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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

1592 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1900 
Schiffe von mehr als 7,5 m Tiefgang müssen etwa 8 Sm von der an der Mündung 
des Rio do Esprito Santo liegenden Stadt ankern und leichtern. 
Küstenansicht. Südlich von der Einfahrt zur Delagoa-Bucht, zwischen 
ihr und dem 150 m hohen Kap Vidal, ist die rund 130 Sm lange Küstenstrecke 
fast geradlinig. Sie verläuft von dem genannten Kap in nordnordöstlicher 
Richtung und besteht aus. einer fortlaufend bewaldeten Hügelkette, deren 120 
bis 180m hohe rundliche Kuppen bis zur halben Höhe weiße Sandabhänge 
zeigen, die sich bis zum Strande erstrecken. Nach dem Kap Colatto zu werden 
die Hügel etwas niedriger, und das Land erscheint gut bewaldet. 
Nur wenige und einzeln liegende Klippen findet man längs des Strandes. 
Etwa 40 Sm landeinwärts erstreckt sich das Lebombo- (Lubomba-) Gebirge 
fast parallel zur Küste, doch nördlich vom 27. Breitengrade endigt dasselbe, und 
das Land im Innern erscheint unmittelbar südlich von der Delagoa-Bucht eben. 
Einzelne Baumgruppen treten hier und dort hervor, und etwa 10 bis 12 Sm land- 
einwärts werden einige 250 bis 300 m hohe Hügel sichtbar. 
Die Halbinsel Inyack endigt in dem Kap Colatto, auch Santa Maria ge- 
nannt, in dessen Nähe sich der 180 m hohe Mount Colatto befindet. Die nördlich 
sich daran anschliefsende gleichnamige Insel dehnt sich längs der Küste in ähn- 
licher Form und Richtung 6 Sm weiter aus und endigt in dem steil abfallenden 
Kap Inyack. Sie erreicht 2 Sm südlich davon in dem bewaldeten 117 m hohen 
Inyack-Hügel, der einen kuppelförmigen Gipfel hat, ihren Höhepunkt und trägt 
auf dem 81m hohen Hügel in der Nähe ihres Nordendes einen 27m hohen 
Leuchtthurm. Die nördlich von der Insel Inyack liegende und durch ein trocken- 
f{allendes Watt damit verbundene Elephanten-Insel erreicht nur 7,5 m Höhe über 
Hochwasser. 
Nördlich von der weiten Einfahrt ist die Küste wie auch das Hinter- 
land zunächst sehr niedrig, doch bald zieht sich unmittelbar an der Küste eine 
langsam ansteigende zum Theil bewachsene Dünenkette entlang, die zuerst in 
Cutfield Hummock, 26 Sm nördlich von der Insel Inyack, mit 64m Höhe ihre 
gröfste Höhe erreicht. Die Dünenkette zieht sich von hier an in Höhen von 
45 bis 60m 17 Sm weiter fort längs der Küste bis zu 25° 23‘ S-Br, wo ein 
kahler Sandrücken sich befindet, dessen vier kleine Gipfel fast 90 m Höhe er- 
reichen. Zwischen der Mündung des Lagoa- und der des Limpopo-Flusses er- 
reicht die Dünenreibe 115 bis 130 m Höhe. An der rechten Seite der Mündung 
des Limpopo-Flusses steht auf der höchsten Düne eine 6m hohe Pfahlbake, 
die ein weilses gleichseitiges Dreieck von 3m Seitenlänge als Topp- 
zeichen trägt und darüber noch an einer Stange eine weifse Flagge zeigt. 
Oestlich vom letztgenannten Flusse zieht sich die mit Gras bewachsene Hügel- 
kette noch 17 Sm weiter hin bis nach Salmon Cliff, einem röthlichen auffälligen 
Abhange, hinter welchem bebaute und mit Gras bewachsene Hügel liegen. Von 
hier an bis weit über den Zavora-Fluls hinaus liegen niedrige Sanddünen, und 
es giebt dort nichts Auffälliges außer einem 175m hohen Hügel westlich von 
der Mündung des Zavora-Flusses und einem 120m hohen röthlichen Sandhügel 
16 Sm westlich von der Zavora-Huk. 
Landmarken. Aufser den unter Küstenansicht bereits aufgeführten 
kommen für die An- und Einsteuerung noch-besondere, theils natürliche, theils 
künstliche Landmarken in Betracht, von denen die nachstehend verzeichneten 
besondere Beachtung verdienen: 
Steamer Rock, eine 10 Sm südlich vom Kap Colatto tief am Strande 
liegende Klippe, die dem Rumpfe eines gestrandeten Dampfers sehr ähnlich sieht. 
Der Leuchtthurm auf Kap Inyack sowie die NzW%/8sW 1100 m davon 
entfernt stehende grofse weifse pyramidenförmige Bake, die gleichzeitig 
die Leitmarke für das Cockburn-Fahrwasser bilden. 
Die früher auf der 6m hohen Sanddüne von Gibbon-Huk, dem Westende 
der Elephanten-Insel, stehende, 10 Sm weit sichtbare weiße Bake ist umgefallen. 
Davon ist zur Zeit nur der Unterbau sichtbar. 
Black Bluff, das hohe Nordwestende der Insel Inyack, auf dem ein 
weifßses Haus mit rothem Dache und eine Flaggenstange stehen, sowie Red 
Streak, etwa 1 Sm südwestlich davon, als rother senkrechter Streifen an 
der Nordseite des höchsten, 36 m hohen Theiles dieses steilen Abhanges.
	        
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