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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Port Elisabeth. 
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Frischer und Dauerproviant ist stets in genügender Menge, von 
guter Qualität und zu mäfsigen Preisen zu haben,. Die sonstige gewöhnliche 
Ausrüstung- für Schiffe und Maschinen: ist ebenfalls. in genügender Menge zu 
mäßigen‘ Preisen: vorhauden, doch aufsergewönliche‘ Bedürfnisse sind kaum zu 
befriedigen. a. 
„. Frisches Wasser bekommt man an. den Landungsbrücken direkt aus der 
Wasserleitung zum Preise von 2sh für 250 Gallonen; nach der Rhede. wird es 
in Tankleiehtern gebracht und kostet dort 10 sh. Das Wasser ist gut. ‘ 
—_ Auskünfte für den Schiffsverkehr. Das Kaiserliche Konsulat” befindet 
sich in der Hauptstrafse (Main-Street) No. 55. Ein Agent des Germanischen 
Lloyd ist nicht vorhanden, dagegen ein Vertreter des Vereins Hamburger 
Assekuradeure. Deutsche Schiffsmakler und Schiffsbändler giebt es hier nicht, 
wohl aber Agenten für die Deutsch-Australische Dampfschiffs-Gesellschaft wie für 
die deutsche Ostafrika-Linie; ferner zwei deutsche Aerzte. | 
Das Hafenamt und das Zollhaus liegen am Fufse der nördlichen Landungs- 
brücke. Seemannsheim und Seemannsmission sind vorhanden und befinden sich 
in einem neuen Gebäude am Südende der Stadt. Es ist ein allgemeines und ein 
Privat-Krankenhaus am Orte. Seeleute sind selten, Heizer fast nie am Orte zu 
haben. Entweichungen von deutschen Seeleuten kamen in den letzten Jahren 
nicht vor. :- 
Einrichtungen zur Deviatiousbestimmung oder zur Prüfung von nautischen 
oder meteorologischen Instrumenten ‘sind nicht vorhanden. Seekarten und 
nautische Bücher sind nicht zu haben, aber von Kapstadt zu beziehen. 
Ein Zeitball wird am Hügel-Leuchtthurme, aufser an Sonn- und Fest- 
tagen, täglich um 1* 20“ mittlerer Kap-Zeit gebifst und fällt um 1"30" dieser 
Zeit, welches gleich 0*0* 0° mittlerer Greenwich-Zeit ist. Falls der Ball nicht 
rechtzeitig zum Fallen gelangt, wird aus dem obersten Thurmfenster eine roth 
und blaue Flagge gezeigt, und der Ball fällt dann genau 5 Minuten nach der 
vorgeschriebenen Zeit. 
- Wind und Wetter siehe „Segelhandbuch für den Indischen Ozean“, 
Seite 71; Winde auch Seite 34, ; ; 
Strömungen siehe „Segelhandbuch für den Indischen Ozean“, Seite 14 
und 759. ; 
Karten. Britische Admiralitäts-Karten No. 641 und 2085. 
Die Delagoa-Bucht. 
Nach Berichten vom Kaiserlichen Konsulat in Lorenzo Marques und von den Kommandanten $. M. 
Schiffe in Ostafrika, nach neueren Veröffentlichungen in den „Annalen der Hydrographie und 
Maritimen Meteorologie“ und Bekanntmachungen in den „Nachrichten. für Seefahrer“ aus portu- 
giesischen, holländischen, englischen und amerikanischen Quellen; ergänzt nach sonstigen englischen 
Angaben. 
Allgemeines. Die Delagoa-Bucht, an‘der Südostküste von Afrika auf 
etwa 26° S-Br und 33° O-Lg gelegen, bildet die südlichsten Häfen des portu- 
giesischen Ostafrika. Sie wurde früher, wie jetzt die an ihr liegende Hafenstadt 
und der eine von den in sie mündenden Flüssen, Lorengo Marques genannt nach 
ihrem Entdecker, einem der ersten berühmten portugiesischen Seefahrer. Die 
Bucht ist ein grofses fßaches haffartiges Gewässer, das sich in westlicher Richtung 
etwa 20 Sm und in südlicher Richtung fast 30 Sm weit ausdehnt. Im Osten wird 
sie durch die Halbinsel. Inyack (Inhaca) und die unmittelbar nördlich davon 
liegende gleichnamige Insel vom Meere getrennt, während die nördlich. davon 
liegende Einfahrt gröfstentheils durch Untiefen gesperrt wird, die sich von der 
genannten Insel in nördlicher Richtung fast 20 Sn weit ausdehnen und in Cut- 
field Flats endigen. Drei Fahrwasser führen zwischen diesen Untiefen hindurch. 
in die Bucht, in denen 7 bis 13 m Wasser steht. In die Bucht münden mehrere 
Flüsse, die ihre. Senkstoffe der Bucht zuführen und zu deren Verflachung- bei- 
tragen, doch beträgt die Wassertiefe in ihrem schiffbaren Theile 10 bis 22 m.
	        
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