Annalen der Hyvdrographie und Maritimen Meteorologie, April 1900.
steuere man NzO, doch achte man darauf, dafs später die auf dem Kap stehende
rothe Bake achteraus gut westlich frei bleibt vom Leuchtthurme auf dem Kap,
um die Dispateh- oder Roman-Klippe zu vermeiden, die in der Richtungslinie der
beiden in der Nähe von Beacon Point stehenden Baken liegt. Größere Schiffe
sollten nicht innerhalb dieser Klippe passiren, da selbst für kleine Fahrzeuge
selten Vortheil dadurch erzielt wird. Man vermeide ebenfalls die etwa 8 Sm
östlich vom Kap liegende Riy-Bank, auf der 11 bis 25 m Wasser steht und die
See gelegentlich heftig brandet.
Sobald man nördlich von der Richtungslinie der genannten beiden Baken
ist, kann man direkten Kurs nach der Rhede von Port Elisabeth steuern.
Häufig setzt starker Strom in‘ die Bucht hinein, und sobald das Kap
passirt ist, wird er merkbarer. Man achte darauf wegen der Dispatch-Klippe.
Nachts umsteuere man Kap Recife in mindestens 2 bis 3 Sm Ab-
stand oder auf mindestens 27 m Wassertiefe, und bedenke die auf das Kap und
die Riffe zusetzende Strömung, Sobald das Leuchtfeuer daselbst NW_peilt,
steuere män NzO, doch halte man sich aufßserhalb des rothen Bogens vom Recife-
Leuchtfeuer, solange man nicht das Leuchtfeuer von‘ Port Elisabeth sich in
NWZzW-Peilung von roth in weifßs ändern sieht. Dann steuere man : mit etwa
NW!/N-Kurs nach der Rhede und ankere daselbst auf ungefähr 14 m Wasser-
tiefe, wenn das. Leuchtfeuer von Port Elisabeth W*'/2N peilt.
Beim Einkreuzen oder von Osten kommend halte man sich im weifsen
Bogen des Feuers von Port Elisabeth, um die Riy-Bank zu vermeiden.
Leuchtfeuer. 1. Ein weifses und rothes Blinkfeuer von 15 Sn
Sichtweite, das jede Minute einen Blink zeigt, brennt in 28,3 m Höhe über
Wasser auf einem kegelförmigen roth und weifs horizontal gestreiften Leucht-
thurme von 24,4 m Höhe, der auf dem Kap Recife steht. Das Feuer erscheint
weiß, mit Ausnahme eines rothen Bogens, der in den Peilungen von SzW bis
SW! liegt und die Lage der Dispatch- oder Roman-Klippe bezeichnet.
2. Ein weifses und rothes festes Feuer von 12 Sm Sichtweite brennt
in 68,6 m Höhe über Wasser. auf einem steinfarbigen 16,8 m hohen Leuchtthurme,
der auf einem- in der Stadt Port Elisabeth liegenden Hügel steht. Es ist
nur sichtbar in den Peilungen von SW über W bis NW, und zwar roth von SW bis
SWzW’4AW, weils von SWzW’/W bis NWzW, und roth von NWzW bis NW.
Der zuletzt genannte rothe Bogen bezeichnet die Lage der Riy-Bank. Wegen
seiner. Höhe ist dieses Feuer unter gewissen atmosphärischen Verhältnissen bei
der Ansteuerung aus östlichen Richtungen früher sichtbar als das Feuer auf dem
Kap Recife. .
3. Ein weifses Gruppenblinkfeuer. von 16 Sm Sichtweite, das alle
30 Sekunden zwei rasch aufeinanderfölgende Blinke von je 2 Sekunden Dauer
zeigt und zwischen .den Blinken 4 Sekunden, nach denselben 22 Sekunden lang
verdunkelt wird, brennt in 30,5 m Höhe über Wasser auf einem 25,9 m hohen
Thurme auf Bird-Eiland, etwa 30 Sm östlich vom Kap Recife. Der viereckige
Thurm ist steinfarbig mit je einem Kreuz an der Nord- und Südseite und einer
vunden Oeffnung an der Ost- und Westseite.
4. Ein rothes festes Feuer brennt auf dem Kopfe der südlichen
Landungsbrücke bei der Stadt; dasselbe wird westlich von der Südpeilungs-
linie, oder nach Land zu, verdunkelt. .
5. Ein weifses und grünes festes Feuer brennt auf dem Kopfe
der nördlichen Landungsbrücke bei der Stadt; dasselbe erscheint von See
aus oder in den Peilungen von SzO%s0O durch Süd und West bis NW!YsW
grün und zwischen diesen beiden Peilungslinien und dem Lande weifs. Das
grüne Feuer klart die Untiefen in der Nähe des Landes,
6. Ein grünes festes Feuer brennt während südöstlicher Stürme auf
der Gasanstalt im nördlichen Theile der Stadt.
Signalstationen befinden sich auf den unter I. und 2. aufgeführten Leucht-
thürmen von Kap Recife und Port Elisabeth; beide haben Telegraphenanschlufs
an das allgemeine Netz. Ferner befinden sich Signalstationen auf dem Hafen-
amte und dem Kopfe der nördlichen Landungsbrücke zum Signalisiren mit den
Schiffen auf der Rhede. ; . |
Das Lootsenwesen steht unter Aufsicht des „Harbour Board“. Die
Lootsen sind examinirt und angestellt, doch hesteht kein Lootsenzwans, und es
146