Die Delagoa-Bucht.
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direkt darauf zu, bis man auf dem Ankerplatze in der Mitte des’ Flusses recht
vor dem Zollhause angekommen ist, wo man auf 10 bis 14 m Wasser und Schlick-
grund ankern kann. Bei Springtiden sollte man vertäuen.
. Nachts. steuere man mit demselben Kurse im Catembe-Leuchtfeuer auf-
wärts, bis die Leuchtfeuer auf der Landungsbrücke: NNW peilen, dann ändere
man.’ den‘ Kurs auf NWzN und steuere damit nach dem Ankerplatze.” :
. Hafenlootsen. Ohne Hafenlootsen darf“ kein Schiff in den Hafen ein-
laufen, ‘ Falls‘ man vorher. keinen Hafenlootsen erhalten hat, mufs man in der
Verbindungslinie der: Leuchtfeuer Reuben-Catembe ankern.
„Schleppdampfer sind in grofser Anzahl vorhanden. Ihre Dienste werden
nach fester Taxe bezahlt. Bei gewöhnlichem Wetter bezahlen. © -
Schiffe bis zu 4,4 m (14’/a Fuß) Tiefgang ‘. . .'.. 7000 reis für jede Sm,
«uw. „62. (20% „ )' N
‚von: 64 (21 „ ) und mehr. Tiefgang. 10000 „ .» »
Im Nothfalle leisten auch die. Schleppdampfer der Regierung Hülfe.
Eine Signalstation befindet sich beim Leuchtthurme auf Reuben-Huk.
Lorenzo Marques liegt. an der Nordseite des Rio do Esprito Santo, etwa
1 Sm innerhalb dessen Mündung. Die Stadt ist die Hauptstadt der südlichen
Hälfte des’ portugiesischen Ostafrika und der Sitz der maritimen Behörden. Es
mündet. hier die Eisenbahn von Transvaal, und daher ist der Platz .in raschem
Aufblühen begriffen, denn: namentlich der Durchgangsverkehr nimmt rasch zu.
Im Jahre 1897 zählte die Stadt außer der einheimischen Kaffernbevölkerung
4902 Einwohner, darunter 74 Deutsche.‘ ;
Wegen ihrer gröfstentheils niedrigen‘ sumpfigen‘ Umgebung ist die Stadt
ungesund, doch schreitet die Sanirung allmählich vorwärts, Die hervorragendsten
Gebäude ‘sind die auf einem Hügel hinter der Stadt liegende Kirche, das. nahe
dabei‘ stehende Krankenhaus und die Dienstgebäude der Behörden bei der höl-
zernen 'Landungsbrücke. .
Der Hafen ‚wird. vom Flusse gebildet, der ‘hier 7 bis 22 m Wassertiefe
hat. In neuerer Zeit sind mehrere Landungsbrücken erbaut, die .zum Theil noch
soweit verlängert werden, dafs die Seeschiffe dort direkt anlegen und laden und
löschen. können. Am Ende des‘ Jahres 1898 waren ‚folgende Landungsbrücken
vorhanden: N .
. 1. Die Passagierbrücke vor. dem Hafenamte; sie hat 123m Länge,
3 m Breite und 1,20 m Wasserstand bei Niedrigwasser. * ;
; 2, Die: Zollhausbrücke westlich davon mit 45m Länge, 8,7 m Breite
and 1,80 m - Wasserstand; N . ; en .
-7 8. Die Eisenbahnbrücke ‘ westlich vonder vorstehenden‘ mit 102m
Länge, 6m Breite und 1,20 m Wasserstand. .
- 4. Die Brücke der holländischen Gesellschaft westlich von der
unter ;3 genannten mit 112m Länge, 16,5 m Breite und 8m Wasserstand.
„5. und 6; Privatbrücken der Firmen Wilcken & Ackermann sowie
der Lingham Timber & Trading Co. Lim. .
_. 7Ferner-; war - die: Albuquerque - Brücke . östlich von den ‘obengenannten
Brücken, bei Reuben-Huk' im Bau, und kürzlich ist von der Regierung noch der
Bau einer 260 m langen und 20 m breiten eisernen Landungsbrücke ausgeschrieben,
die in. 18 Monaten fertig zu stellen: ist. |...
‚.£s° giebt . eine :gröfsere. Anzahl theils feststehender, theils beweglicher
Dampfkrähne.” -Die Zollhausanlagen haben Eisenbahnanschlufßs, Für den Durch-
gangsverkehr giebt es öffentliche und private, unter Aufsicht der Zollbehörde
stehende Speicher.
Handelsverkehr. Die Einfuhr zur See besteht hauptsächlich aus Lebens-
mitteln, Getränken, Baumaterialien, Artikel für den Minenbetrieb, Holz und
Maschinen, die Ausfuhr aus Kohlen, Wolle und Fellen. Der Werth der Gesammt-
einfuhr betrug: jm Jahre 1898 rund 32'% Millionen Mark, davon Durchfuhr
223/4 Millionen Mark; der Werth der Ausfuhr belief sich auf rund 5 Millionen Mark.
Os liefen im gleichen Jahre ein 435 Dampfer von 1 032 543 Registertonnen,
die 177-904 t Ladung löschten, und 70 Segler von 229205 Registertonnen, die
51 301 t Ladung brachten. Unter deutscher Flagge befanden sich davon 41 Dampfer
von 136 853 Registertonnen nnd 10 Segler von 9834 Registertonnen, Das größte