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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1990 
sie wieder zu. Wir mufsten nach den angestellten Beobachtungen annehmen, 
dafs wir, als wir das Echo hörten, uns in der Nähe eines oder mehrerer grofser 
Eisberge befunden hatten, !) 
Die angestellten Messungen der Tuft- und Wassertemperatur ergaben 
Folgendes: 
Datum 
18990 
Neptember 20 
VAST. 
Sha 
alı 45m a 
Sb 50a 
dla ' 
Jh 15m a 
ah 30m & | 
Temperatur 
der Luft 
13 
13,5 
15 
15.5 
Temperatur des Wassers 
an der Oberfßäche,  rlafan Tiefe, am 
influfsrohre der 
an Deck gemessen : 
* Maschine gemessen 
ÖC, 
1,0 
3 
6,5 
8 
10 
11,5 
13 
13 
9 
10,5 
12 
"4 
Die Wassermessungen in der Maschine differirten, wie obenstehende Reihe 
zeigt, wesentlich mit den Messungen an Deck. Wenn auch angenommen werden 
kann, daß die Messungen in dem warmen Maschinenraum leicht etwas höher 
ausfallen wie an Deck, so ist der Unterschied doch zu grofe, als dafs er sich 
dadurch allein erklären liefse. Nach meiner Auffassung verhält sich die Sache 
so: »Die Eisberge bestehen aus frischem Wasser; deshalb mufs das von ihnen 
herrührende Schmelzwasser von ungefähr 0° trotz seiner niedrigen Temperatur 
specifisch leichter sein als das wärmere Wasser des salzigen Ozeans und aus 
diesem Grunde zuerst nur die Oberfläche einnehmen.«*) 
Ich füge noch hinzu, dafs ich schon oft das Jcho während des Nebels 
gehört und aufmerksam beobachtet habe. Je dichter der Nebel, desto deutlicher 
hört man den Wiederhall. Bei eintretendem Regen nimmt der Schall zu. Auch 
der Wind ist nicht ohne Einflufs; der Wiederhall scheint stets von der Luvseite 
zurückzukommen.“ 
Eingänge von meteorologischen Tagebüchern bei der Deutschen 
Seewarte im Monat Januar 1900. 
Yon Schiffen der Kaiserlichen Marine, 
S. M. Schiffe und Fahrzeuge: 
1. „Habicht“, Kommandanten Korv. - Kapts. Schwarzkopff und Graf 
v. Oriola. Geführt auf der westafrikanischen Station, 
2, „Hyäne“, Kommandant Korv.-Kapt. Schönfelder. Geführt in heimischen 
Gewässern. 
3. „Baden“, Kommandant Kapt. z. S. Stiege. Geführt in heimischen 
Gewässern. 
4. „Loreley“, Kommandanten Kapt.-Lts. v. Krosigk und v. Witzleben. 
Geführt im Mittelmeer. 
1) Die Richtigkeit dieser Annahme hat viel Wahrscheinliches, Nach den eingegangenen 
Berichten, die bis zum 9. September reichen, wurden in der ersten Dekade dieses Monats von ver- 
schiedenen Dampfern in der Gegend zwischen 45,5° N-Br, 48.6° W-Lg und 47,6° N-Br, 46,3° W-Ly 
zröfsere und kleinere Eisberge angetroffen, einer am 3. September nahe der Stelle, wo Kapt. 
”. Schroetter Kis vermuthete, nämlich auf 47° 35‘ N-Br und 47° 0' W-Lg. Nicht weit davon, 
auf 47° 15‘ N-Br und 467° 50‘ W-Lg, hatte auch Dampfer „Christiania“ auf der Ausreise am 3. Sep- 
tember große Kisberge passirt, 
2) Mit seiner Erklärumg, weshalb das Wasser in der Nähe von Treibeismassen unmittelbar 
an der Oberfläche sich mehr abgekühlt zeigt wie in einiger Tiefe, dürfte Kapt. v. Schroetter 
wohl Recht haben. Das Schmelzen des KEises infolge der Einwirkung von Luftwärme, Regen und 
Seeschlag geht über Wasser und in der Wasserlinie jedenfalls rascher vor sich als unter Wasser, 
und das kalte Schmelzwasser wird auch aus diesem Grunde, ehe es sich mit dem übrigen Wasser 
vermischt hat. an dessen Oberfläche stehen und vorzugsweise hier die Femperatur ernicdrigen.
	        
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