Herrmann: Rückblick auf das Wetter in Deutschland im Jahre 1899. 181
Monat
Juli. 0.0.0
August .
September . .
Oktober. . .
November. .
Dezember .
N ; | Westliche Ostsee
Nordsee (einschl. Rügen)
17. NW
18. NW, 22. SW
17. NW, 18. NW
21. SW, 22. SW, 25. SW
13. NW, 24, NW
3. SW, 24. NW, 25. NW,
31. NW
11. SW. 23. SW, 24. SW
11. SWI/NW. 24. SW
2 NW, 4. SW
2, NW, 4. SW, 5. NW
OÖ eugliche Ostsee
17. SW, 18. NW—SW
19. SW, 20. SW, 21. SW.
23. SW
8. NW, 24. NW, 25, NW
. NW, 11. SW/NW,
12.SW/NW, 15. NO, 16. NO,
20. SWINW, 22. NW.
23.8 W.24.3W,27.SW/NW,
28. NW
NW. 4. SW. 5. NW
. Es berichten an den kursiv gedruckten Tagen wenigstens ein Drittel der Signalstellen der
Seewarte auf den einzelnen Küstenstrecken Windstärke 8 der Beaufort- Skala und darüber, an den
ınderen Tagen wenigstens die Hälfte.
Im Auftrage der Direktion der Seewarte
bearbeitet von Dr. E. Herrmann.
Sprungwelle und Fluthgröfse im oberen Theil der Fundy-Bai.
Nach einem kanadischen amtlichen Bericht bearbeitet von Dr. 6. Schott.
(Hierzu Tafel 6.)
Die letzte Mittheilung, welche die „Annalen der Hydrographie etc.“ über
die hydrographischen Arbeiten der Tidal Survey in den kanadischen Gewässern
yebracht haben, bezog sich auf die Herausgabe neuer Gezeitentafeln für den
Bereich des St. Lorenz-Golfes.!) In jener Mittheilung ist, wie W. Bell Dawson,
der Engineer in charge, dem Berichterstatter mitgetheilt hat, ein Irrthum insofern
enthalten, als unter Picton nicht die Insel im Northumberland - Kanal zu ver-
stehen ist, sondern die kleine Stadt und der Hafen Pictou am südlichen Aus-
yange der genannten Strafse. Dieser Hafen ist ein nicht unwichtiger Verlade-
platz für weiche Dampferkohle, die in Neu-Schottland in Mengen gewonnen und
von Pietou, Sydney und Parrsboro (letzterer Ort an der Fundy-Bai) verschifft
wird, während fast alle in den nördlichen Theilen der Vereinigten Staaten
producirte Kohle harte, anthracitartige Kohle ist. ;
Die hydrographischen Untersuchungen der früheren Jahre bezogen sich
auf den St. Lorenz-Golf; nun ist auch der an der Fundy-Bai gelegene Theil
der kanadischen Gewässer in Angriff genommen worden, allerdings zunächst nur
in dem Sinne, dafs daselbst an verschiedenen, passend ausgesuchten Land-
stationen selbstregistrirende Pegel im Laufe des Sommers 1898 in Thätigkeit
gesetzt worden sind. Arbeiten auf See von einem Schiffe aus, die zu einer
hydrographischen oder besser gesagt ozeanographischen Gesammtaufnahme des
ganzen höchst interessanten Meerestheiles führen würden, konnten noch nicht
gemacht werden.
Die Fundy-Bai hat, wenn man von Bryer-Insel bis zur Cumberland-Bucht
(im äufsersten Nordosten) rechnet, eine Länge von etwa 250 km und eine Breite
von fast 60km. In St. John auf der Nordseite der Bai sowie in Halifax an
der atlantischen Küste Neu-Schottlands sind schon seit längerer Zeit Haupt-
pegelstationen; man wollte nun den Verlauf der Gezeitenwelle in der Fundy-Ba;
ermitteln und speziell, welche Häfen an der Südwestküste Neu-Schottlands in
ihren Hafenzeiten einerseits mit St. John, andererseits mit Halifax in Beziehung
gebracht werden müssen, ;
In dem unteren, westwärts von St. John gelegenen Theil der Bai stellte
man vier Registririnstrumente auf, nämlich zu Yarmouth, Westport und Dighy
auf der Neu-Schottland-Seite, zu Campobello auf der Neu-Braunschweig-Seite.
(Siehe Karte auf Tafel 6.)
\ Siehe Jahrgang 1898, S. 173.