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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Ann. d. Hydr. eitc., XXVIIL Jahrg. (1900), Heft I. 
Azoren. 
Aus dem Reischericht. S, M. S. „Moltke“, Kommandant Kapt., z. S. Schröder, August 1899. 
(Hierzu "Tafel 1.) 
I. Ponta Delgada. ‚(Leuchtfeuer, Tonnen, Observatorium.) 
1. Die Höhe des Leuchtfeuers auf dem Wellenbrecher beträgt 9,7 m 
über dem Wellenbrecher, 19,7 m über Hochwasser. Das Leuchtfeuer-Verzeichni(s 
giebt 7,9 bezw. 143m an. 
2. Die Wiederherstellung des Wellenbrechers ist soweit vorwärts ge- 
schritten, dafs die hinter demselben liegenden Schiffe vollen Schutz finden, Das 
äufsere Ende und der Kopf des Wellenbrechers sind noch nicht wieder aufgeführt. 
3. Zwei schwarze Bojen mit Bügel bezeichnen die Richtung des Kopfes 
des Wellenbrechers; an der äufseren Boje wird für die Nacht eine rothe Laterne 
eingehängt.‘ ‘ Die Glockenboje ist nicht ausgelegt; dieselbe befindet sich in 
Reparatur, 
. 4. Zum Vermooren der Schiffe liegen aufser den zehn in zwei Reihen 
liegenden Festmachetonnen Grundketien aus, deren Längen verschiedene Stärke 
haben. Die letzten Längen sind an Holztonnen aufgebojt. a. 
5. Das Observatorium liegt im Museum; es beschäftigt sich neben 
meteorologischen Beobachtungen vorzüglich mit Beobachtungen der magnetischen 
Verhältnisse der Azoren-Inseln. Eine Erweiterung des Observatoriums ist. be- 
absichtigt, ebenso die Einführung eines Zeitballes. Die geographische Lage des 
Observatoriums ist: 37° 44’ 17” N-Br, 25° 41'8,6” W-Lg. Danach ist die im Leucht- 
feuer-Verzeichnifs' gegebene‘ Position des jetzigen Feuers auf dem Wellenbrecher 
ungenau, Sie ist auf die Lage des Observatoriums bezogen nach diesseitiger Be- 
stimmung: 37° 43‘ 54,5“ N-Br, 25° 41' 19“ W-Lg anstatt 37° 44' N-Br und 
25° 40‘35" W-Leg. - ; 
II, Angra auf Terceira. (Erdmagnetische Verhältnisse.) 
Eine theilweise Deviationsbestimmung am 17. August 1899 auf dem 
Ankerplatze in Angra auf Terceira in der Mitte zwischen Leuchtfeuer und altem 
Fort auf der‘ Nordostseite der Bucht ergab auf einzelnen Strichen eine Ab- 
weichung bis zu 6,5° von der früheren Deviation. Zehn Stunden nach dem Ver- 
lassen von Angra auf freiem Wasser war diese Abweichung um 4° geringer 
geworden und nahm mit der Zeit noch mehr ab. Es scheint mithin eine Störung 
des regelmäfsigen Verlaufes der magnetischen Elemente in der Angra-Bai vorzu- 
liegen. Kapt: F, A. Chaves, Direktor des meteorologischen Observatoriums zu 
Ponta Delgada, hat in der That‘ am 6. Juni 1899 auf der Spitze des Monte 
Brazil, 100m nördlich vom Pfeiler, eine Deklination von 21° 2‘59” und Inkli- 
nation von 62° 18,3‘, auf dem oben erwähnten Fort S. Sebastian eine Deklination 
von 19° 34' 7“, Inklination .von 63° 13‘ bestimmt. Die neueste Deklinationskarte 
giebt 24,5° W für Angra-Bai. . a 
. Der Ankerplatz S. M. S. „Moltke“ war in der Nähe des Forts. Aus dem 
beigefügten Plane von‘ Angra gehen die Bestimmungsorte und der Aukerplatz 
S. M. S. „Moltke“ hervor. . . 
Herr Chaves hat bereits eine Reihe magnetischer Beobachtungen auf 
mehreren Inseln. der Azoren gemacht und konstatirt, dafs die magnetischen 
Elemente sehr bedeutende Unregelmäfsigkeiten aufweisen. 
III. San Jorge. (Landmarken.) 
Das nach „Africa Pilot“, part I, Seite 43, auf Queimada Point gelegene 
kleine Fort ist von See aus nicht auszumachen, Dahingegen liegen unmittelbar 
vor der Stadt einige alte Befestigungen aus Mauerwerk, 
Ann. d. Hydr. etc., 1900, Heft I.
	        
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