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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Die Witterung an der deutschen Küste im Januar 1900. 
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Nordsee, am 19.:an der Ostsee, am 21. an der ganzen Küste, am 22, an der 
Ostsee, am 23. über Rügen und Umgebung, am 24, ostwärts bis zur Oder, am 
25. bis 27. an der mittleren und östlichen Ostsee und am 26. zugleich an der 
Nordsee sowie am 28, ostwärts bis zur Oder. 
Heitere Tage, an denen die aus den drei Terminbeobachtungen berechnete 
mittlere, nach der Skala 0 bis 10 geschätzte Bewölkung kleiner als 2 blieb, 
waren ‚über gröfserem Gebiet der I. an. der westlichen und mittleren Ostsee, der 
12: an der preufsischen Küste, der 13, ostwärts der Oder und der 14. an der 
Nordsee. und westlichen Ostsee. 
Nachden: ‚am .1. im Bereich hohen von Südosten her über Kontinental- 
europa ausgebreiteten Luftdruckes an der Küste meist trockenes, .‚theils 
heiteres, theils nebliges Wetter bestanden hatte, brachten die folgenden Tage, 
während ‚sich eine Depression von Westen her über ganz Centraleuropa aus- 
breitete, der ganzen Küste Niederschläge und Nebel sowie etwas Erwärmung 
bei Winden ozeanischer Herkunft. . 
Als sich ein Hochdruckgebiet am 5. von Nordskandinavien bis nach den 
Alpen ausdehnte, drehten die Winde nach Nordost und dann allmählich nach 
Südost, während sich der Kern hohen Druckes nach Finnland verlegte und sich 
das bis zum 8. Skandinavien umfassende Hochdruckgebiet über Südrussland 
ausbreitete. Die östlichen Winde führten kälteres und vielfach trockenes 
Wetter herbei. 
Die am 7. und 8. auf die Nordsee beschränkten Niederschläge im Bereich 
eines Ausläufers einer im Nordwesten lagernden Depression breiteten. sich ost- 
wärts aus, während deren Centrum am 8. bis 11. nach dem hohen Norden schritt 
und der Ausläufer nach Centraleuropa vordrang, wo er sich ausfüllte. Bei 
Winden ozeanischer Herkunft drang Erwärmung ostwärts vor, bis die Winde am 
12., als sich hoher Luftdruck von der Biscaya-See bis Skandinavien ausbreitete, 
über Nord wieder nach Nordost drehten. 
Das am Morgen des 12. von Nordosteuropa nach der Biscaya-See reichende 
Hochdruckgebiet zeigte bald einen Kern höchsten Druckes im Nordosten und 
umfalste zunächst von Westrussland her fast ganz Europa, wich aber über Kon- 
tinentaleuropa langsam ostwärts zurück, gegenüber einer sich von Nordwesten 
her über den Britischen Inseln ausdehnenden Depression. Im Bereiche dieses 
bis zum 14. westwärts Skandinavien umfassenden Hochdruckgebietes herrschten 
an der Küste von NO nach SO drehende Winde, die strenge Kälte bei vor- 
wiegend trockener und theilweise heiterer Witterung herbeiführten. 
Während der folgenden Tage vom 15. breitete sich die Depression im 
Westen über ganz Centraleuropa aus, und es traten wieder ausgebreitete Nieder- 
schläge am 15. und 16. an der ganzen Küste, am 17. an der westdeutschen Küste 
auf. Bei südöstlichen Winden erfolgte im Osten bereits am 14. Abnahme der 
Kälte, an der westdeutschen Küste jedoch erst am 16., als die Winde hier nach 
SW drehten, die am 16, und 17. ostwärts bis zur Oder ausgebreiteten Nebel im 
Gefolge hatten. , 
Nachdem am 18. hoher Luftdruck von SW und von NO her nach Central- 
europa vorgedrungen war und am Morgen des 19. ein Rücken hohen Druckes 
Maxima im SW und NO verband, schritt am 19. und 20. eine Depression vom 
Ozean nach dem hohen Norden mit einem längs der Küste fortschreitenden 
Ausläufer. Die Winde drehten an der ganzen Küste nach SW, wärmeres Wetter 
herbeiführend, und wehten in der Nacht vom 19. zum 20. an der Nordsee stellen- 
weise s{ürmisch; die am 18. und 19. auf die westdeutsche Küste beschränkten 
Niederschläge erstreckten sich am 20. über das ganze Gebiet. 
Die südlichen bis westlichen Winde erhielten sich an. der Küste bis zum 
24. im Bereiche einer tiefen, mit ihrem Centrum über Nordskandinavien ostwärts 
nach Nordrussland fortschreitenden Depression, die weiteres Steigen der Tempe- 
ratur und viel Nebel wie Niederschläge im Gefolge hatte. Nachdem ein Ausläufer 
in der Nacht vom 21. zum 22. an der Ostsee stellenweise und am 22. noch an 
der preufsischen Küste stürmische südwestliche Winde hervorgerufen hatte, 
frischten infolge einer neuen Verschärfung der Wetterlage durch Zunahme der 
Gradienten die Winde am 23. über dem ganzen Gebiete auf und wehten, nach 
dem Nordwestquadranten drehend, meist in Stärke 8 bis 9. An diesem Tage 
traten fast überall die höchsten Temperaturen des Monats ein.
	        
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