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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1900.
weißer Saum, in welchem mehrere dunkle Erhöhungen erschienen. Das Ganze
machte den Eindruck schneebedeckten Landes, ° Ich erkannte, dafs ich ein Eis-
feld vor mir hatte. Ich schätzte die sichtbare Ausdehnung auf 10 Sm, doch
waren die äußersten Grenzen nicht zu sehen. Aus 4 Sm Abstand betrachtet,
schien das Eis 5 bis 6 m hoch aus dem Wasser zu ragen. 5S. 5102,
September 1 auf 52° S-Br und 52° W-Lg ein Eisberg in etwa 3 Sm Ent-
fernung passirt. Schiff „Ben Cruachan.“
September 7 auf 51° S-Br und 48° W-Lg ein Berg von 15 m Höhe. Schiff
„Loch Carron.“
2, Treibeis beim Kap der Guten Hoffnung und im Indischen Ozean.
Die große Eistrift im Indischen Ozean, die sich dadurch auszeichnete,
dafs sie in ungewöhnlich östlicher Länge weit nach Norden ging, endete nach
den früheren Veröffentlichungen gegen Mitte März 1897. Später wurden nach
den Berichten im Augustheft 1899 dieser Annalen nur noch zwei Berge am
12. und 13. September 1897 bei 42,5° bis 43° S-Br und etwa 50° O-Lg gesichtet,
Von den hier folgenden Berichten zeigen zwei wieder ein vereinzeltes Auftreten
von Eisstücken und -Bergen im August 1898 und im Januar 1899. Der dritte meldet
dagegen ein massigeres Erscheinen, ebenfalls im Januar 1899, in der für das
Vorkommen ungewöhnlich östlichen Länge 82° bis 102° O, freilich in der ver-
hältnifsmäfsig hohen Breite 53° bis 54° 8.
1898 August 15 auf 41° S-Br und 28° O-Lg passirte das Schiff „Pitlochry“,
Kapt. Schlüter, ein kleines Stück Eis. S. 5190.
1899 Januar 11 auf 46° S-Br und 50° O-Lg lief das Schiff „Torrens“,
Kapt. Angel, bei dickem Wetter gegen einen Kisberg.
Im Januar hatte der Dampfer „Pakena“ vom 53° 20“ S-Br und 82° 20‘ O-Lg
bis 53° 55‘ S-Br und 102° 10‘ O-Lg fortwährend Eisberge in der Nähe.
3. Treibeis im Südlichen Stillen Ozean.
In der letzten Veröffentlichung ist nach der gröfseren Trift, die von Ende
Oktober 1897 bis Ende Februar 1898 südlich von Neu-Seeland auftrat, nur noch
ein vereinzeltes Auftreten von drei grofsen Eisbergen am 3. September 1898 in
derselben Gegend erwähnt. Von den späteren Berichten, an Zahl nur zwei, ist
einer wieder aus dem westlichen Theile, der andere aus der mittleren Länge des
Stillen Ozeans und aus hoher Breite.
1899 März 17 auf 51° S-Br und 176° W-Lg passirte das Vollschiff
„Marie“, Kapt. Kaak, bei sehr dichtem Nebel eine Kisscholle von 1 bis 2m
Dicke. 5. 5166.
April 22 und 23 auf 58° 20‘ S-Br und von 143° bis 138° W-Lg fünf grofse
Eisberge; am 24. und 25. April auf 58° 30‘ S-Br und von 132° bis 126° W-Lg
noch wieder fünf erofse Berge und mehrere Eisstücke. Schiff „Fifeshire.“
Hülfstafel zur Berechnung der Besteckversetzung bei der
Längen- und Breitenmethode. ©
Van W. PReuter. Navieationslehrer in Leer
Sind A, und A, die Punkte, in denen ein Breitenparallel von zwei
Standlinien geschnitten wird, a, und a, die zugehörigen Azimute und d der
Unterschied der Azimute, so findet man die Besteckversetzung A,S von A,
nach dem wahren Schiffsort S, wenn man A,A, in Seemeilen mit dem Faktor
sin a, + cosec d == v multiplieirt. Es ist also:
Besteckversetzung = v- AA,
Den Faktor v entnimmt man aus nebenstehender 'F’afel, indem man mit 0
iu die Seitenspalte und mit a, von oben in die entsprechende Vertikalspalte eingeht.
1) Diese Hülfstafel ist nachträglich eingesandt wurden und stellt die Tafel dar, welche in
dem Aufsatz „Zur Berechnung der Breiten- und Längenberichtigung nach der Standlinienmethode“
im letzten Absatz anf Seite 26 des Januarheftes erwähnt ist.