54 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1900.
halb der 9 m-Grenze. Sie sind nur unvollkommen vermessen, doch scheint die
Wassertiefe ähnlich wie auf den Hope-Untiefen zu sein. Reichlich 3 Sm westlich
von der flachsten Stelle ist ebenfalls auf einer gröfseren Fläche nur 8 bis 9m
Wassertiefe gefunden, und es erscheint nicht ausgeschlossen, dafs sich in dieser
Gegend noch Stellen finden, wo weniger Wasser steht, als in den Seekarten an-
gegeben ist.
Cutfield Flats heifst die nördlichste Gruppe in der Kette von Untiefen,
die den Zugang zur Delagoa-Bucht behindern. Diese Untiefe ist facher als die
beiden letztgenannten, denn eine Strecke von 3 Sm liegt innerhalb ihrer 5 m-
Grenze, und es giebt viele Korallenstellen, auf denen nur 3,5 bis 4m Wasser
steht. Von ihrem Nordende peilt der Inyack-Leuchtthurm S'/2zW, 191% Sm, und
Cutfield Hummock N, 6!/2 Sm entfernt.
Nördlich und westlich von dieser Untiefe führt das Nord-Fahrwasser entlang.
Eine Bank von ungefähr 2 Sm Länge mit Wassertiefen von 5 bis 9m
liegt an der Westseite des nördlichen Fahrwassers, etwa W, 3 Sm vom Nord-
ende des Cutfield-Flachs und 1 Sm vom Lande entfernt.
Bei starken auflandigen Winden verändert sich oft die Lage und Form
der vorgenannten Untiefen,
Die inneren Untiefen, die für den Weg nach Lorenzo Marques in Betracht
kommen, liegen fast ohne Ausnahme nördlich von dem direkten Fahrwasser oder
in demselben. Die südlich davon in der grofsen Bucht liegenden Untiefen
werden hier nicht näher erwähnt.
Shefina-Riff erstreckt sich vom Nordende der Insel Shefina als schmale
Zunge 4!/2 Sm weit in Ostsüdostrichtung fast rechtwinklig auf die Hope-Untiefen
zu. Es liegt anscheinend bei Niedrigwasser trocken, und von seinem Ende er-
streckt sich noch flaches Wasser von 2 bis 3,5 m Tiefe 1'/z Sm südostwärts.
Fawn Shoal heifst eine einzeln liegende kleine flache Stelle, die sich
'4 Sm südöstlich vom Ende des genannten flachen Wassers befindet. Auf ihr
steht 4'/2 m Wasser. Von ihr peilt die Gibbon-Bake S*/40, 5'/2 Sm entfernt.
Eine rothe spitze Tonne mit Kegeltoppzeichen liegt östlich von dieser
Untiefe auf 16 m Wasser. Von ihr peilt die Gibbon-Bake S°40 und die Bake
auf der Insel Shefina W°/8N. S. M.S. „Seeadler“ fand diese Tonne im April 1898
nicht vor.
Lech-Riff bildet etwa 1'/2s Sm südlich vom Shefina-Riffe das Ende des
flachen Wassers. Auf der Kante dieses steil abfallenden Riffes steht 2,2 m und
dicht daneben 13m Wasser.
Eine rothe Tonne liegt vor der Kante des Riffes auf 14m Wasser in
folgenden Peilungen: Gibbon-Bake SOzS und Shefina-Bake WNW°/4W. Nach
Bericht vom Kommandanten des V.St.-Schiffes „Chicago“ war die Tonne im
Jahre 1899 nicht vorhanden.
Eine kleine flache Stelle mit etwa 5'/am Wassertiefe liegt im Fahr-
wasser südlich von den zuletzt genannten beiden Untiefen. Von ihr peilt der
Inyack-Leuchtthurm SO’/45S, 5,2 Sm entfernt.
Mehrere 9m-Stellen liegen °/4 Sın südlich bis südwestlich davon.
Die Lage sämmtlicher Tonnen ist sehr unsicher. wie aus vielen Berichten
hervorgeht.
Die Barre vor der Mündung des Rio do Esprito Santo (English River)
bildet ein breites Flach, das in der nördlichen Hälfte am schmalsten und am
tiefsten ist. Hier führt auch das Fahrwasser über sie hinweg. Südlich vom
Fahrwasser erstreckt sich ein flacherer Steert bis 7 Sm westlich von der Mawhone-
Huk; auf diesem findet man fast am Aufsenende noch Stellen mit nur 3'/2 bis
4m Wassertiefe,
Die aus weichem Schlick bestehende Barre ist seit langer Zeit nicht ver-
messen, und der Wasserstand auf ihr wird verschieden angegeben, doch scheint
es, dafs Schiffe bis zu 7m Tiefgang den Fluß erreichen, ohne zu leichtern.
S. M. S. „Seeadler“ fand im April 1898 eine Stunde vor Hochwasser
71 bis 9m Wasser auf der Barre.
Leuchtfeuer. 1. Ein weifses festes Feuer mit Blinken, das alle
20 Sekunden einen Blink zeigt, brennt in einer Höhe von 106,55 m über Wasser
auf einem 27,5 m hohen schwarzen eisernen Thurme, der auf dem Kap Inyack
steht. Das feste Feuer ist 22 Sm weit, die Blinke sind 25 Sm weit sichtbar.