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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Santa Rosalia, 
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‚‚;  Kapt. Kröger, Schiff „Ariadne“, gebrauchte die Zeit vom 9. Oktober bis 
zum 6. Dezember 1898, in welcher Zeit 11 Brandungstage waren, um 2110 Tonnen 
Ladung zu löschen. Zugleich wurden etwa 300 Tonnen Ballast eingenommen. _ 
Ballast. Der Ballast, den man hier zu nehmen. hat, besteht aus Steinen, 
die am Strande aufgesammelt werden. Er wird in Canoes von 1'/a bis 3 t Trag- 
fähigkeit längsseit gebracht. Wenn nur ein Schiff zur Zeit Ballast nimmt, so 
kann man täglich bis zu 120 t erhalten, falls das Wetter gut ist; wenn jedoch 
mehrere Schiffe gleichzeitig damit beschäftigt sind, so vertheilt sich dies Quantum 
auf die Anzahl der Ballast nehmenden Schiffe: Sobald etwas Seegang steht, 
bekommt man keinen Ballast, und es vergeht daher viel Zeit mit Ballast nehmen. 
„Artemis“ gebrauchte 26 Tage, um 830 t Ballast zu erhalten. 
„Ariadne“ mufste auf den. Rest von 250 t vom 6. bis zum 15. De- 
zember warten, da stets zu hohe See am Strande stand, so dafs die kleinen 
Boote den Ballast nicht laden konnten. Endlich entschlofs sich die Direktion 
der Kupfergruben, selbst den Ballast zu liefern, und zwar in der Form von 
feinen Kupferschlacken, mit denen ein der Gesellschaft gehörender, 200 Tonnen 
fassender Leichter in einer halben Stunde aufgefüllt wurde. Es wurde gesagt, 
dafs bis Januar für den gedachten Zweck ein zweiter Leichter fertiggestellt 
werden sollte. Wird dies ausgeführt, so werden in Zukunft die Schiffe ihren 
Ballast rascher erhalten und können den jetzt .darauf verwandten langen Auf- 
enthalt vermeiden. 
Ausrüstung. Frisches Fleisch kostet 12/2 cents das Pfund und Kartoffeln 
8 cents. Gemüse ist nicht zu haben. Alle Vorräthe sind theuer und schlecht. 
Frisches Wasser kann man aus der Rohrleitung an der Brücke selbst 
entnehmen zum Preise von 3 cents für die mex. Gallone (50 mex. == 43 engl. Gall.). 
Wasserboote, die das Wasser an Bord liefern, giebt es hier nicht, Das Wasser 
ist nicht von besonderer Güte und darf nur in gekochtem Zustande genossen 
werden. 
Kohlen sind nach Bestellung in kleinen Quanten in 3 bis 4 Stunden zu 
haben. Sie werden in kleinen Leichtern längsseit gebracht und kosten 100 Fres. 
die Tonne. Das Nehmen der Kohlen geht nur langsam. 
Reparaturen sind bis zu einem gewissen Grade von der grofsen Maschinen- 
werkstatt der Gesellschaft ausführbar, aber sehr theuer. 
Die Gesundheitsverhältnisse waren während der starken Hitze von 
August bis November 1898 schlecht. Am Lande herrschte der Typhus mit be- 
trächtlicher Sterblichkeit, und auch an Bord der Schiffe waren die gesundheit- 
lichen Verhätnisse nicht gut. Wenn der Landwind den Dunst und die üblen 
Gerüche von der Schmelze nach den Schiffen führte, bekam regelmäfsig eine 
Anzahl von der Mannschaft Durchfall und Fieber. An Bord. der Schiffe lag 
meistens ein grofser Theil der Mannschaft krank danieder, doch kamen Sterbefälle 
dabei nicht vor. Es giebt zwei französische Aerzte im Krankenhause der Gesell- 
schaft, deren Dienste für Schiffe aber recht theuer sind, da man jeden einzelnen 
Besuch an Bord zu bezahlen hat. . 
__ Ein Kaiserliches Konsulat ist nicht am Orte vorhanden, sondern dasselbe 
befindet sich in Guaymas. 
Schiffsunkosten. Das Lootsengeld beträgt 1,75 $ für jeden Fufs des 
Tiefganges, ist jedoch laut Frachtvertrag meistens von der Gesellschaft zu zahlen. 
Die Unkosten richten sich sehr nach den Bedingungen des Frachtvertrages. Der 
Ballast. kostet‘ 3sh 6d die Tonne längsseit des Schiffes. Das 1356 Netto- 
Registertonnen grofse Schiff „Artemis“, mit Ladung einkommend und mit Ballast 
ausgehend, hatte insgesammt an Unkosten 325 Z, einschiefslich der Ausgaben 
für Arbeitslohn, Proviant und Vorschüsse an die eigene Mannschaft. 
Wind und Wetter siehe „Segelhandbuch für den Stillen Ozean“, Seite 123ff. 
und Seite 588 ff. ; . . ; 
.. Verkehr. Es besteht regelmäfsige monatliche Dampferverbindung mit San 
Francisco und häufigere mit Guaymas jenseits des Golfs,.. . 
Verschiedenes. Schwimmende Seezeichen sind nicht vorhanden; die festen 
Landmarken können gewöhnlich früh genug ausgemacht werden. 
Bei der Ansteuerung sei man vorsichtig, dafs man nicht nach Lee ver- 
setzt wird, weil der Strom hier in der Regel mit dem Winde läuft. Kann man vor 
6 Uhr abends keinen Lootsen mehr erhalten, so drehe man rechtzeitig bei und
	        
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