Holz: Zur Berechnung des Schiffsortes aus zwei und, mehr Gestirnshöhen. 131
Vertauscht man in den von Herrn Dr. Bolte der Abhandlung beigefügten
Tafeln A und B die oberen Argumente miteinander, so $ind diese Tafeln auch
für das vorstehende eindentige Verfahren zu verwerthen. ..
Nach dem von den Herren Dr. Fulst und Dr. Bolte: angegebenen Ver-
fahren kann-aus drei und. mehr Höhen der Schiffsort auf einfache Art berechnet
werden, Ist in der nebenstehenden Figur Z- der
Bestecksort, auf welchen die drei Standlinien S,S;,
S,S;, und 8,5; sich beziehen, und sind ZS,, ZS,
und ZS, die drei.in Betracht zu ziehenden Besteck-
versetzungen, So wird die mittlere Besteckversetzung
gefunden, indem man zu den drei Besteckversetzungen
ZS,, ZS,, ZS,; die Breitenunterschiede und Ab-
weichungen sucht und dann den Gesammt - Breiten-
unterschied und die Gesammt- Abweichung durch
3 dividirt. Wählt man das Boltesche Verfahren, in-
dem man die Besteckversetzungen durch das Koppeln
von je zwei Einzelkursen bestimmt, so sucht man zu sämmtlichen KEinzelkursen
den Gesammt-Breitenunterschied und die Gesammt-Abweichung und dividirt beide
Gröfsen durch die halbe Anzahl der in‘ Rechnung genommenen Kinzelkurse.
Indem man .dann diesen mittleren Breitenunterschied. und den aus der mittleren
Abweichung sich‘ ergebenden Längenunterschied auf die Breite und Länge des
Bestecksortes Z anwendet, erhält man den mittleren Schiffsort. .
Bezeichnet man. als wahrscheinlichen Schiffsort.denjenigen Punkt, von dem
die Summe der Quadrate der Abstände von den Seiten des Dreiecks S,S,S, ein
Minimum. ist, so fällt der nach dem vorstehenden Verfahren gefundene mittlere
Ort so nahe an den wahrscheinlichen, dafs der Unterschied. für die See-Praxis
ohne Belang ist...
Beispiel. 1899 den 5. September beobachtet man morgens in ungefähr
16° 38‘ S-Br und 37° 38' W-Lg bei 6m Augeshöhe nach Chronometer, dessen
Stand zur Zeit der Beobachtung = — 21" 26° war, um
Sh 23m 505 * Procyon 39° 9’ \
8h 24m 585 % Cannpus 47° 59’ 1LC.=0
sh 26m 238 x% Achernar 37° 492" {
Die Berechnung dieser Beobachtungen ergiebt die folgenden Unterschiede
zwischen der beobachteten und. berechneten Höhe, h— h‘. und die folgenden
Azimute A:
]. Die erste Höhe: h—h' = —48, A = N68°0,
2, „ zweite „ : h—hN= +43, A=S25°0.
3.2 dritte ,„ ıh-—-hW= +99, A=5828°W.
d = S25°0 43 Tafel A: + 4,8
| D=—= S68°W48 +, Bı + 02
w = 93° A +B = 50
f d = S68°W 4,8 Tafel A: + 15,4
von 1 md 3 D = S28°W 9,9 „» Bı— 58
l u =— 40° - A-+B = 96
f d=— 8525°0 4,3 Tafel A: +12,4
D = 828°W 9,9 „ Bı— 32
] w = 539 A+B = 92
Man hat nun die drei zu d gehörigen Richtungen und Distanzen mit den
drei Komplement-Richtungen und zugehörigen Werthen von A + B zu koppeln.
S25°0 43
S65°W 5,0
S68°W 4,8
S22°0 9,6
S25°0 4,3
SESOW 92
N
4
79
2,1
1,8
8,9
"9
2 Q
f}
18
&,6
18
IV
4,5
4,5
88
2458; 72 17,3
12.
10.1 W