Hegemann: Die gegenwärtige Kismeerfischerei und der Walfang.
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weiter folgenden Ausführungen, verbunden mit einigen hübschen Ansichten nach
den an Ort und Stelle von Herrn Henking aufgenommenen Photographien,
vewinnt man ein klares Verständnifs über den ganzen Betrieb des norwegischen
Walfanges, besonders über die Verarheitung der gefangenen Wale auf den
Stationen und in den Fabriken, und sieht, welches Aussehen die Letzteren haben.
Hieran schliefsen sich noch Angaben über die Mengen und die Werthe der Er-
trägnisse des Walfanges.
Fr. Hegemann, Assistent der Seewarte
(früher mehrere Jahre Eismeerfischer).
Treibeis in südlichen Breiten.
Von I. E, Dinklage,
Im Verfolg der zuletzt im Augustheft des Jahrganges 1899 der „Annalen der
Hydrographie etc.“ veröffentlichten Uebersicht über das Vorkommen von Treibeis
auf den Fahrstrafsen der südlichen Breiten sind im Nachstehenden die später, bis
Ende Januar 1900 durch die Journale der Seewarte und die Zeitungen bekannt ge-
wordenen Berichte gegeben. Sie sind wieder nach den Meeresbezirken, wo und
chronologisch nach dem Datum, wann das Eis angetroffen worden ist, geordnet.
Im Ganzen ist Treibeis in letzter Zeit selten berichtet worden.
]. Treibeis bei Kap Horn und im südwestlichen Theile des Atlantischen 0zeans.
Von den früher veröffentlichten Berichten, die nach dem Januar 1896
sehr spärlich waren, ist der letzte vom 12. September 1898. Die hier folgenden
späteren Berichte melden das Auftreten gröfserer Eismassen im Januar und
Anfang Februar 1899, zuerst vornehmlich aus der südlichen Umgebung von Kap
Horn, in der späteren Zeit aus der Gegend östlich von den Falkland-Inseln, wo
es aber meistens östlich aufserhalb der gewöhnlichen Segelroute von Kap Horn
nach dem Aequator angetroffen wurde. In der Folge wurden im April ein grofses
Eisfeld südlich. vom Kap in ziemlich hoher Breite und im September zwei ver-
einzelte Eisberge östlich von den Falkland-Iuseln gesehen.
1899 Januar 7 auf 51° S-Br und 46° W-Lg ein grofser Eisberg, am nächsten
Tage abends noch mehrere kleine Berge. Schiff „Celtic Chief.“
Januar 24 auf 57° 10° S-Br und 68° 6 W-Lg ein Eisberg von !/% Sm
Länge und 105 m Höhe.
Januar 26 auf 57° 10’ S-Br und 67° 6‘ W-Lg ein Berg, etwa 1 Sm lang
Schiff „Rowena.“ ;
Januar 26 auf 51° 17‘ S-Br und 68° 13’ W-Lg ein großer Eisberg, ungefähr
1 Sm lang und 90 m hoch. Bark „Germania“, Kapt. Diercks. 5. 5138.
Januar 28 auf 58° S-Br und 64° 20' W-Lg ein grofser Berg von etwa
1 Sm Länge und 45 m Höhe. Schiff „Annie Speer.“
Januar 30 auf 55° 55‘ S-Br und 58° 30' W-Lg ein Berg, etwa 1 Sm lang.
Schiff „Rowena.“
Februar 5 auf 55° 5’ S-Br und 48° 15‘ W-Lg ein HEisfeld und mehrere
Stücke Eis und ;
Februar 6 auf 52° 10‘ S-Br und 44° 51‘ W-Lg ein Berg von etwa 1 Sm
Länge und 90 m Höhe. Schiff „Gifford.“ ;
Februar 5 auf 51° 32‘ S-Br und 44° W-Lg ein Eisberg von 15m Höhe
und mehrere Eisbrocken. Schiff „Belford.“
Februar 6 auf 52° S-Br und 45° 30‘ W-Lg bei nebligem Wetter im Auf-
klaren ein Eisberg sichtbar. Der Nebel hob sich nur für kurze Zeit, dann
wurde es wieder dick. Vollschiff „Nereus“, Kapt. Schulte, S. 5152.
Februar 7 auf 47° S-Br und 41° W-Lg in 3 Sm Entfernung ein großer
Eisberg und 200 Sm weiter nordnordostwärts ein zweiter sehr großer Berg.
Schiff „Amazon.“
April 8 auf 58° 30‘ S-Br und 64° W-Lg berichtet Kapt. Sander vom
Schiffe „Melpomene“: Bei stürmischem trüben Wetter wurde es gegen Mittag
sehr hell in der südlichen Kimm; gegen 2" p zeigte sich in der Kimm ein