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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

160 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1900, 
fand auf dieser ganzen Strecke mit einer einzigen Ausnahme Wassertiefen von 
3,5 bis 5,5 m im Fahrwasser; auf dieser einen Strecke wurde indessen nur 1,8 m 
Wassertiefe gefunden. Er wird bis Marraquene und Manhica mit Fahrzeugen 
bis zu 1,2 m Tiefgang befahren. Der Strom läuft mit 2!/a Sm Geschwindigkeit 
abwärts, und das Flufswasser ist bis in die Nähe seiner Mündung frisch. 
Keiner von diesen Flüssen wird von Seeschiffen befahren, dahingegen 
aulser von Booten von Regierungsfahrzeugen und kleinen Privatdampfern bis zu 
2,(m Tiefzang. 
Port Melville ist eine an der Ostseite der Delagoa-Bucht liegende gut ge- 
schützte Rhede, die gegen den vorherrschenden Wind und Seegang durch die 
Insel Inyack, die Elephanten-Insel und die Cockburn-Untiefe geschützt wird, sowie 
gegen westliche und nördliche Winde durch die Gibbon- und andere westlich 
von ihr liegende Untiefen. Der Hafen eignet sich besonders bei kleinen Aus- 
besserungen und ist viel besser als der Hafen von Lorenzo Marques, weil er viel 
gesünder ist. Bei Black Bluff liegt eine Abtheilung portugiesischer Soldaten, 
doch ist daselbst keine Landungsbrücke vorhanden. 
Ansteuerung. Nachdem man innerhalb der Einfahrten zur Delagoa-Bucht 
angekommen ist und sich etwa bei der Fawn-Untiefe befindet, bringe man die 
Gibbon-Bake mit Black Bluff oder dem darauf stehenden Hause in S'/4O-Peilung 
in Eins und steuere dann auf dieser Leitmarke weiter. Gibbon-Huk passire man 
in 1 Kblg. Abstand und bringe sie später in NzO-Heckpeilung, worauf man be- 
liebig ankern kann auf etwa 14 bis 16m Wassertiefe und Sandgrund. Diese 
Rhede ist nur !/A4 Sm breit mit Wassertiefen von 9m oder mehr. Gröfsere 
Schiffe finden unmittelbar östlich von der Gibbon-Untiefe eine geräumigere Rhede. 
Um diese zu erreichen, sollten sie Gibbon-Huk in etwa 2 Kblg, Abstand zu 
passiren suchen, und wenn diese OSO in solchem Abstande peilt, SWzW steuern, 
bis das Südende der Elephanten-Insel OSO peilt. Hier finden sie 14 bis 18m 
Wasser über Sandgrund und Raum in genügendem Malse. 
Ausrüstung an Proviant ist hier nur in geringen Mengen zu haben, auch 
sind Ochsen hier selten. Frisches Wasser findet man 3 bis 3,5m unter der 
Oberfläche auf dem höchsten Theil der Insel Inyack, 60 bis 70 m von der West- 
kante entfernt. 
Wind und Wetter. Siehe „Ann. d. Hydr.“, 1886, Seite 377 ff., und „Segel- 
handbuch für den Indischen Ozean“, Seite 476 ff, 
Mozambique-Strom siehe ebendaselbst. 
Gezeiten und Gezeitenströme. Die Hafenzeit ist bei Port Melville 
4" 30”, bei der Insel Shefina 4" 40” und bei Lorenzo Marques 5" 20”; die ent- 
sprechenden Fluthhöhen betragen bei Springtide 4,6 m, 3,7 m und 3,7 m. 
Der Fluthstrom setzt aufserhalb der in der Einfahrt liegenden Untiefen 
in nördlicher Richtung mit 2 Sm Geschwindigkeit, doch in deren Nähe wird er 
allmählich abgelenkt und setzt in der Einfahrt über die Untiefen hinweg nach W. 
Innerhalb der Untiefen setzt er in südwestlicher Richtung, auch so über das 
Shefina-Riff hinweg und weiter nach der Mündung des Rio do Esprito Santo mit 
1 bis 3 Sm Geschwindigkeit. Der Ebbstrom setzt in entgegengesetzter Richtung. 
In die Flüsse dringt die Fluth mehr oder weniger weit aufwärts je nach 
deren Gefälle und dem Stande ihres Oberwassers. Sie dringt durch den Rio do 
Esprito Santo in den Rio Tembe und den Umbeluzi weit aufwärts, während der 
Lorenzo Marques-Flufs nicht weit innerhalb seiner Mündung bereits Süfswasser 
hat, wie solches auch beim Incomati der Fall ist. Am weitesten dringt die 
Fluth in den Rio Maputu aufwärte, denn bei Springtiden macht sich ibr Einflufs 
bis nach Moham, 35 Sm oberhalb der Mündung, bemerkbar; doch in dessen Mündung 
läuft auch der Ebbstrom länger als 7 Stunden und erreicht in den Biegungen 
Geschwindiykeiten von 21% bis 5 Sm. 
Rasche Fahrten deutscher Segelschiffe auf südlichen Breiten. 
Vom L. E, Dinklarze, 
Es ist eine hekannte Thatsache, dafs Segelschifle zu einem raschen regel- 
mäfsigen Vorwärtskommen nirgendwo auf der Erde eine günstigere Gelegenheit 
finden als in den höheren südlichen Breiten des Atlantischen, Indischen und
	        
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