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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1900, 
Die gesammten Kosten an Hafenanlagen mit Lagerhäusern u. s. w. belaufen 
sich bereits auf über 100 Millionen Mark, 
Es wird geplant und die Vermessungsarbeiten dafür sind bereits beendet, 
vor der Stadt einen geräumigen geschützten Hafen herzustellen durch Erbauung 
von zwei großen Hafendämmen, die ein weites Gebiet einschliefßsen und nur eine 
schmale Einfahrt offen lassen sollen. Die Ausführung dieses Planes liegt aber 
noch in fernerer Zukunft, 
Eine Patenthelling und eine Werftanlage ist im Bau, um Leichterfahr- 
zeuge bis zu 500 t Tragfähigkeit und Schleppdampfer bauen zu können, 
Maschinenfabriken sind zwei vorhanden, die leistungsfähig sind und auch Repa- 
vaturen an den gröfsten Schiffsmaschinen ausführen können. 
Hafenunkosten, Eigentliche Hafenahgaben bestehen nicht für Schiffe, 
dahingegen besteht ein sehr ausführlicher Tarif für das Landen oder Verschiffen 
von Gütern an und von den Landungshrücken, das von Angestellten des Hafen- 
amtes ausgeführt wird. Sämmtliche Güter müssen hier gelandet und ver- 
schifft werden. 
Die Stadt hat ihren Namen von der Fran Elisabeth Donkin, Gemahlin 
des Sir Rufane Shaw Donkin, der hier im April des Jahres 1820 landete, um 
eine englische Ansiedelung zu gründen. Ihr Denkmal, ein Obelisk von 64 m 
Höhe, wurde auf dem Hügel innerhalb der Stadt errichtet und überragt dieselbe, 
so dafs es vom Meere aus gut sichtbar ist. Damals standen am Orte nur einige 
Hütten, jetzt hat die Stadt ungefähr 30 000 Einwohner, unter denen sich einige 
hundert Deutsche befinden. 
Die Stadt liegt an beiden Seiten des kleinen Baakens-Flusses, über den 
eine eiserne Brücke hinwegführt, Sie hat viele Kirchen und manche sehens- 
werthen Baulichkeiten, von denen das Rathhaus, die Stadtbibliothek, das 
Provinzial-Krankenhaus, mehrere Bankgebäude, das Zollhaus und andere hervor- 
zuheben sind, Zwei öffentliche Parks, St. George- und Prinz Alfred-Park genannt, 
sind ebenfalls in der Stadt vorhanden. | 
JNandelsverkehr. Im Jahre 1898 betrug der Werth der Einfuhr rund 
180 000 000 Mark, der Werth der Ausfuhr rund 42 000 000 Mark und der Werth 
der direkten Durchfuhr 48 000 000 Mark. Die Einfuhr besteht hauptsächlich aus 
Eisen- und Stahlwaaren, Baumwoll- und Wollwaaren, Mode-, Leder- und Kurz- 
waaren, Gold- und Silberwaaren, Droguen, Sprengstoffen, Cement, Bauholz, 
Kohlen, Maschinen aller Art, Butter, Bier, Fleisch, Kaffee, Tabak, Zucker, Seife, 
Kerzen u. s. w.; die Ausfuhr vornehmlich aus Wolle, Mohair, Straußfedern, 
Schaffellen und Häuten. 
In demselben Jahre kamen an 398 Dampfer mit 1685419 Registertonnen 
Raumgehalt und 136 Segelschiffe von 109252 Registertonnen, sämmtlich mit 
voller oder Theilladung für den Hafen. Unter denselben führten 14 Dampfer 
mit 35636 Registertonnen und 21 Segelschiffe mit 10456 Registertonnen die 
deutsche Flagge. Es gingen insgesammt aus 543 Dampfer und Segler von zu- 
sammen 1817872 Registertonnen, sämmtlich mit Theilladung oder in Ballast. 
An der Nordseite der Bucht befindet sich ein Landungsplatz für 
Sprengstoffe. 
Es besteht regelmäßige wöchentliche Postdampferverbindung mit Europa 
durch die Dampfer der „Castle Mail Packet Company“ und der „Union Steam Ship 
Company“. Durch zwei Eisenbahnlinien steht die Stadt in Verbindung mit ganz 
Südafrika, und durch telegraphischen Anschluß mittels Kabel über Kapstadt und 
der Delagoa-Bucht auch telegraphisch mit Kuropa. 
Die eigene Industrie ist noch sehr dürftig; sie beschränkt sich auf eine 
grofse Getreidemühle, eine Zuckerbäckerei, eine Brauerei, zwei Maschinenfabriken 
and einige größere gewerbliche Anlagen. 
Seefischerei wird mittelst 18 Ruderbooten, 1 Segelfahrzeug und 11 Schlepp- 
dampfern betrieben. Es werden durchschnittlich täglich 2000 bis 3000 kg Fische 
gefangen, die aber, mit Ausnahme von Seezungen, sämmtlich von gänzlich anderer 
Art sind als die in Europa vorkommenden Fische. 
Schiffsausrüstung. Kesselkohlen englischer Herkunft sind gewöhnlich 
5000 t vorräthig und auf mehrere Hände vertheilt. Sie lagern in Schuppen und 
werden in Leichtern längsseit der Schiffe gebracht. Besondere Vorrichtungen zur 
vequemeren Kohlennahme giebt es nicht. Die Preise sind in der Regel recht hoch,
	        
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