194
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1990
sie wieder zu. Wir mufsten nach den angestellten Beobachtungen annehmen,
dafs wir, als wir das Echo hörten, uns in der Nähe eines oder mehrerer grofser
Eisberge befunden hatten, !)
Die angestellten Messungen der Tuft- und Wassertemperatur ergaben
Folgendes:
Datum
18990
Neptember 20
VAST.
Sha
alı 45m a
Sb 50a
dla '
Jh 15m a
ah 30m & |
Temperatur
der Luft
13
13,5
15
15.5
Temperatur des Wassers
an der Oberfßäche, rlafan Tiefe, am
influfsrohre der
an Deck gemessen :
* Maschine gemessen
ÖC,
1,0
3
6,5
8
10
11,5
13
13
9
10,5
12
"4
Die Wassermessungen in der Maschine differirten, wie obenstehende Reihe
zeigt, wesentlich mit den Messungen an Deck. Wenn auch angenommen werden
kann, daß die Messungen in dem warmen Maschinenraum leicht etwas höher
ausfallen wie an Deck, so ist der Unterschied doch zu grofe, als dafs er sich
dadurch allein erklären liefse. Nach meiner Auffassung verhält sich die Sache
so: »Die Eisberge bestehen aus frischem Wasser; deshalb mufs das von ihnen
herrührende Schmelzwasser von ungefähr 0° trotz seiner niedrigen Temperatur
specifisch leichter sein als das wärmere Wasser des salzigen Ozeans und aus
diesem Grunde zuerst nur die Oberfläche einnehmen.«*)
Ich füge noch hinzu, dafs ich schon oft das Jcho während des Nebels
gehört und aufmerksam beobachtet habe. Je dichter der Nebel, desto deutlicher
hört man den Wiederhall. Bei eintretendem Regen nimmt der Schall zu. Auch
der Wind ist nicht ohne Einflufs; der Wiederhall scheint stets von der Luvseite
zurückzukommen.“
Eingänge von meteorologischen Tagebüchern bei der Deutschen
Seewarte im Monat Januar 1900.
Yon Schiffen der Kaiserlichen Marine,
S. M. Schiffe und Fahrzeuge:
1. „Habicht“, Kommandanten Korv. - Kapts. Schwarzkopff und Graf
v. Oriola. Geführt auf der westafrikanischen Station,
2, „Hyäne“, Kommandant Korv.-Kapt. Schönfelder. Geführt in heimischen
Gewässern.
3. „Baden“, Kommandant Kapt. z. S. Stiege. Geführt in heimischen
Gewässern.
4. „Loreley“, Kommandanten Kapt.-Lts. v. Krosigk und v. Witzleben.
Geführt im Mittelmeer.
1) Die Richtigkeit dieser Annahme hat viel Wahrscheinliches, Nach den eingegangenen
Berichten, die bis zum 9. September reichen, wurden in der ersten Dekade dieses Monats von ver-
schiedenen Dampfern in der Gegend zwischen 45,5° N-Br, 48.6° W-Lg und 47,6° N-Br, 46,3° W-Ly
zröfsere und kleinere Eisberge angetroffen, einer am 3. September nahe der Stelle, wo Kapt.
”. Schroetter Kis vermuthete, nämlich auf 47° 35‘ N-Br und 47° 0' W-Lg. Nicht weit davon,
auf 47° 15‘ N-Br und 467° 50‘ W-Lg, hatte auch Dampfer „Christiania“ auf der Ausreise am 3. Sep-
tember große Kisberge passirt,
2) Mit seiner Erklärumg, weshalb das Wasser in der Nähe von Treibeismassen unmittelbar
an der Oberfläche sich mehr abgekühlt zeigt wie in einiger Tiefe, dürfte Kapt. v. Schroetter
wohl Recht haben. Das Schmelzen des KEises infolge der Einwirkung von Luftwärme, Regen und
Seeschlag geht über Wasser und in der Wasserlinie jedenfalls rascher vor sich als unter Wasser,
und das kalte Schmelzwasser wird auch aus diesem Grunde, ehe es sich mit dem übrigen Wasser
vermischt hat. an dessen Oberfläche stehen und vorzugsweise hier die Femperatur ernicdrigen.