Die Guano-Insel Lobos de Afuera.
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7,3 m tiefe Durchfahrt voneinander getrennt werden, und mehreren kleinen
Inselchen. -: Es sind kahle Felsen ohne Wasserquellen, werden aber von einer
mehr oder weniger starken Guanoschicht bedeckt, ohne deren Vorkommen sie
nicht den Werth einer Besitznahme hätten.
An ihrer Nordseite bilden beide Inseln gemeinsam eine Bucht mit tiefem
Wasser und felsigem Grunde. Innerhalb derselben befinden sich kleine geschützte
Winkel, in denen kleine Schiffe kielholen können, ohne dafs sie unter Dünung
viel zu leiden hätten.
In der Mitte der Einfahrt, eben innerhalb der Verbindungslinie der beiden
äufseren Inselchen, liegt die blinde Klippe Baja del Chile,. die beim Ein- oder
Aussegeln von Schiffen besonders zu meiden ist und die man zu dem Zwecke
durch Verankerung eines Bootes auf ihr kennzeichnet. Kine andere blinde
Klippe (die vorhin erwähnte Riestra-Klippe), auf der 2,4 m Wasser steht, liegt
gerade in der Verbindungslinie der Nordspitzen beider Hauptinseln; von ihr peilt
Punta de Viejas, die Nordspitze der Westinsel, SSW*/4W, 3'/ Kblg. entfernt.
Die Bucht an der Südostseite der Inseln ist den herrschenden Winden
zwar ausgesetzt, doch wird versichert, dafs sie nicht gefährlich ist. Der beste
Ankerplatz ist ziemlich am oberen Ende der Bucht auf 15 bis 35 m Wassertiefe.
Ein Gouverneur mit einer kleinen Wache wohnt auf der Westinsel, Vor-
räthe irgendwelcher Art sind nicht zu haben.
Santos.
Einige Angaben über das Entladen der Schiffe.
Vor wenigen Jahren erforderte das Entladen von Schiffen im Hafen von
Santos eine ganz aufserordentlich lange Zeit, und in den Zeitungen wurde
damals wiederholt davor gewarnt, eine Fracht für diesen Platz abzuschliefsen.
Inzwischen sind aber in Santos Einrichtungen vollendet worden, welche eine
sehr rasche Abfertigung der Schiffe ermöglichen; es ist wegen dieser Verhält-
nisse kein Grund mehr vorhanden,. den Platz zu meiden. Als Beweis dafür
mögen folgende zwei Fälle dienen.
Das Hamburger Vollschiff „Klio“, Kapt. P,. Paulsen, erreichte Santos
am 20, Juni 1899 und ging schon am 9. Juli wieder in See. Während der 19
im Hafen zugebrachten Tage waren 2660 Tonnen Kohlen gelöscht und 860 Tonnen
Ballast wieder eingenommen worden. . ;
In gleich kurzer Zeit erledigte das vom Kapt. J. Hansen geführte
Hamburger Schiff „Melete“ seine Geschäfte im Hafen von Santos. Dies mit
Stückgütern beladene Schiff erreichte Santos am 26. Juni 1899 und verliefs den
Platz schon wieder am 14. Juli... Um 2000 Tonnen Stückgüter zu löschen,
hatte „Melete“ elf Tage an der Kaje gelegen, doch war an zwei Feiertagen
nicht gearbeitet worden. Zur Entlöschung dieses ganzen Quantums Güter waren
also nur neun Arbeitstage erforderlich gewesen. Es wurden dann noch 100 Tonnen
Steinballast, zu den im Schiffe befindlichen 700 Tonnen Kohlen, eingeladen und
am 14. Juli die Weiterreise nach Iquique angetreten.
Nach der Nordostküste Australiens.
Aus dem Reisebericht der Bark „Eımerdale“, Kapt. Rund. Buller. August bis Oktober 1898.
li. Townsville, Queensland. Nach einer Reise von 124 Tagen von
Hamburg (115 von Lizard), die hauptsächlich dadurch verlängert wurde, dals
wir seit dem 4. Juli infolge einer im Grofstopp entstandenen Havarie nicht ge-
nügend Segel führen konnten und zum Ablaufen der Länge niedrigere Breiten
and milderes Wetter aufsuchen mufsten, ferner auch das Schiff reichlich tief be-
jJaden war, kamen wir endlich am 11. August 1898 in Cleveland-Bai zu Anker.
Vielleicht hatten wir auch noch dadurch verloren, dafs ich mich durch den am
19. Juli in 135° O-Lg einsetzenden Ostnordostwind verleiten liefs, statt durch
Ann. d. Hvar, ete.. 1900. Heft IL.