accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Schorr: Zur Berechnung des Schiffsortes aus zwei Gestirnshöhen. 129 
und hierfür geeignete Tafeln veröffentlicht. Diese Methode hat den Vorzug, 
dafs bei ihr keine besondere Ueberlegung betreffa der Vorzeichen und auch 
keine graphische Skizze erforderlich ist, was bisher bei der direkten Berechnung 
der Breiten- und Längenberichtigung nach der Höhenmethode, für welche Herr 
Dr. Bolte in seinem „Neuen Handbuch der Schiffahrtskunde“ besondere Tafeln 
yegeben hat, nothwendig war und von Herrn Dr. Fulst auch als ein bei dieser 
Methode nicht‘ zu beseitigender Nachtheil angesehen wird. Dieses Letztere ist 
aber, wenn man für Breite, Länge und Azimut die in der Astronomie übliche 
Zählung gebraucht, nicht zutreffend; es lassen sich dann für die Breiten- und 
Längenberichtigung do und di Formeln aufstellen, welche für alle Azimute all- 
gemein gültig sind und de und di direkt mit dem richtigen Zeichen ergeben, 
wie dieselben zu der gegifsten Breite und Länge hinzuaddirt werden müssen. 
Aufserdem haben diese Formeln noch den grofsen Vorzug, dafs man zu ihrer 
Berechnung keiner besonderen Hülfstafeln bedarf, sondern die erforderlichen 
Größen direkt aus der Gradtafel entnehmen kann, wo dieselben für beide Formeln 
direkt nebeneinander stehen. 
Bezeichnet g, die Breite (N positiv, S negativ), 4, die Länge (W positiv, 
O negativ) des Besteckortes, # und A den wahren Schiffsort, a, und a, die 
Azimute der Gestirne (von S nach W positiv, von S nach O negativ), dz, und 
dz, die Differenzen „berechnete Zenithdistanz minus beobachtete Zenithdistanz“, 
zo ist 
= A do = Ay + di 
wo de und di aus folgenden Formeln gefunden wird: 
do = dz, -sina, — dz, sin a, 
" sin (a, — a) 
ar — 149 0088, — O7, 008 Ba 
sin (a, — a,)} # 
Diese Formeln, welche ganz allgemeine Gültigkeit für alle Azimute haben, 
3ind eigentlich weiter nichts als die bekannten Fehlergleichungen, deren An- 
wendung aber eine der einfachsten Lösungen des 
Zweihöhen-Problems in sich schliefst, Ihre Ableitung 
folgt in leichter Weise aus nebenstehender Figur, 
In derselben ist P der Besteckort, PB der Meridian 
durch P, I und II die beiden Standlinien, S der 
wahre Schiffsort. Fällt man SL senkrecht auf den 
Meridian und bezeichnet dasselbe mit s, so ist: 
SL = ss = dicos@ 
— do = PL = PA—AL 
— PB —BL- 
Aus den Dreiecken PR,A und PR,B folgt: 
PA = dz, -seca, PB = dz,-seca, 
ferner aus den Dreiecken SLA und SLB: 
AL = s-tga, BL = s.tga, 
Folglich ist: 
— do = dz, seca, — stga, 
— de — dz, seca, — sStga, 
Eliminirt man aus diesen Gleichungen s, so ergiebt sich die oben ange- 
führte Formel für de; eliminirt man dp, so folgt die Formel für dA. 
Wie in diesem Falle, so würden auch bei vielen anderen Aufgaben der 
Nautik eindeutige Formeln erhalten werden können und eine Menge von Regeln 
and Vorschriften wegfallen, wenn sich die Nautiker entschliefsen könnten, die 
in der Astronomie allgemein übliche Zählung von Azimut, Stundenwinkel, De- 
klination, Breite und Länge anzunehmen und mit negativen Winkeln zu rechnen. 
Beispiele. 
No. 1. (Boltes Handbuch, Seite 113.) 
a, = — 35° dz, = + 1,1 
a, = +33° de, = — 3,0 
Ana. d. Hydr. ete.. 1900. Heft 11I 
A  A4° Ar
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.