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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1900. 
Dieser sehr interessante Abschnitt umfafßst 22 Seiten, doch müssen wir es 
ans versagen etwas mehr von dem Inhalt hier wiederzugeben. Es mag nur 
erwähnt werden, dafs Deutschland und Norwegen auch an der Fischerei im Süd- 
lichen Eismeere Theil genommen, wenngleich nur in bescheidenem Mafse. 
Unter anderen entsandte die Deutsche Polarfischerei-Gesellschaft in Hamburg 
1872/73 den Dampfer „Grönland“ unter Führung des bekannten Kapitäns 
Dallmann nach den Inseln südlich von Amerika. Von den norwegischen Unter- 
nehmungen wird hier nur die Expedition des Dampfers „Antarctic“ 1893/95 
genannt, welche von Svend Foyn ausgerüstet und von dem nocrwegischen 
Naturforscher Borchgrevinck begleitet wurde. Bemerkenswerth ist die That- 
sache, dafs diese Expedition eine Landung am Kap Adare (Süd-Victoria- Land) 
ausgeführt hat. 
Die deutschen und norwegischen Unternehmungen haben finanziellen Erfolg 
nicht gehabt. 
In einem Schlufswort spricht Herr Dr. M. Lindeman den Wunsch aus, 
dafs die zum Theil schon in der Ausführung, zum Theil noch in der Vorbereitung 
begriffenen Entdeckungsexpeditionen, namentlich die von Deutschland geplante 
Südpolarexpedition, für unsere aufblühende Seefischerei ein neues Feld der 
Thätigkeit erschließen möge. | 
Der Arbeit sind die folgenden fünf Anlagen beigefügt: 
Anlage I. „Die industrielle Bearbeitung und Verwerthung der Krzeugnisse 
der Eismeerfischerei und besonders des Wallanges.“ 
Anlage II. Deutsches Reich: „Ein- und Ausfuhr von Walfischbarten nach Menge 
and geschätztem Werth in den Jahren 1893 bis 1897 (einschliefslich) 
aus und nach verschiedenen Ländern.“ 
Vereinigte Staaten von Amerika: 
a) „Uebersicht der Ergebnisse des amerikanischen Walfanges in den 
Jahren 1888 bis 1898 nach Gewicht und Werth“; 
„Ausfuhr von Walfischbarten (heimische Waare) nach Gewicht, 
Werth und Bestimmungsländern in den Jahren 1893 bis 1897.“ 
Frankreich: „Ein- und Ausfuhr von unbereiteten Walfischbarten 
nach Gewicht und Werth, von und nach verschiedenen Ländern in 
den Jahren 1893 bis 1897.“ 
Vereinigtes Königreich (Grofsbritannien und Irland): „Ein- und 
Ausfuhr von Walfischbarten nach Gewicht und Werth von und nach 
verschiedenen Ländern in den Jahren 1893 bis 1897.“ 
Das Werk von Lindeman ist eine werthvolle Bereicherung der Literatur 
über die Eismeerfischerei. Es bietet eine Fülle des Lehrreichen und Interessanten. 
Die Stellen aus demselben, welche im Vorstehenden wiedergegeben sind, bieten 
nur eine kleine Blüthenlese aus seinem vielseitigen Inhalt dar. Ein paar Un- 
genauigkeiten und Druckfehler von welch ersteren einige in dieser Besprechung 
genannt und berichtigt sind, beeinträchtigen den Werth der Arbeit so gut wie 
yar nicht. Allen denen, die sich für die Eismeerfischerei und den Walfang 
interessiren, kann das Werk Lindemans aufs Wärmste empfohlen werden. 
Norwegens Walfang. 
Die Besprechung über „Die gegenwärtige Eismeerfischerei und der Wal- 
fang“ von Dr. Lindeman giebt Veranlassung, hier auf eine sehr empfehlens- 
werthe Arbeit aufmerksam zu machen, welche einen Theil des erstgenannten 
Werkes zum Gegenstand hat, und von dem Professor Dr. Henking (Hannover) 
verfafst ist. Es ist dies ein Theilstück aus dem Reisebericht der 1898 zum 
Besuch der Internationalen Fischerei-Ausstellung in Bergen entsandten Kommission, 
erschienen gegen Ende 1899 in Berlin bei W. Möser, Hofbuchdruckerei, als Sonder- 
abdruck No. 12 aus den „Mittheilungen des Deutschen Seefischervereins“ (früher 
Sektion für Küsten-Hochseefischerei). 
Diese Arbeit erlangt durch die genaue Beschreibung der verschiedenen 
Wale, mit Angaben der Gröfsenverhältnisse derselben und einzelner Körpertheile 
und den Darstellungen ihrer Umrifsformen, ein erhöhtes Interesse.!) Durch die 
7) 
1) Zu der Fufsnote 2? auf Seite 4 bemerkec ich, dafs der Name Butzkopf für den Killer 
ganz unpassend ist. Wir gebrauchten diese Bezeichnung für den Schwarzfisch, der in den Tropen 
vorkommt.
	        
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