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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Dinklage: Rasche Fahrten deutscher Segelschiffe auf südlichen Breiten. 165 
in welchen beiden Etmalen auf ungefähr 112° 0-Lg zusammen nur 138 Sm gemacht 
wurden, ferner vom 2. bis zum 10. September zwischen 150° und 180° O-Lg und 
wieder im östlichen Theile des Stillen Ozeans am: 21. und 22,, am 25. und am 
29. September, und erreichte infolgedessen „Selene“, obgleich sie an mehreren Tagen 
auf gröfsere Fahrgeschwindigkeiten kam als „Adolf“ — am 15. und 27. August 
wurden 300, am 13. September 303 und am 27. September mit einer Durchschnitts- 
fahrt von 13%4 Knoten sogar 330 Sm?!) abgelaufen —, nicht gänzlich die mittlere 
Fahrtschnelle des „Adolf“. Kine erhebliche Verzögerung durch Flaue und Stille 
entstand auch noch in den allerletzten Tagen der Reise beim Aufsteuern nach 
Norden unweit der chilenischen Küste. Nachdem die Bark am 1. Oktober 
28° S-Br nordwärts überschritten, machte sie in den 5 Tagen bis zum 6. im 
Ganzen nur 451 Sm. 
Immerhin bleibt das von „Selene“ erzielte Resultat, wenn man es mit den 
mittleren Fahrgeschwindigkeiten auf anderen langen Seglerwegen vergleicht, ein 
aufsergewöhnlich gutes. In den 61 Tagen vom 7. August bis zum 6. Oktober, 
für welche die zurückgelegten Distanzen notirt sind, durchsegelte die Bark von 
36,4° S-Br, 29,5° O-Lg über 50,7° S-Br, 167° W-Lg nach 21,8° S-Br, 71,0° W-Lg 
11 715 Sm, was ein Durchschnittsetmal von 192,5 Sm und unter Anrechnung von 
17,3 Stunden Zeitverkürzung für zurückgelegte 259 Ostlängengrade für 24 Stunden 
im Mittel 194,3 Sm, für eine Stunde 8,1 Sm giebt. Läfst man den letzten lang- 
wierigen Reiseabschnitt von 5 Tagen und 451 Sm aus der Rechnung, so steigert 
sich die in der berichtigten Zeit von 55,29 Tagen auf 11264 Sm Wegeslänge 
eingehaltene mittlere Distanz für 24 Stunden schon auf 203,7 und für eine Stunde 
auf 8,5 Sm. Diese Zahlen bedeuten für die Triebkraft des Windes, des Schiffes 
und des Schiffers jedenfalls auch eine ausgezeichnete Leistung. 
Für die nach der angetroffenen Gelegenheit mehr oder weniger ver- 
schiedenen einzelnen Abschnitte der Reise ergeben sich folgende Resultate: 
August 7 bis 24, zwischen 36,4°S-Br, 29,5° 0-Lg und 48,6° S-Br, 111,8° 0-Lg 
in 16,77 Tagen (Zeit für gutgemachte Länge berichtigt) 3765 Sm, sind durch- 
schnittlich 224,5 Sm in 24 Stunden und 9,35 Sm in einer Stunde. 
August 24 bis 26, zwischen 48,6° S-Br, 111,8° O-Lg und 48,7° S-Br, 
115,2° O-Lg in 2 Tagen 138 Sm, sind 69 Sm in 24 Stunden und 2,88 Sm in 
einer Stunde. 
August 26 bis September 2, zwischen 48,7° S-Br, 115,2° 0O-Lg und 49,3° S-Br, 
150,1° O-Lg in 6,9 Tagen 1378 Sm, giebt als Mittel für 24 Stunden 199,7, für 
eine Stunde 8,32 Sm. Der Abschnitt enthält ein gutes und ein sehr gutes Etmal 
von 300 Sm und zwei ziemlich gute, dagegen drei, die, wenn sie auch nicht als 
schlechte zu bezeichnen sind, doch im Vergleich zu den gewöhnlichen Verhältnissen 
dieser Reise nur ungenügende Distanzen einbrachten. 
September 2 bis 10, zwischen 49,3° S-Br, 150,1° O-Lg und 49,8° S-Br, 
179,8° W-Lg in 7,92 Tagen 1194 Sm, das sind 150,8 Sm: für 24 Stunden und 
6,28 Sm für eine Stunde. Mit Ausnahme dreier, am 2., 6. und 9. September, sind 
alle Etmale unbefriedigend. Das vom 4. schliefst mit nur 56 Sm ab. 
September 10 bis 20, zwischen 49,8° S-Br, 179,8° W-Lg und 48,1° S-Br, 
114,7° W-Lg in 10,82 Tagen 2575 Sm; Durchschnitt für 24 Stunden 238,0, für 
eine Stunde 9,92 Sm. Alles gute Etmale, nur zwei von etwas weniger als 200, 
fünf von nahezu 250 oder mehr und eins von 303 Sm. 
. September 20. bis Oktober 1, zwischen 48,1° S-Br; 114,7°. W-Lg und 
27,7° S-Br, 76,1° W-Lg in 10,89 Tagen 2214 Sm; mittlere Distanz für 24 Stunden 
203,3, für eine Stunde 8,47 Sm. Während dieses Abschnittes herrschte eine sehr 
veränderliche Gelegenheit, frischer bis stürmischer Wind abwechselnd mit flauer 
Briese. Am 26., 27. und 28. September machte „Selene“ ausgezeichnete Fahrten, 
1) Dies kommt immer noch. nicht an die Leistung des Vollschiffes „Katharine“, Kapt. 
B. Spille, heran, welches auf derselben Route auf der Reise von Simons Town. nach Iquique im 
September und Oktober 1889 als. beste Eimale 301, 310, 308, 331, 308 —.die. letzten vier‘je zwei 
an aufeinander folgenden Tagen — 305, 328 und 369 Sm gutmachte, Letzteres, das beste, welches 
in den Segelschiffsjournalen der Seewarte vorkommt, vollführte das Schiff vom 6. zum 7. Oktober 1889 
nei Sturm . aus. .NW bis N auf der Strecke von 52° 6‘ S-Br, 152° 40‘ W-Lg .bis 52° 12’ S-Br, 
142° 39‘ W-Lg. Es hielt dabei, wenn man die Zeitverkürzung durch gutgemachte Länge gleich 
gs Stunde in Rechnung zieht, die für ‚ein Segelschiff unübertroffene mittlere Fahrgeschwindixkeit 
ron 15,8 Sm die Stunde ein. S. Annalen 1890. S. 439
	        
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