Die Delagoa-Bucht.
155
‚2. Ein weifses festes Feuer mit rothem Sektor brennt in. 42,1 m
Höhe über Wasser auf einem weißen runden steinernen T’hurme von. 11,9 m
Höhe, der auf Reuben-Huk steht. Das Feuer ist sichtbar in den Peilungen von
WSW!AW über W, N und O bis S0z0740; und zwar roth in den Peilungen
von WzN bis WNW'AW, im Uebrigen weifs. Es hat 17 Sm Sichtweite und
kann bei sehr sichtigem Wetter mitunter sogar östlich von der Cockburn-Untiefe
gesehen werden.
3. Ein weifses festes Feuer von 9 Sm Sichtweite brennt in 29,0 m
Höhe über Wasser auf einer. 10,0 m hohen Bake, die in Catembe an.der Süd-
seite der Flußsmündung steht. Das Feuer ‚ist nur in einem Bogen von 12° sicht-
bar, und zwar in den Peilungen von W/4S über W bis W’/sN. Die Bake ist
aus Eisen und weifs gestrichen; neben ihr steht ein kleines Haus mit rothem Dache,
4. und 5. Zwei feste Feuer brennen auf der Landungsbrücke beim
Zollhause in Lorenzo Marques, von denen das östliche roth, das westliche
grün erscheint.
„Der rothe Sektor des unter 2 genannten sowie das unter 3 genannte Feuer
dienen als Leitfeuer für die Ein- und Aussteuerung.
6. Es war beabsichtigt, auf dem Nordende der Cockburn-Untiefe einen
Leuchtthurm zu erbauen, doch scheint dieser Bau nach viermaligem vergeblichen
Versuche aufgegeben zu sein. . Während dieser Versuche brannte daselbst zeit-
weilig ein weiflses festes Feuer von 8'/2 Sm Sichtweite 7 m über Hochwasser,
doch ist es nicht bekannt, ob dasselbe zur Zeit noch brennt.
Lootsen. Auf der Elephanten-Insel befindet sich eine Lootsenstation,‘ von
der die Lootsen mit ihren Fahrzeugen bis aufserhalb der Bänke fahren, wo sie
bei gutem Wetter in der Regel angetroffen werden. Es giebt einen Lootsen-
dampfer, Kutter und Schaluppen. Die schwarzen Lootsenfahrzeuge führen an den
Seiten in grofsen weilßsen Buchstaben das Wort „PILOTE“, ferner eine weilse
viereckige Flagge mit schwarzem . Viereck und dem Buchstaben P in der Mitte,
und die Segelfahrzeuge im Grofssegel ebenfalls den Buchstaben P. Neueren
Berichten zufolge soll ein dreimastiger Hulk als Lootsenstation dienen, der
nördlich vom Cockburn-Fahrwasser liegen soll. Für Handelsschiffe besteht inso-
fern. Lootsenzwang, als man Lootsengeld bezahlen mufs, auch wenn man keinen
Lootsen gehabt hat. en
Ansteuerung. Segelschiffe haben von vornherein den längs der Küste
nach SW setzenden Mozambique-Strom wie auch den vorherrschenden östlichen
Wind zu berücksichtigen und ihren Kurs bei der Ansteuerung so zu wählen, da(s
sie die Küste nördlich von der Bucht machen. . Siehe „Segelhandbuch für den
Indischen Ozean“, Seite 493 und 494. Sie können ihren Schiffsort durch die
oben gegebenen Landmarken bestimmen und dann längs der Küste nach dem
Nord-Fahrwasser steuern, um durch dieses in die Bucht zu gelangen. Sie müssen
sich jedoch in angemessenem Abstande vom Lande halten, um die Lagoa-Untiefen
zu vermeiden. Bei direkter Ansteuerung meide man sorgfältig die in der An-
steuerung liegenden Untiefen, . .
Dampfer steuern gewöhnlich entweder vom Süden oder vom Norden her
längs der Küste, wo ihnen der Schiffsort durch Landmarken stets bekannt ist,
und wählen, vom Süden kommend, das Cockburn-, vom Norden kommend, das
Nord- oder das Hope-Fahrwasser. Sie müssen aber die in der Ansteuerung
liegenden Untiefen meiden. . ;
Wenn man den Inyack-Leuchtthurm SzW!/W oder westlicher peilt, be-
findet man sich östlich von den südlichen und mittleren Untiefen, die in‘ der
Einfahrt liegen, und wenn man den Cutfield-Hügel NzW oder westlicher peilt,
östlich von den nördlichen dieser Untiefen.
Das Cockburn-Fahrwasser ist nach Bericht des V. St.-Schiffes „Chicago“
das beste Fahrwasser und sollte stets benutzt werden. Nach dem „Africa Pilot“,
Part III, sixth Edition, 1897, beträgt die geringste Wassertiefe bei Niedrig-
wasser jedoch. nur 7,5 m, so dafs es für sehr tiefgehende Schiffe nicht empfohlen
werden kann. Es“ steht gewöhnlich hohe Dünung in diesem Fahrwasser, und die
Gezeitenströme setzen quer zu seiner Richtung, welches bei der Durchsteuerung
zu berücksichtigen ist, da man dieserhalben den Kurs '/a Strich höher setzen
muß. Der- Fluthstrom setzt nach W auf die Cockburn-Untiefe zu, der Ebbstrom
nach O. auf die Hope-Untiefen.