accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Annalen der Hydrographie uud Maritimen Meteorologie, Januar 1900. 
Verausgabung gelangen; auf der ganzen Welt kann keine Gegend so genau ver- 
messen sein wie gerade diese, berichtet Mr. Banks weiter, denn seit vielen 
Jahren treiben dort Hunderte von kleinen Kuttern die Perlenfischerei, und die 
Taucher haben sozusagen den Grund des Meeres überall abgesucht. Die Regierung 
von Queensland hat eine Prämie von 50 & auf das Auffinden jeder auf den See- 
karten noch nicht verzeichneten Untiefe gesetzt, und die Fischer und Taucher 
sind natürlich sehr erpicht auf solch’ lohnende Entdeckung. 
Wie weit diese innere Route der Torres-Strafse jeder anderen Schiffs- 
strafßfse an der australischen Küste überlegen ist, beweist Mr. Banks an der 
Hand einer Statistik für die letzten vier Jahre. Dieselbe mag hier folgen: 
Unfälle, verursacht durch Strandung, Grundberührung, schweres 
Wetter, aufgestellt vom Juni 1895 bis Mai 1899 für seegehende Dampfer. !) 
. Grundberührung und wrack, . . 
- Grundberührung und schwere Havarie 
. Grundberührung und leichte Havarie . 
‚ Schwere Havarie durch die See . 
»„ Leichte Havarie durch die See. 
An der australischen Küste 
‘ oder aufserhalb der inneren 
Route der Torres-Strafse 
KH} 
Innere Route der Torres- 
Strafse 
+ 
0 
Sazmmas 
Wem daran gelegen ist, ruhiges Wetter zu finden, der mufs die innere 
Route wählen, erklärte Mr. Banks weiter, denn von den zwölf Monaten des 
Jahres weht es mindestens acht Monate an der Südküste Australiens stürmisch; 
der Vieh- und Pferdetransport ist auf der Fahrstrafse um Kap Leuwin unmöglich, 
die Dampfer benutzen deshalb schon seit langer Zeit die innere Route; aber 
auch andere Kompagnien fahren jetzt ständig diese Route und haben zum Theil 
schon ihre fest angestellten Lootsen. 
Die „Nippon-Yusen-Kaisha Line“, die „B. I. steamship Co.“, die „E. and 
A. Comp.“, die „China Navig. Comp.“ und die „Deutsch-australische Gesellschaft“ 
lassen alle ihre Dampfer diese Strafse fahren; die deutsche Gesellschaft liefs 
letzthin sogar einen Dampfer von 28 Fuß Tiefgang diesen Weg nehmen. 
Nachdem Mr. Banks in seinem Vortrage noch kurz die Route, die er 
unter dem Namen „Inner route Torres strait“ versteht, beschrieben und die ein- 
zelnen Punkte auf ihr historisches Interesse geprüft hat, macht er zum Schlufs der 
Versammlung den Vorschlag, diese neue Route „Coastal Inner route“ zu nennen, 
am die Verwechselung mit den anderen gefährlichen Passagen, die zwischen 
Australien und Neu-Guinea hindurchführen, auszuschliefsen. 
Soweit der Vortrag des Mr. Banks. 
S. M. S. „Falke“ benutzte die erwähnte innere Route und legte die 
ganze Strecke Sydney— Thursday Island in 6 Tagen 20 Stunden zurück. "Trotz 
der mondlosen Nächte war das Wetter so sichtig und ruhig, dafs „Falke“ über- 
haupt nicht zu ankern brauchte, was nach Aussage des Lootsen zuweilen ge- 
schehen mufß, wenn das Wetter unsichtig wird, namentlich in der Gegend 
zwischen Lizard Island und Restauration Point. Hier findet man indels, wie 
überall in der inneren Route, zu jeder Zeit guten Ankergrund; wird die Orts- 
bestimmung ungenau, so ankert man und wartet klares Wetter ab, was in drei 
bis vier Stunden immer wieder eintritt. 
S. M. S. „Falke“ benutzte nachstehende Route: Sandy Cape wurde vor- 
mittags gerundet und ein Kurs gewählt, der Lady Elliot Island 10 Sm an B. B. 
läfst; sobald Elliot-Feuer querab war, ein Kurs, der North Reef-Feuer 6 Sm an 
B.B. läfst und auf Percy Islands zuführt. South Hast Island bleibt 2 Sm an 
B.B., North East Island 1 Sm an B.B.; weiter zwischen Sphinx- und Pine Peak 
Island hindurch, so dafs ersteres 1 Sm an B.B. bleibt. Bayley Island, das gut 
1) Zur vollen Beweiskraft fehlt in dieser Statistik des Herrn Banks offenbar die Anzahl 
der Schiffe, welche die verschiedenen Routen in dieser Zeit befahren haben.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.