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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Puerto el: Triunfo, 
199 
Puerto El Triunfo.© 
Nach Fragebogen und Bericht des Kapt. D. Niemann, Bark „Philip Nelson“, sowie älteren Quellen, 
Der kleine Hafenplatz El Triunfo liegt im Gebiete der Republik San 
Salvador an der Westküste von Mittelamerika, und zwar an der Jiquilisco-Bucht, 
deren Einfahrt über die Barre sich auf etwa 13° 10‘ N-Br und 88° 19‘ W-Lg 
befindet. ; 
Landmarken, In grofser Entfernung von der Küste bilden die in ihrer 
Nähe liegenden hohen Vulkane San Miguel, San Vincent und San Salvador gute 
Landmarken. Die Küste selbst ist östlich und westlich von der Bucht verhält- 
nifßsmäfsig niedrig und wird von flachem Sandstrande besäumt, auf dem die See 
in der Regel heftig brandet. Zur Zeit bildet das dwars von der Huk San 
Sebastian liegende Wrack des Schiffes „Brockley Castle“ die beste, weithin sicht- 
bare Landmarke. Vom Ankerplatze vor der Bucht aufserhalb der :Barre 
peilen die Berge: San Miguel N 26° O, San Vincent N 43° W und San Salvador 
N 55° W. 
Leuchtfeuer und Tonnen sind nicht vorhanden. 
Lootsen und Schleppdampfer. XLootsen sind nicht vorhanden. Der 
Führer des vorhandenen Schleppdampfers versieht beim Schleppen gleichzeitig 
den Lootsendienst, doch schien der derzeitige Führer so wenig mit der Dampfer- 
führung wie mit dem Fahrwasser vertraut zu sein, denn er setzte den „Philip 
Nelson“ mehrfach an Grund. Eingehend kam kein Lootse heraus, obgleich man 
sich längere Zeit vor der Barre aufhielt. Man steuerte dann bei mäfsigem süd- 
lichen Winde unter fortwährendem Lothen über die Barre hinweg, wobei man 
sich ausschließlich nach der Färbung und Kabbelung des Wassers richtete und 
nicht weniger als 9 m Wassertiefe fand, 
Der Schleppdampfer bringt die Schiffe von aufserhalb der Barre bis nach 
dem Ankerplatze vor El Triunfo und umgekehrt. Es besteht ein fester Tarif 
für das Schleppen; die 494 t grofßse Bark „Philip Nelson“ zahlte für das Aus- 
schleppen 315 Mark. Es empfiehlt sich, ausgehend einen Schleppdampfer zu 
nehmen, doch ist es eingehend wegen der vorherrschenden südlichen Winde 
nicht nothwendig. 
Quarantäne und Zollbehandlung. Der Besuch der Hafenbehörde findet 
statt, sobald das Schiff im Hafen ankommt. Es wird vom Arzt ein Gesundheits- 
pafßs verlangt, und von der Zollbehörde findet eine Bewachung des Schiffes statt 
durch einen anwesenden Zollbeamten, der beim Laden das Gewicht der auszu- 
führenden Produkte anschreibt. Die gesundheitlichen Verhältnisse waren nicht 
besonders gut, denn es kamen mehrere Erkrankungen und auch ein Todesfall an 
Bord des „Philip Nelson“ vor. 
. . Gezeiten und Gezeitenströme. Die Hafenzeit in der Kinfahrt ist 
2h 38", bei El Uriunfo 3* 12"; die Fluthhöhe beträgt in der Einfahrt bei 
Springtide 2,2 m, bei Niptide 1,4 m, und.bei El Triunfo entsprechend 2,3 m und 
15m. Der Strom setzte aufserhalb der Barre bei östlichem Winde westwärts 
und der Ebbstrom innerhalb der Barre bei der Huk San Juan in gleicher Rich- 
tung, während er zwischen den Inseln Recodo und Tortuga stark nach O setzte. 
Die Barre wurde beide Male zwei Stunden nach Hochwasser passirt. 
Einkommend fand man als geringste Tiefe 9 m, während’ man usgchebt 6,7 m 
als geringste Wassertiefe fand. Schiffe bis zu 4,3 m Tiefgang können bei jedem 
Stande der Tide die Barre passiren, falls der Seegang nicht sehr hoch ist, Schiffe 
von 5,8 bis 6,1 m Tiefgang dagegen nur bei Hochwasser und ruhiger See. 
. Weiteres über die Barre, Gezeiten und KEinsteuerung siehe „Ann. d. 
Hydr.“ 1897. 
Die Hafenanlagen. Die Ankerplätze bei dem Orte sind gut und sicher. 
An der Laudungsbrücke steht bei Niedrigwasser 4m Wasser. An der Brücke 
wurde der Ballast gelöscht und auch ein Theil Gelbholz als Ladung eingenommen. 
1) Eine eingehende Beschreibung der Barre und des Fahrwassers ist im Jahrgange 1897 
dieser Zeitschrift, Seite 549 bis 552, gegeben. Die nachstehenden Angaben dienen daher besonders 
als Ergänzung,
	        
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