 11., 12. und 14. an